Klartext mit Radtke – Die Rolle der Medien bei einem Trauermarsch in Frankfurt.

Klaus-Radtke

Am 19. September 2026 fand auf dem Römerberg in Frankfurt am Main eine Gedenkveranstaltung und „Demonstration“ der Initiative „Trauerwache Deutschland“ statt. Organisiert wurde die Versammlung von Michael Kyrath, dem Vater der 2023 im Zug bei Brokstedt getöteten 17-jährigen Ann-Marie, um an Opfer von Gewalttaten im Kontext der Migrationspolitik seit 2015 zu erinnern. Unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ versammelten sich Betroffene, Angehörige und Unterstützer zu einer Kundgebung mit anschließendem Schweigemarsch durch die Frankfurter Innenstadt. Im Zentrum der Kundgebung stand der Aufruf an Politik und Behörden, Betroffenen mehr Gehör zu schenken und die Sicherheit im öffentlichen Raum drastisch zu verbessern. Ich hatte die Gelegenheit, mit einer Teilnehmerin, die extra 150 Kilometer einfache Fahrt auf sich genommen hat, um ihre Solidarität mit den Opfern zu demonstrieren, zu sprechen. Sie berichtete von einer einerseits sehr angenehmen, doch unglaublich bedrückenden Stimmung und Atmosphäre. Das, was den Teilnehmern bitter aufgestoßen ist, war vor allem die sehr langen und ausführlich vorgetragenen Verhaltensmaßregeln. Im Detail wurde den Teilnehmern mitgeteilt, was sie tun und zu lassen haben. Völlig irre und geradezu widerlich: Linke Gegendemonstranten warfen den Organisationen vor, eine politische Agenda gegen Geflüchtete und Migranten im Gewand eines überparteilichen Trauermarsches zu verbergen.

Ein absolut friedlicher Marsch. Mit tausenden Teilnehmern. Genauer gesagt zwischen 2.500 und 3.00 Menschen. Bewegenden Reden und intensivem Austausch unter den Angehörigen der Opfer und vielen anderen Teilnehmern. Haben Sie von diesem Trauermarsch gehört? Darüber gelesen? Vermutlich wenig bis nichts. Aber wenn 500 linke Chaoten oder die „Omas gegen Rechts“ auftreten oder andere völlig banale und bedeutungslose Demonstrationen mit einem Bruchteil der Teilnehmer stattfinden, dann sehen Sie das in der Tagesschau oder der Heute-Sendung.

Und in diesem Fall? So gut wie gar nichts. So eine Veranstaltung wird buchstäblich totgeschwiegen. Die Spitzenpolitiker unseres Landes waren eingeladen, mit den 100 Familien, Opfern und Überlebenden mitzutrauern. Gekommen ist KEINER! Ist es angemessen, dass weder ein Bundeskanzler noch ein Bundespräsident oder ein Ministerpräsident dort erschienen sind? Wenn nur ein Ausländer hier durch „deutsche Gewalt“ ums Leben kommt, ist die halbe Republik versammelt. Es tut mir leid, aber das ist einfach nicht mehr nachzuvollziehen und auch schwer zu ertragen. In anderen Ländern würde es so etwas nicht geben. Es ist sicher nicht vergleichbar, aber den Opfern des 11. Septembers 2001 wird jedes Jahr in ganz USA würdig und umfassend gedacht. Oder nehmen wir Frankreich. Es gedenkt seiner inländischen Opfer von Terrorismus und Gewalttaten durch eine Kombination aus nationalen Gedenktagen, institutionellen Zeremonien an den Tatorten und permanenten Mahnmalen. Das kollektive Erinnern ist in vielen westlichen Staaten eng mit der Staatsspitze verknüpft, um den Zusammenhalt der Gesellschaft und demokratische Werte wie die Meinungsfreiheit zu betonen. Präsident Emmanuel Macron hat den 11. März zum offiziellen Nationalen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus erklärt. An diesem Tag nimmt das Staatsoberhaupt an zentralen Gedenkfeiern teil. An Jahrestagen wie dem des Anschlags auf das Satiremagazin oder den Anschlägen im Club Bataclan kommt es zu feierlichen Zeremonien unter staatlicher Führung. Dabei werden am exakten Ort des Geschehens die Namen aller Opfer einzeln verlesen, gefolgt von einer Schweigeminute und Kranzniederlegungen. An dieser Stelle kritisiere ich auch ausdrücklich die Rolle der Medien. Diese hätten der Veranstaltung einen entsprechenden Stellenwert in ihrer Berichterstattung einräumen müssen! +++


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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Beitrag, ich glaube ein großer Teil der Bevölkerung ist mittlerweile auch anders unterwegs und hat seinen Informationen auf anderen Kanälen. Und das ist auch gut so. Mir war diese Trauerwache bekannt. Und ja, es ist unfassbar, dass keiner, der tatsächlich Verantwortlichen vor Ort war. Sich mit den Angehörigen auseinandergesetzt hat. Oder zumindest die Nähe gesucht hat. Spricht allerdings für alles das, was die letzten Wochen in diesem Land auf Regierungebene, Landesebene, passiert.

  2. Es ist hinreichend belegt, dass die zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Medien überwiegend von links-grünen Journalisten geprägt sind. Insofern findet auch eine links-grüne Selektion der Nachrichten statt. Diese Manipulation durch Weglassen hat schon lange Tradition dort. Die Rundfunkräte sind parteipolitisch besetzt und die CDU-Vertreter dort sind offenbar zu schwach, um an diesen Zuständen etwas zu ändern. Den Bürgern bleibt nur noch, sich über andere offen zugängliche Quellen (ausländische Medien, bzw. Internet) zu informieren. Bezüglich des Internets ist aber die CDU über Frau von der Leyen eifrig damit beschäftigt, „schädliche“ Medien (was immer das auch bedeuten mag) aus dem Internet zu verbannen und somit das Meinungs- und Informationsspektrum weiter einzuschränken. Man sollte sich auch nicht darüber wundern, dass die AfD die Rundfunkstaatsverträge kündigen will, denn diese werden weitgehend nicht mehr eingehalten. In anderen Ländern sind solche Zustände schon längst abgeschafft worden. Die Hauptinfosender sind dort staatlich und kostenlos. Weitere Infos und Unterhaltung können sich die mündigen Bürger selbst beschaffen. Ich gehe davon aus, dass das jetzige System des ÖRR in Deutschland ebenfalls bald zu Ende geht. Es dauert halt noch, weil zu viele Menschen zu viel Geld damit verdienen…

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