Neue Ortsumfahrung in Uttrichshausen freigegeben: Nach Jahrzehnten wird aus einer Forderung Realität

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Ein guter Tag für die Ortschaft Uttrichshausen der Gemeinde Kalbach – nach Jahren harter Überzeugungsarbeit ist heute ein Straßenbauprojekt zu Ende gebracht worden, von dem viele Uttrichshausener gedacht haben, dieses nicht mehr erleben zu dürfen. „Als ich vor 55 Jahren nach Uttrichshausen kam, hieß es, dass in Kürze mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen werde“, erinnert sich eine Anwohnerin. Dass die Landstraße 3207 in Uttrichshausen heute ihrer Bestimmung übergeben und für den allgemeinen Straßenverkehr nun offiziell freigegeben wurde, war für alle Beteiligten ein sichtlich bewegender Moment und emotionales Ereignis. „Was vor Jahrzehnten auf den Weg gebracht wurde, ist nun endlich Realität geworden“, brachte es Kalbachs Bürgermeister Mark Bagus (parteiunabhängig) auf den Punkt, denn Gespräche wurden so einige geführt.

„Was wir heute sehen, ist weit mehr als ein Stück Straße – es ist das Ergebnis von vielen Jahren gemeinsamem, kommunalpolitischem Bestreben, zahlreichen Gesprächen, Planungen, Abstimmungen – vor allem aber von Beharrlichkeit“, sagte Kalbach Bürgermeister Mark Bagus (parteiunabhängig) bei der offiziellen Freigabe der Landstraße 3207 in Uttrichshausen. Doch bis es so weit war, gingen Jahrzehnte ins Land. Die Bürgerinnen und Bürger von Uttrichshausen, einige von ihnen waren heute anwesend, erinnern sich gut, an den Unmut und die zahlreichen Gespräche, die Verwaltungsstelle des Landkreises von der dringend benötigten Umgehungsstraße, die das hohe Verkehrsrisiko für alle Verkehrsteilnehmerinnen und – teilnehmer abschwächen sollte, zu überzeugen. Für Kalbachs Bürgermeister, Mark Bagus, heute noch einmal tief in die Historie zu blicken und markante Meilensteine Revue passieren zu lassen.

Mit der Landesstraße 3207 ist in Uttrichshausen ein Straßenbauprojekt abgeschlossen worden, auf das der Ort über Jahrzehnte gewartet hat. Mit der Freigabe der neuen Ortsumfahrung wird die Landesstraße 3207 künftig um den Ort herumgeführt. Was heute als neue Straßenführung sichtbar ist, hat eine Geschichte, die bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Seinerzeit wurde im Rahmen der Flurbereinigung bereits eine Trasse für eine mögliche Umgehung der Ortslage festgelegt. Bis zur tatsächlichen Umsetzung sollten jedoch noch viele Jahrzehnte vergehen. Bürgermeister Mark Bagus bezeichnete die heutige Verkehrsfreigabe als einen „besonderen Tag für Uttrichshausen“. Die neue Straße sei weit mehr als „ein Stück Infrastruktur“; sie sei das Ergebnis harter kommunaler Einsatzbereitschaft und immerwährenden kommunalpolitischen Zielsetzungen.

Die Geschichte der Verlegung der Ortsdurchfahrt reicht deutlich weiter zurück, als es die nun abgeschlossene Baumaßnahme zunächst vermuten lässt. Wie problematisch die bisherige Ortsdurchfahrt war, wurde bereits vor fast drei Jahrzehnten dokumentiert. In einem Protokoll des Ortsbeirats aus dem Jahr 1997 wurde die damalige Ortsdurchfahrt als einer der „gefährlichsten Straßenzüge“ in diesem Abschnitt beschrieben. Die Straße ist kurvenreich, eng und teilweise mit starkem Gefälle. Gleichzeitig musste sie erheblichen Verkehr aufnehmen. Lastkraftwagen, Sattelzüge, Langholztransporte, Busse, Lieferverkehr und teilweise auch Gefahrguttransporte bewegten sich mitten durch die Ortschaft. Besonders schwierig war der Begegnungsverkehr größerer Fahrzeuge. Wenn Lastwagen aufeinandertrafen, blieb nicht selten nur der Weg über den Gehweg.

Für Fußgänger und insbesondere für Schulkinder stellte dies eine erhebliche Gefährdung dar. Auch Busverkehr, ansässige Unternehmen, Lieferverkehr und die alltägliche Nutzung der Straße durch die Bürgerinnen und Bürger machten deutlich, dass eine Veränderung notwendig war. Die Erkenntnis war damit schon lange vorhanden. Zwischen der Feststellung des Problems und seiner tatsächlichen Lösung lag jedoch ein langer politischer und planerischer Weg. Immer wieder wurde das Anliegen gegenüber den zuständigen Stellen vorgebracht, begleitet von Gesprächen, Schreiben und politischen Initiativen. Einen entscheidenden Impuls erhielt das Vorhaben schließlich im Jahr 2018. Die Idee einer konkreten Verlegung der Ortsdurchfahrt wurde damals wieder intensiv aufgegriffen. Eine besondere Rolle spielte dabei die traditionelle Kirmes in Uttrichshausen.

Bürgermeister Bagus erinnerte daran, dass sich die Situation vor Ort bei dieser Gelegenheit unmittelbar darstellen ließ und die Notwendigkeit einer Veränderung erneut zum Thema wurde. Landrat Bernd Woide schilderte den Vorgang allerdings mit einer anderen Nuance. Es seien weniger Gespräche gewesen, sagte er bei der Freigabe, als vielmehr „hartnäckige Aufforderungen“ aus der Uttrichshausener Bürgerschaft heraus, wann und wo immer man ihn antraf – die Forderung blieb dieselbe. Als oberste Instanz einer Verwaltungsbehörde habe er zunächst die Zuständigkeit geprüft und festgestellt, dass es sich bei der Landesstraße nicht um eine Kreisstraße handele. Doch damit wollten sich die Uttrichshausener nicht zufriedengeben. Schließlich wurde vereinbart, eine Machbarkeitsstudie auf den Weg zu bringen. In Auftrag gegeben wurde diese vom Landkreis Fulda. Damit nahm das Projekt konkrete Formen an.

Landrat Woide betonte heute, dass die Maßnahme nicht alleinig für Uttrichshausen oder die Gemeinde Kalbach von Bedeutung sei, sondern für den gesamten Südkreis. Zugleich erwies es sich als Vorteil, dass große Teile der vorgesehenen Straßentrasse bereits im Eigentum des Landes standen. Bei einem neuen Straßenbauprojekt könne der notwendige Grunderwerb zu einem der schwierigsten Teile der Vorbereitung werden. In Uttrichshausen jedoch war eine wichtige Voraussetzung bereits vorhanden. Im Jahr 2020 wurden für die Planung der Ortsumgehung 50.000 Euro bereitgestellt. Noch im selben Jahr erfolgte eine erste Voruntersuchung des möglichen Streckenverlaufs und der Anbindung an das bestehende Straßennetz. Im September 2021 erteilte das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Hessen Mobil schließlich den Planungsauftrag für die Verlegung der L 3207 aus der Ortsdurchfahrt. Damit wurde aus einer über Jahre vorgetragenen Forderung endgültig ein konkretes Straßenbauprojekt.

Bereits bei einem gemeinsamen Ortstermin im April 2021 war die Problematik der bestehenden Ortsdurchfahrt nochmals ausführlich dargestellt worden. Die engen und kurvenreichen Straßenbereiche, teilweise fehlende oder zu schmale Gehwege und die daraus entstehenden Gefahren für Fußgänger standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie der Bus- und Schwerverkehr. Umfangreiches Bildmaterial dokumentierte die Situation vor Ort. Im November 2021 folgte der erste Besprechungstermin bei Hessen Mobil über das weitere Vorgehen. Dabei ging es unter anderem um die Anbindung des Mahlerwinkels, der Talbrückenstraße und des Mangwegs. Auch die Herstellung eines Gehwegs von der Altenstraße bis zum Bereich Mahlerwinkel/Oberkalbacher Straße wurde erörtert.

Ein weiterer wichtiger Schritt war im Februar 2022 die Verwaltungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Kalbach und Hessen Mobil. Darin wurden Zuständigkeiten und Kostenteilungen geregelt. Hessen Mobil übernahm die Kosten für Planung, Vergabe und Baudurchführung sowie für die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen in Höhe von rund 110.000 Euro. Die Gemeinde übernahm unter anderem die Kosten für den Grunderwerb, die erforderliche Bauleitplanung, also die Änderung von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan, sowie die Herstellung des Gehwegs. Parallel dazu mussten Grundstücksfragen geklärt, Gespräche mit Eigentümern geführt und die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Hinzu kamen Abstimmungen mit den zuständigen Verkehrsbehörden. Eine Rolle spielte dabei auch die Anbindung des Busunternehmens Sauer an die neue Strecke. In den Jahren 2023 und 2024 wurde schließlich das Bauleitplanverfahren durchgeführt. Flächennutzungsplan und Bebauungsplan wurden entsprechend angepasst.

Im Juli 2025 erfolgte nach Ausschreibung und Submission die Zuschlagserteilung an die bauausführende Firma STRABAG. Damit begann die konkrete Umsetzung vor Ort. Die eigentlichen Bauarbeiten zur Verlegung der Landesstraße begannen nach Angaben von Hessen Mobil am 1. September 2025. Nach nicht ganz einem Jahr Bauzeit konnte die Strecke nun und damit zwei Monate früher als ursprünglich geplant für den Verkehr freigegeben werden. Die Bauarbeiten liefen in mehreren Abschnitten. Von September bis Mitte November 2025 wurden zunächst gemeindliche Kanal- und Wasserleitungen erneuert. Von Mitte November bis Ende Dezember folgten die Herstellung der Gehweganlage und die Asphaltierung der Umfahrung. Im Februar und März 2026 wurden der Hauptkanal und der Gehweg im Bereich Mahlerwinkel hergestellt. Im April folgten Pflasterarbeiten an der Gehweganlage sowie die Treppenanlage bei der Querung zum Mahlerwinkel.

Im Mai wurde die Anbindung des Mahlerwinkels asphaltiert und die neue Bushaltestelle hergestellt. Eine Buswartehalle fehlt dort noch. Sie ist bestellt und soll nachgerüstet werden. Dies entspricht einem Wunsch des Ortsbeirats. Seit Juni 2026 liefen die Arbeiten auf der freien Strecke. Dazu gehörten Asphaltierungsarbeiten, die Herstellung des Knotenpunktes zur Anbindung der Neuestraße an die bestehende Straßenführung, die Herstellung der Zufahrten zu den landwirtschaftlichen Flächen, die Entwässerungsanlage auf der freien Strecke und schließlich das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen.

Nach Angaben von Hessen Mobil wurden rund 450 Meter Landesstraße neu gebaut und darüber hinaus etwa 670 Meter bestehende Straße erneuert. Bürgermeister Mark Bagus bezifferte die Ausbaulänge der neuen Strecke auf rund 668 Meter. Hinzu kommen etwa 220 Meter Gehweg. Für den Gehweg investiert die Gemeinde rund 75.000 Euro. Im Zuge der Baumaßnahme wurden außerdem die gemeindlichen Kanal- und Wasserleitungen erneuert, die den Baubereich tangieren. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach den Kostenberechnungen von Hessen Mobil auf rund vier Millionen Euro.

Oliver Stinner, stellvertretender Fachdezernent Bau von Hessen Mobil der Region Osthessen, nannte bei der Verkehrsfreigabe weitere technische Daten. Die verlegte Landesstraße hat demnach eine Breite von sechs Metern und wurde auf einer Länge von rund 670 Metern ausgebaut. Der frostsichere Oberbau hat eine Stärke von 70 Zentimetern. In weiten Teilen mussten zusätzlich 50 Zentimeter des Untergrunds verfestigt werden, um diesen zu stabilisieren. Für den Bau wurden rund 14.000 Kubikmeter Boden bewegt. Hinzu kamen 4.500 Kubikmeter Frostschutzmaterial, 6.300 Quadratmeter Trag- und Deckschichten, 1.000 Quadratmeter Betonpflaster sowie rund 2.000 Meter Sicker- und Rohrleitungen.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Verkehrsführung ist die Entlastung der bisherigen Ortsdurchfahrt. Nach Angaben von Hessen Mobil wird der überörtliche Verkehr künftig um Uttrichshausen herumgeführt. Die alte Ortsdurchfahrt wird über eine neue Einmündung angebunden. Der damit verbundene Ausbau des Mahlerwinkels und die Erweiterung der Gehweganlage zur sicheren Führung der Fußgänger wurden gemeinsam mit der Gemeinde Kalbach umgesetzt. Eine besondere Herausforderung stellte nach den Angaben von Hessen Mobil die Anbindung am Ende der Neubautrasse dar. Die bestehende Einmündung musste dort zu einer Kreuzung umgebaut werden. Neben den vier Straßenästen wurden auch die bestehenden Bushaltestellen integriert und mit Gehwegen angebunden, sodass sie nun sicher zu Fuß erreicht werden können. Auch der Radweg in Richtung Sportplatz wurde beim Ausbau berücksichtigt und erhielt eine sichere Führung.

Die Talbrückenstraße, die zuvor direkt an die Kreuzung angebunden war, erhielt aus Gründen der Verkehrssicherheit einen neuen Anschluss weiter unten in Richtung Talbrücke. Diese Vorabmaßnahme wurde bereits im Frühjahr 2025 umgesetzt. Für Landrat Bernd Woide ist die neue Ortsumfahrung ein Beispiel dafür, dass auch langwierige Infrastrukturprojekte umgesetzt werden können, wenn Gemeinde, Landkreis und Land zusammenarbeiten. Er verwies darauf, dass öffentliche Debatten häufig von dem Eindruck geprägt seien, in Deutschland funktioniere vieles nicht mehr. Uttrichshausen zeige aus seiner Sicht das Gegenteil. Es habe lange gedauert, doch am Ende sei eine Lösung entstanden. Die Ortsumfahrung sei kein Luxus, sondern angesichts der früheren Verhältnisse notwendig gewesen. Gerade bei Regen, Schnee und winterlichen Bedingungen sei die alte Straße gefährlich gewesen, insbesondere für Kinder und ältere Menschen.

Auch Sebastian Müller, der seit 2022 als Abgeordneter des Hessischen Landtags im Wahlkreis 15 Verantwortung übernimmt, und zuvor als Referent in direkter Zusammenarbeit mit Landrat Woide gearbeitet hatte, erinnerte an die Anfänge des Projekts. Er kenne die Geschichte aus dieser Zeit unmittelbar. Woide sei damals von der Kirmes in Uttrichshausen zurückgekommen und habe Arbeitsaufträge erteilt, unter anderem zur Ortsdurchfahrt. Müller betonte zugleich die Bedeutung des Projekts für den ländlichen Raum. Als Sprecher für den ländlichen Raum im Wirtschaftsausschuss sei es ihm wichtig, dass nicht ausschließlich die großen Ballungsräume betrachtet würden. Auch in kleineren Ortschaften müssten neben der Instandhaltung neue Streckenführungen möglich sein, wenn diese sinnvoll seien. Im Koalitionsvertrag seien dafür neue Möglichkeiten geschaffen worden. Uttrichshausen sei ein Beispiel dafür, dass es richtig sein könne, auch neue Infrastruktur jenseits der reinen Instandhaltung anzugehen.

Dass die Straße überhaupt in der nun realisierten Form gebaut werden konnte, war auch von der Bereitschaft örtlicher Grundstückseigentümer abhängig. Bürgermeister Bagus dankte ausdrücklich Marianne und Ute Müller, die nach seinen Angaben, die für die neue Verkehrsführung benötigten Grundstücksflächen verkauft hatten. Bei der Freigabe war stellvertretend Barbara Henatsch anwesend. Durch die Bereitschaft zum Verkauf wurde es möglich, die Baumaßnahme in der heutigen Form umzusetzen und eine Alternative zu den ursprünglichen Planungen zu schaffen. Der Vorgang zeigt zugleich, dass bei Infrastrukturprojekten nicht allein politische Entscheidungen, Planungen und finanzielle Mittel entscheidend sind. Auch die Bereitschaft von Eigentümern, Flächen für eine Lösung zur Verfügung zu stellen, kann für das Gelingen eines Projekts von wesentlicher Bedeutung sein.

Der Dank der Verantwortlichen galt außerdem den Grundstückseigentümern, Anliegern und der angrenzenden Nachbarschaft. Eine Baumaßnahme dieser Größenordnung bringt zwangsläufig Belastungen mit sich: Lärm, Baustellenverkehr, Umleitungen, eingeschränkte Zufahrtsmöglichkeiten, Schmutz und Veränderungen im gewohnten Ablauf. Die unmittelbare Nachbarschaft musste diese Einschränkungen während der Bauphase hinnehmen. Bürgermeister Bagus würdigte ausdrücklich das Verständnis und die Geduld derjenigen, die täglich mit den Auswirkungen der Baustelle konfrontiert waren. Auch den Bürgerinnen und Bürgern von Uttrichshausen wurde für ihre Geduld gedankt. Eine solche Maßnahme bleibe für einen Ort nicht unsichtbar. Baustellen, Umleitungen, Lärm und Einschränkungen gehörten zur Realität eines solchen Projekts. Nach der langen Vorgeschichte sei nun jedoch der Zeitpunkt erreicht, an dem sich die Geduld aus Sicht der Verantwortlichen ausgezahlt habe.

Besonderen Dank richtete Bürgermeister Bagus auch an Ortsvorsteher Volker Röbig, der bei der Freigabe urlaubsbedingt nicht anwesend sein konnte. Röbig habe sich über Jahre mit großer Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit für die Verlagerung der Ortsdurchfahrt eingesetzt, immer wieder auf deren Notwendigkeit hingewiesen und das Anliegen Uttrichshausens gegenüber den zuständigen Stellen vertreten. Als Bindeglied zwischen Bürgern und Verantwortlichen würdigte auch Hessen Mobil die Arbeit des Ortsvorstehers und seines Stellvertreters. Für den Ortsbeirat Uttrichshausen dankte Mario Schebesta, stellvertretender Ortsvorsteher, allen Beteiligten, der es kurz und prägnant formulierte: „Was lange währt, wird endlich gut.“

Zu den weiteren Beteiligten, denen bei der Freigabe gedankt wurde, gehörten die Verantwortlichen bei Hessen Mobil, die zuständigen Ministerien, die Behörden des Landkreises Fulda, die politischen Vertreter auf verschiedenen Ebenen, die Mitarbeiter der Gemeinde, Fachbüros, Planer und Ingenieure sowie die ausführenden Unternehmen und deren Beschäftigte. Oliver Stinner hob insbesondere die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kalbach, dem Landkreis Fulda und dem Land Hessen hervor. Auch die Firma STRABAG mit Bauleiter Herrn Schneider und seinem Team habe durch eine zielgerichtete und lösungsorientierte Arbeitsweise zum Gelingen beigetragen.

Damit ist die Geschichte der Ortsumfahrung zwar an ihrem wichtigsten Punkt angekommen, doch sie endet nicht vollständig mit der Verkehrsfreigabe. Noch steht die Buswartehalle aus, die nachbestellt werden soll. Gleichzeitig beginnt nun die Phase, in der sich zeigen muss, ob die neue Verkehrsführung die Erwartungen erfüllt. Ihr Zweck ist klar umrissen: Der überörtliche Verkehr soll aus der engen und kurvenreichen Ortsdurchfahrt herausgehalten, der Schwerverkehr um den Ort herumgeführt und die Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Personennahverkehr verbessert werden.

Die neue Straße ist deshalb nicht allein nach ihrer Länge oder den investierten vier Millionen Euro zu beurteilen. Ihre Bedeutung liegt vor allem in der Veränderung, die sie für den Ort bringen soll. Kinder und Fußgänger sollen sich sicherer bewegen können, größere Fahrzeuge müssen die engen Bereiche der bisherigen Ortsdurchfahrt nicht mehr passieren, und der öffentliche Nahverkehr erhält bessere Bedingungen. Gleichzeitig wird mit der neuen Streckenführung eine Entwicklung umgesetzt, die bereits vor mehr als sechs Jahrzehnten als mögliche Lösung angelegt worden war.

Für Uttrichshausen ist die Verkehrsfreigabe damit mehr als der Abschluss einer Bauphase. Sie steht für einen langen Prozess, in dem eine zunächst festgelegte Trasse, eine jahrzehntelang vorgetragene Forderung, politische Initiativen, eine Machbarkeitsstudie, Planungen, Grundstücksfragen und schließlich die konkrete Bauausführung zusammengeführt wurden. Dass dies gelungen ist, führen die Beteiligten vor allem auf Beharrlichkeit und Zusammenarbeit zurück.

Für die Menschen in Uttrichshausen beginnt nun der Alltag mit der neuen Verkehrsführung. Die Straße soll den Ort sicherer, leistungsfähiger und lebenswerter machen. Ob sie diese Erwartungen langfristig erfüllt, wird sich im täglichen Verkehr zeigen. Der Ausgangspunkt allerdings ist eindeutig: Eine Forderung, die in den 1960er Jahren erstmals planerisch angelegt wurde und spätestens seit den 1990er Jahren mit Nachdruck als notwendige Verbesserung der Verkehrssicherheit beschrieben wurde, ist nun Realität geworden. Nach Jahrzehnten des Wartens ist die Ortsumfahrung freigegeben. +++ nh/ja


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