
Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist der neu gestaltete Verbindungsplatz am Badegarten Fulda heute offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Die Übergabe erfolgte durch den Stadtbaurat der Stadt Fulda, Daniel Schreiner (parteilos), im Beisein des stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers Dr. Thomas Bobke (SPD), des ehrenamtlichen Magistratsmitglieds Stefan Grauel (CDU), des Vorsitzenden des Ausschusses für Bauwesen, Stadtplanung, Klimaschutz und Mobilität in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung und stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Fuldaer Stadtparlament, Michael Ruppel, sowie Frank Schüssler (AfD), Mitglied im Ausschuss für Bau, Umwelt und Stadtentwicklung. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der Städtebauförderung und der am Bau beteiligten Firmen.
Am Fuldakanal ist zwischen Juli 2025 und Juni 2026 umfangreich gebaut und gestaltet worden. Im Mittelpunkt der Maßnahme standen das Rechenhaus, die angrenzenden Gewässerbereiche sowie die Gestaltung des Umfelds. Im Zuge der Arbeiten wurde der Blick auf den Fuldakanal durch eine begrünte Pergola am Rechenhaus geöffnet. Aufgrund der vorhandenen Flächenzuschnitte und der Kanalbauwerke entstand eine lang gezogene Fassade, die mit Informationstafeln versehen wurde. Diese informieren über die Funktion des Rechenhauses und den Fuldakanal. Das Rechenhaus beherbergt einen Gewässerrechen und bietet einen Zugang zum Wartungssteg. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden zudem die bislang außenliegenden Versorgungskästen in das Gebäude integriert.
Auch die Außenflächen wurden neugestaltet. Der Böschungsbereich zwischen den Gewässern wurde als naturnahe Fläche mit autochthonen Gehölzen angelegt. Wegen der trockenen Sommermonate musste nach den vorliegenden Angaben eine Trauerweide als zentraler Blickfang neu gepflanzt werden. Die Arbeiten am Rechenhaus erwiesen sich nach den Angaben als besonders aufwendig. Grund dafür war die Wasserführung im angrenzenden Kanal. Die Arbeiten konnten demnach nur in enger Abstimmung mit der Schupp GbR durchgeführt werden, die den Wasserstand für die Bauarbeiten regulierte. Die Gesamtmaßnahme wurde von verschiedenen Gewerken ausgeführt und war zwischen Juli 2025 und Juni 2026 von zeitweisen Unterbrechungen begleitet.
Nach den vorliegenden Angaben belaufen sich die Kosten für die Tiefbau-, Gewässer- und Metallbauarbeiten auf rund 3,538 Millionen Euro. Einschließlich der Platz- und Rechengestaltung wird eine Gesamtsumme von rund 3,988 Millionen Euro genannt. Den größten Kostenblock bilden die Tiefbauarbeiten am Fuldakanal mit rund 2,848 Millionen Euro. Für die Gewässerarbeiten werden 555.000 Euro angegeben. Die Metallbauarbeiten einschließlich der Absturzsicherung werden mit 135.000 Euro beziffert. Zusammen ergeben diese drei Positionen 3,538 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 450.000 Euro für die Platzgestaltung mit Rechenhaus und Böschungsgestaltung. Daraus ergibt sich die angegebene Gesamtsumme von rund 3,988 Millionen Euro.
„Der Fuldakanal hat eine sehr wichtige Bedeutung für die Stadt, weil dieser erstmals gerichtet Wasser in die Stadt lieferte, um die dort gewerblichen Mühlen, die vorhanden waren, mit diesem gerichteten Wasser zu versorgen. Das vermochte die Fulda seinerzeit nicht. Ihre einzige Aufgabe bestand lediglich darin, das Wasser an anderer Stelle zu bringen und die Abwässer entgegenzunehmen; für das gerichtete Wasser war der Fuldakanal verantwortlich und dieser floss deutlich weiter als es uns heute an dieser Stelle wahrnehmbar ist“, schilderte Stadtbaurat Daniel Schreiner heute noch einmal den historischen Verlauf des Fuldakanals, der, „als man ihn für seine ursprüngliche Funktion nicht mehr benötigte, an dieser Stelle zurückgebaut und gemeinsam mit dem Krätzbach der Fulda zugeführt wurde.“
In der Nachkriegszeit wurde, wie Stadtbaurat Schreiner weiter ausführte, an dieser Stelle ein großes technisches Bauwerk errichtet, um den Krätzbach und Fuldakanal auf ihren jeweils im Fuldaer Stadtgebiet mündenden unterschiedlichen Höhen der Fulda zuzuführen. Der markante Ort habe schon immer eine Wichtigkeit gehabt. Was bislang am Badegarten fehlte, war die Aufenthaltsqualität. Zum einen war es laut, zum anderen fehlten Sitzplatzvorkehrungen, um „diesen besonderen Ort auch genießen zu können“. Dieses Manko gehört von jetzt an der Vergangenheit an.
Der Badegarten als „Heimstatt der Waisen“
Der Badegarten fungierte früher als Heimstätte der Fuldaer Waisen. In der Nachkriegszeit wurde auch dieses Gebäude entfernt. Da, wo sich heute unfern ein Spielplatz befindet, befand sich früher ein reger Baumbestand. Der Spielplatz wurde durch die Städtebauförderung erneuert. Ständiger Begleiter an diesem Ort bleibt der Fuldakanal. Im vorderen Bereich genoss es im Rahmen der Städtebauförderung immer die Wichtigkeit, zu gegebener Zeit etwas „Neues“ zu schaffen. Erneuert werden musste auch die Durchwegung hinein in die Fuldaaue. Vor dem Hintergrund dieser Erneuerung galt es, eine Auflage aus dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1992 zu erfüllen. Hierzu Stadtbaurat Daniel Schreiner: „Als die Frankfurter Straße neu reingeführt wurde, gab es eine Ausgleichsmaßnahme im rückwärtigen Bereich, die aber nie vollzogen wurde. Das Wesen der Ausgleichsmaßnahme bestand darin, die verrohrten Gewässer ‚Krätzbach‘ und ‚Fuldakanal‘ nicht verrohrt zu lassen, wie es seinerzeit in der Nachkriegszeit als Maßnahme gewählt wurde, sondern sie zu öffnen.“
Anbindung und Aufenthaltsqualität an einem historisch wichtigen Ort
Mit der Idee der Städtebauförderung hier Anbindung und Aufenthaltsqualität zu schaffen, kam diese Auflage endlich zu ihrer Ausführung. Ein Herzensanliegen war es, „an dieser Stelle eine Art eröffnenden Charakter zum Badegarten und Spielplatz entstehen zu lassen“. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde ebenso eine gepflasterte Fläche realisiert, die sich in den Gehweg hineinzieht. Weiter wurden Parkplätze für Pkws geschaffen. Während der Bauphase mussten die Wassermengen gebändigt werden, was sich, wie die aktive Bauphase zeigte, als gar nicht so leicht erwies, wie sich der Stadtbaurat erinnerte.
Sein Dank galt im Besonderen Herrn Dipl.-Ing. (FH) Architekt Stefan Probst vom Ingenieurbüro Probst Petersberg für die vorbereitenden Maßnahmen. Ein ebensolcher Dank gebührte heute dem Planungsbüro für Landschafts-, Freiraum- und Umweltplanung KH – PLANWERK in Petersberg. Weiter waren am Bau die Firma Kropp Bau aus Großenlüder, die Giebel Hoch- und Tiefbau AG aus Eiterfeld, die Stahl- und Metallbau Böschen GmbH & Co. KG aus Fulda, Peter Kümmel Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. KG, die Räuber Bauunternehmen GmbH sowie Zeitz Blitzschutz aus Bad Brückenau, die Osthessen Netz und RhönEnergie aus Fulda, die Firma Herget, Auth sowie die Recondis GmbH Kampfmittelbeseitigung aus Romrod beteiligt. Ihnen allen galt Schreiner herzlicher Dank für die gute und professionelle Zusammenarbeit. +++
Das könnte Sie auch interessieren
Eichenzeller Schlösschen: Neuer Eingangsbereich soll Zugang dauerhaft verbessern
Hünfeld unterstützt neue Leichtathletik-Kalthalle mit 540.000 Euro
Ondal Medical Systems spendet 3.000 Euro an Caritas Eingliederungshilfe
Sichere Wasserversorgung in Osthessen: Warum Kommunen jetzt enger zusammenarbeiten müssen




and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar