Klimaanpassung in Fulda: Rund 75 Bürger beteiligen sich an öffentlichem Klimaspaziergang

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Foto: Stadt

Wie verändert der Klimawandel eine Stadt, die auf Hitze, Starkregen und andere Extremwetterereignisse zunehmend vorbereitet sein muss? Und welche Möglichkeiten hat Fulda, die Folgen für ihre Bewohnerinnen und Bewohner abzumildern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Anfang der Woche der öffentliche Klimaspaziergang „Fulda auf dem Klimaradar“. Rund 75 Bürgerinnen und Bürger kamen zum Treffpunkt im Schlossinnenhof und machten damit deutlich, dass die Anpassung an die Folgen des Klimawandels nicht allein eine Aufgabe von Verwaltung und Fachplanern ist, sondern auch auf Interesse in der Stadtgesellschaft stößt.

Der einstündige Spaziergang führte vom Schloss durch die Innenstadt in Richtung Fulda-Aue. Dipl.-Ing. Sebastian Kupski vom Büro INKEK, dem Institut für Klima- und Energiekonzepte, erläuterte an verschiedenen Stationen, welche Auswirkungen steigende Temperaturen und Extremwetterereignisse auf Fulda haben können. Dabei ging es nicht nur um die messbaren Veränderungen des Klimas, sondern auch um die Frage, wie unterschiedlich Hitze innerhalb einer Stadt wahrgenommen wird. Je nach Aufenthaltsort, Bebauung oder verwendetem Bodenmaterial kann sich die Umgebung deutlich kühler oder heißer anfühlen.

Gerade darin liegt eine zentrale Herausforderung kommunaler Klimaanpassung: Die Folgen des Klimawandels treffen nicht jeden Ort einer Stadt gleichermaßen. Dicht bebaute und stark versiegelte Bereiche können sich bei hohen Temperaturen besonders aufheizen, während Stadtgrün und Wasser zur Abkühlung beitragen können. Auch die Gestaltung öffentlicher Räume spielt deshalb eine wichtige Rolle. Beim Klimaspaziergang wurde deutlich, welche Bedeutung Stadtgrün, Wasser und Bebauung für eine klimaresiliente Stadt haben und an welchen Stellen konkrete Maßnahmen ansetzen können, um die gefühlte Hitze zu reduzieren.

Der Rundgang war zugleich als Beteiligungsformat angelegt. Die Bürgerinnen und Bürger konnten ihre eigenen Erfahrungen, Einschätzungen und Fragen einbringen. Damit wurde das Thema Klimaanpassung aus der abstrakten Ebene eines kommunalen Fachkonzepts in die konkrete Lebenswirklichkeit der Stadt geholt. Denn wer sich regelmäßig in den Straßen, Plätzen und Grünanlagen Fuldas aufhält, erlebt Unterschiede bei Hitze oder Starkregen unmittelbar und kann auf problematische Orte ebenso hinweisen wie auf Bereiche, die bereits heute als angenehm empfunden werden.

Der Klimaspaziergang ist Bestandteil der laufenden Arbeiten am kommunalen Klimaanpassungskonzept der Stadt Fulda. Das Büro INKEK erarbeitet dieses gemeinsam mit dem Büro intep und dem Klimaanpassungsmanagement der Stadt. Die während des Spaziergangs angesprochenen Fragen und eingebrachten Perspektiven der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in die weitere Arbeit einfließen und damit einen wichtigen Teil der Gesamtbetrachtung bilden.

Dem öffentlichen Spaziergang war bereits eine Online-Beteiligung vorausgegangen. Auch die dort eingegangenen Rückmeldungen werden für das Klimaanpassungskonzept ausgewertet. Die Stadt setzt damit auf mehrere Formen der Bürgerbeteiligung, um nicht ausschließlich fachliche Analysen und planerische Erkenntnisse in die künftigen Maßnahmen einfließen zu lassen. Gerade bei einem Thema wie der Klimaanpassung, dessen Auswirkungen im Alltag unmittelbar spürbar sind, können solche Erfahrungen für die Planung von Bedeutung sein.

Das Interesse von rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigt zugleich, dass die Frage nach der Anpassung an den Klimawandel in Fulda auf Resonanz stößt. Entscheidend wird nun sein, welche konkreten Konsequenzen aus den Erkenntnissen und den Rückmeldungen gezogen werden. Ein Klimaanpassungskonzept kann dabei nur der Anfang sein. Seine Bedeutung wird sich daran messen lassen, ob daraus nachvollziehbare Maßnahmen für jene Orte und Situationen entstehen, an denen die Folgen von Hitze, Starkregen und anderen Extremwetterereignissen besonders deutlich werden.

Das fertige Klimaanpassungskonzept soll Anfang 2027 vorgestellt werden. Dann wird sich auch zeigen, wie stark die Erfahrungen und Anregungen aus der Bürgerschaft Eingang in die weitere Planung gefunden haben. Der Klimaspaziergang hat dafür einen konkreten Beitrag geleistet: Er machte sichtbar, dass Klimaanpassung nicht nur eine Frage von Daten, Gutachten und Konzepten ist, sondern letztlich darüber entscheidet, wie lebenswert und widerstandsfähig die Stadt unter veränderten klimatischen Bedingungen bleibt. +++


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