Neuinszenierung von „Die Päpstin“ beim Musicalsommer Fulda

8 Millionen lasen den Roman

Fast 800.000 sahen das Musical in seiner bisherigen Fassung. „Die Päpstin“, Deutschlands erfolgreichstes neues Musical der letzten 15 Jahre. Nach fünf Jahren kehrt „Die Päpstin – Das Musical“ in der Neuinszenierung von Gil Mehmert in völlig neuem Gewand vom 31.05. – 04.08.2024 in das Fuldaer Schlosstheater zurück. Das Bühnenbild von Tony-Award-Gewinner Christopher Barreca, neue Kostüme, eine neue Szenenfolge sowie komplett neue Szenen, ein neues musikalisches Arrangement und drei neu komponierte Songs entführen die Zuschauer in mehr als 70 Vorstellungen ins frühe Mittelalter, wo sich ein kleines Mädchen sein Recht auf Wissen erkämpft.

Das Autorenteam hat bei der Weiterentwicklung des Buches Wert darauf gelegt, die Aussage des Musicals deutlich zu schärfen. So kommt relativ früh der neue Song „So viel mehr“ im Stück vor. Dabei besingt die Titelrolle ihren unbändigen Wunsch, mehr Wissen zu erlangen. Auch das neue Finale greift diesen Aspekt emotional auf, wenn Abt Rabanus Jahre nach Johannas Tod die von ihr gegründete Mädchenschule in Rom besucht. Aber nicht nur der Bildungsaspekt für Mädchen wurde stärker betont, auch Johannas Widersacher Anastasius wurde deutlich präsenter gezeichnet. Johanna hat nun einen wesentlich stärkeren Gegenspieler, wodurch die Geschichte glaubhafter und spannender wird. Zudem wird Marioza, die Cäsarin von Rom, als zweite starke Frauenfigur handlungsrelevanter in das Stück integriert. Musicalstar Sabrina Weckerlin verkörpert beim Fuldaer Musical Sommer 2024 erneut die Rolle der Päpstin, welche sie bereits für die Welturaufführung 2011 kreierte. An ihrer Seite steht als Markgraf Gerold erneut Mathias Edenborn auf der Bühne, während Christof Messner erstmals in die Rolle des Antagonisten Anastasius schlüpft und damit sein spotlight-Debüt feiert.

Zum Inhalt: Im Jahr 814 Anno Domini kommt als Tochter eines Dorfpfarrers und einer sächsischen Heidin ein Mädchen zur Welt: Johanna. Das Kind ist außergewöhnlich klug und lernt heimlich und gegen den Willen seines Vaters lesen und schreiben. Durch eine Verkettung von Zufällen bekommt Johanna schließlich die Gelegenheit, die Klosterschule zu Dorstadt zu besuchen. Doch als junge Frau hat sie es dort nicht leicht, immer größer werden die Anfeindungen von allen Seiten. Ein grausamer Normannenüberfall ereilt Dorstadt und wie durch ein Wunder überlebt Johanna das Massaker als Einzige. Vom Schicksal sich selbst überlassen, trifft sie eine einsame Entscheidung: Sie verlässt Dorstadt, legt ihre Frauenkleider ab, schneidet sich das Haar und gibt sich fortan als Mann aus. Aus Johanna wird Johannes Anglicus, der als Mönch ins Kloster Fulda eintritt. Es beginnt ein jahrzehntelanges Versteckspiel, das Johanna zur Gejagten macht. Von Fulda führt ihr Weg nach Rom. Ins Zentrum der Macht. Rom ist gefährlich. Feinde bedrohen die Stadt. Und am Hof des Papstes spinnen mächtige Gegner ihre Intrigen. Doch Johanna geht ihren Weg weiter und steigt auf zum Leibarzt des Papstes. Als ihr jedoch plötzlich und unerwartet der einzige Mann, den sie jemals geliebt hat, in Rom begegnet, muss sie sich entscheiden zwischen Liebesglück und Unabhängigkeit. Und doch steht ihre schwerste Aufgabe noch bevor: Als der Papst stirbt, wählt das römische Volk sie zu dessen Nachfolger und stellt sie vor eine fast unlösbare Aufgabe. Johanna muss ihr Geheimnis wahren. Denn niemand darf wissen, wer sie wirklich ist…

Die Entwicklung des Musicals

Mit der Weltpremiere des Musicals „Die Päpstin“ begann die feste Verankerung Fuldas als Musicalstadt. Wir überlegten lange, ob man diese Geschichte in Fulda erfolgreich auf die Bühne bringen könnte. Es war ziemlich schnell klar, dass unsere Heimatstadt ein spannender und idealer Ort für dieses Stück ist, nicht zuletzt, weil große Teile der weltweit beliebten Romanvorlage von Donna W. Cross im Kloster Fulda spielen. Vielleicht hat diese Tatsache auch dazu beigetragen, dass ausgerechnet wir die weltweit ersten Bühnen-Adaptionsrechte für diesen großen Stoff bekommen haben – eine große Ehre, aber auch eine große Verpflichtung. Seitdem haben wir die Show ständig weiterentwickelt und freuen uns sehr, dass das Musical schon in vielen Theatern im In- und Ausland gezeigt wurde. Aber die Bühne des Schlosstheaters Fulda ist speziell für „Die Päpstin“ immer etwas ganz Besonderes. So kann man sich vom Schlosstheater in wenigen Minuten in die Krypta der Michaelskirche begeben, einen Ort, an dem die Päpstin sicher selber schon einmal gewesen ist, sollte denn ein Fünkchen Wahrheit an der Legende bestehen. Den Wahrheitsgehalt einer Legende zu bewerten, ist aber nicht Aufgabe des Theaters. So oder so ist „Die Päpstin“ eine faszinierende Geschichte. Die Bühne braucht Dramatik, und mehr Dramatik als eine Frau auf dem Papstthron im Frühmittelalter ist kaum denkbar. Darüber hinaus ist „Die Päpstin“ die stärkste vorstellbare Geschichte über die Rechte und Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Was darf eine Frau und was nicht? Oder im Umkehrschluss: Was darf ein Mann und was nicht? Fragen, die im Mittelalter über Leben und Tod entschieden haben, aber auch heute noch von großer Bedeutung sind und die sicher zum enormen Interesse an dem Roman und dem Musical beitragen. 13 Jahre nach der Welturaufführung war es für uns an der Zeit, eine ganz neue Perspektive auf all diese spannenden Fragen zu präsentieren. Nicht nur wir als Musicalmacher haben uns verändert, auch unsere Gesellschaft ist eine andere als 2011. Schlagworte wie „Me Too“, „Maria 2.0“ oder der „sydonale Weg“ geben Einblick in den aktuellen gesellschaftlichen Wandel. Dazu kommt, dass Frauenrechte weltweit eher zurückgefahren werden, als sich im Sinne der Päpstin zum Positiven zu entwickeln. So gesehen ist unser Stoff aktueller denn je. Und genau deshalb haben wir schon vor 5 Jahren Kontakt zu Gil Mehmert aufgenommen, um ihn für einen komplett neuen Ansatz einer zeitgemäßen Inszenierung mit neuen Schwerpunkten zu gewinnen. Unsere Zusage, dass wir bereit sind, alles auf den Prüfstand zu stellen sowie das Potential der Story und der Musik von Dennis Martin, haben ihn schlussendlich überzeugt, so dass wir in diesem Jahr zu unserem 20-jährigen Bestehen die Neuinszenierung unter seiner Regie feiern können. +++ pm