Pathologie-Pionier Prof. Dr. Roland Bässler feierte 100. Geburtstag

Am 26. September 2026 vollendete Prof. Dr. Roland Bässler sein 100. Lebensjahr. Über zwei Jahrzehnte hinweg leitete der hochgeschätzte Mediziner und Wissenschaftler das Institut für Pathologie am Klinikum Fulda und prägte während dieser Zeit nicht nur die Entwicklung des Hauses zum Akademischen Lehrkrankenhaus mit universitärem Niveau, sondern setzte auch bundesweit maßgebliche Akzente in der deutschen Pathologie, insbesondere bei der Diagnostik von Brustkrebserkrankungen. Seine außergewöhnliche Lebensleistung wurde am 20. Oktober im Rahmen einer Festveranstaltung des Instituts für Pathologie in der Orangerie des Maritim Hotels Fulda im Beisein zahlreicher Weggefährten und Ehrengäste gewürdigt.

Bässlers beruflicher Weg begann nach dem Zweiten Weltkrieg, angetrieben von der Neugier und der Faszination für das, „was hinter den Dingen steckt“. Geboren am 26. September 1926 im Erzgebirge, studierte und forschte er zunächst in Jena und Leipzig. Es folgten Stationen in Hannover und Mainz, wo er sich 1963 mit elektronenmikroskopischen Untersuchungen des Brustgewebes habilitierte. Im Jahr 1972 übernahm er schließlich als Chefarzt die Leitung des Instituts für Pathologie an den damaligen Städtischen Kliniken Fulda, das er 21 Jahre lang mit wissenschaftlicher Weitsicht führte.

Mit akribischer Präzision widmete sich der Forscher den feingeweblichen Untersuchungen gutartiger sowie bösartiger Tumoren der Brustdrüse. Sein 1,100 Seiten starkes Werk „Pathologie der Brustdrüse“, das 1978 im Springer-Verlag erschien, gilt in der medizinischen Fachwelt bis heute als wegweisendes Standardwerk. Insgesamt verfasste Bässler im Laufe seiner wissenschaftlichen Laufbahn mehr als 200 Fachpublikationen und Bücher. Neben der praktischen Diagnostik und der Forschung engagierte er sich intensiv für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses: Als Doktorvater betreute er 54 Dissertationen. Viele seiner früheren Schülerinnen und Schüler sind heute in leitenden Funktionen tätig, unter ihnen auch Prof. Dr. Gabriele Köhler, die derzeitige Direktorin des Instituts für Pathologie am Klinikum Fulda.

Auch in Fachgesellschaften hinterließ Prof. Bässler nachhaltige Spuren. Er gehörte zu den Mitbegründern der Deutschen Gesellschaft für Senologie sowie der Fachzeitschrift „Die Pathologie“ und stand über viele Jahre an der Spitze des nationalen Mamma-Registers. Für seine herausragenden Verdienste um die Krebsforschung und -diagnostik wurde er 1999 mit dem Deutschen Krebshilfe-Preis und 2001 mit der Rudolf-Virchow-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Pathologie ausgezeichnet.

Am Klinikum Fulda reichte sein Wirken weit über das Spezialgebiet der Histologie hinaus: Auf seine Initiative hin entstanden unter anderem die Klinikbibliothek und ein hauseigenes Fotolabor. Kolleginnen und Kollegen schätzten ihn gleichermaßen für seine fachliche Exzellenz wie für seine menschliche Zugewandtheit, sein Einfühlungsvermögen und seinen ganzheitlichen Blick auf das Wohl der Patientinnen und Patienten. Den hohen Stellenwert seiner Arbeit unterstrichen die Vorstände des Klinikums Fulda, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel und Michael Wilhelm: „Prof. Dr. Roland Bässler hat die moderne Pathologie in Deutschland mitgestaltet und das Klinikum Fulda nachhaltig geprägt. Seine wissenschaftliche Lebensleistung und sein unermüdlicher Einsatz für die diagnostische Pathologie bleiben ein großes Vorbild.“

Während der Feierstunde in der Fuldaer Orangerie überbrachte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld die offiziellen Glückwünsche der Stadt Fulda: „Prof. Dr. Roland Bässler ist ein herausragender Bürger unserer Stadt und eine Persönlichkeit, die den medizinischen Standort Fulda über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geformt hat. Wir gratulieren ihm von Herzen zu diesem außergewöhnlichen Jahrhundert-Jubiläum und danken ihm für seinen unermüdlichen Dienst an der Gemeinschaft.“

Auch Vorstandsprecher Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel hob die Verdienste des Jubilars hervor: „Prof. Bässler hat mit visionärem Blick und wissenschaftlicher Exzellenz das Institut für Pathologie geleitet und weiterentwickelt. Seine Arbeit hat Maßstäbe gesetzt, von denen unser Klinikum und die Versorgung der Patientinnen und Patienten bis heute profitieren.“

Aus Kiel schaltete sich Prof. Dr. Christoph Röcken, Direktor des dortigen Universitätsinstituts für Pathologie und amtierender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP), per Videokonferenz zur Veranstaltung zu. In seiner Laudatio betonte er die bundesweite Bedeutung Bässlers: „Roland Bässler gilt als einer der prägendsten Professoren der deutschen Pathologie. Seine Standardwerke und Arbeiten zur Mamma-Diagnostik haben Generationen von Pathologinnen und Pathologen geleitet. Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie gratuliert ihm herzlich zu seinem Geburtstag und dankt ihm für seine herausragenden Lebensleistung.“

Moderiert wurde der Festakt von Bässlers Nachfolgerin Prof. Dr. Gabriele Köhler, die ihren persönlichen Dank an ihren akademischen Lehrer richtete: „Als mein geschätzter akademischer Lehrer und Mentor hat Prof. Bässler nicht nur meine eigene Berufswahl und akademische Laufbahn geprägt, sondern Ärztinnen und Ärzten vorgelebt, wie Lehre und Forschung verbunden mit Gewissenhaftigkeit und Herzensgüte gelebt werden kann. Es ist mir eine große Freude und Ehre, dass ich seine Arbeit an unserem Institut fortführen darf.“ Den Glückwünschen zum 100. Geburtstag schloss sich das Klinikum Fulda an, verbunden mit den besten Wünschen für Gesundheit und Wohlergehen an den Jubilar und seine Ehefrau Christa im Kreise von Familie und Freunden. +++


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