Florian Fritzsch will seine Arbeit als Bürgermeister von Großenlüder fortsetzen. Der seit April 2021 amtierende, parteilose Rathauschef kündigt seine erneute Kandidatur für die Direktwahl am 15. November 2026 an. Der 44-Jährige tritt unter dem Motto „Mit Erfahrung. Mit Herz. Mit Großenlüder.“ an. Hinter dem Slogan steht ein Anspruch, der über den bloßen Wunsch nach einer weiteren Amtszeit hinausgeht: Fritzsch will Begonnenes zu Ende führen und die Entwicklung der Gemeinde langfristig weitergestalten.
„Ich nehme diese Aufgabe von ganzem Herzen gerne wahr. Der direkte Kontakt mit den Menschen, das Gestalten vor Ort und das Gefühl, etwas für die Heimatgemeinde bewirken zu können – das beflügelt mich täglich“, beschreibt Fritzsch seine Motivation. Zugleich versucht er, seine Kandidatur nicht als Selbstzweck darzustellen. „Es geht mir nicht darum, im Amt zu bleiben. Es geht mir darum, dass ich noch etwas vorhabe – und bereit bin, dafür weiterhin Verantwortung zu übernehmen.“ Nach sechs Jahren im Amt zieht er eine persönliche Bilanz, die Anspruch und Selbstkritik miteinander verbindet. „Ich habe gesehen, was funktioniert – und auch, wo wir noch besser werden müssen. Die Lernphase ist vorbei. Jetzt kann ich meine Erfahrung noch stärker einsetzen.“
Sein politisches Leitbild für eine zweite Amtszeit fasst Fritzsch in einem Satz zusammen: „Was gut funktioniert, soll erhalten bleiben. Was sich verändern muss, soll angepackt werden.“ Dahinter steht die Vorstellung, dass kommunale Entwicklung nicht allein über einzelne Projekte und kurzfristige Entscheidungen funktioniert. Wer eine Gemeinde dauerhaft verändern wolle, brauche Zeit, Kontinuität und eine klare Vorstellung von ihrer künftigen Entwicklung. „Wer eine Vorstellung davon hat, wie sich die Gemeinde in zehn oder fünfzehn Jahren entwickeln soll, braucht einen langen Atem – und einen Plan davon, wohin die Reise geht. Den langen Atem bringe ich mit. Und den Plan auch.“
Fritzsch verweist dabei auf eine Reihe von Vorhaben, die während seiner ersten Amtszeit umgesetzt oder auf den Weg gebracht wurden. Die medizinische Versorgung in der Gemeinde wurde durch die Ansiedlung einer Zweigstelle des Landarzt-MVZ sowie einer psychologischen Psychotherapeutin gestärkt. Mehrere Radwege konnten mit hohen Fördergeldern von Bund, Land und Landkreis realisiert werden. Im Jahr 2022 wurde das Ortsjubiläum „1.200 Jahre Großenlüder“ gefeiert. Mit der Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie und der Durchführung des SILEK-Prozesses entstanden zudem Planungsgrundlagen für die langfristige Entwicklung der Gemeinde.
Auch bei kommunalen Gebäuden und der Infrastruktur wurden Projekte umgesetzt. Dazu gehören die energetische Sanierung des Bürgerhauses Kleinlüder, die Sanierung der Schänke und der sanitären Anlagen im Bürgerhaus Müs sowie der Einstieg in ein intelligentes digitales Wassermanagement. Die Bilanz der ersten Amtszeit ist damit zugleich der Ausgangspunkt für die nächste. Denn wesentliche Vorhaben sind noch nicht abgeschlossen.
Gerade darin sieht Fritzsch ein wesentliches Argument für seine erneute Kandidatur. „Ich möchte nicht nur Projekte beginnen. Ich möchte erleben und verantworten, dass sie vollendet werden.“ Dazu gehört die vollständige Umsetzung des gemeindlichen Beleuchtungskonzepts mit moderner LED-Technik und intelligenter Beleuchtungssteuerung. Auch der Bauhof soll zu einem modernen und zukunftsfähigen Arbeitsstandort weiterentwickelt werden. Hinzu kommt die Frage, wie das frei werdende Bauhof-Areal im Kernort künftig genutzt werden kann.
Darin liegt nach den Vorstellungen des Bürgermeisters zugleich eine Möglichkeit, die Sicherheitsinfrastruktur der Gemeinde neu zu ordnen. Auf dem Areal könnte ein gemeinsamer Standort für die Freiwillige Feuerwehr mit erweitertem Stützpunkt und den Malteser Rettungsdienst entstehen. Damit würde nicht lediglich eine kommunale Fläche neu genutzt, sondern zugleich ein Vorhaben verfolgt, das Auswirkungen auf die Sicherheitsinfrastruktur und die Notfallversorgung der Bevölkerung in der gesamten Gemeinde hätte.
Für die Jahre 2027 bis 2033 hat Fritzsch nach eigenen Angaben ein umfassendes Programm entwickelt. Einen Schwerpunkt bildet die Stärkung von Gemeinschaft und Ehrenamt. Dabei setzt er nach eigener Darstellung auf persönliche Wertschätzung und nicht allein auf finanzielle Förderung. Hinzu kommen eine ehrliche und transparente Haushaltskonsolidierung sowie die Entwicklung eines modernen und nachhaltigen Gewerbestandorts. Dieser soll die vielfältige Gewerbelandschaft der Gemeinde langfristig stärken und zugleich einen Beitrag zur Sicherung der Gemeindefinanzen leisten.
Auch die Beteiligung unterschiedlicher Generationen soll ausgebaut werden. Fritzsch will Beteiligungsformate für Jugendliche ebenso wie für Seniorinnen und Senioren weiterentwickeln. Gleichzeitig kündigt er einen konsequenten Kurs bei Natur- und Klimaschutz an. Kultur soll stärker als Ort der Begegnung und der gesellschaftlichen Reflexion verstanden werden. Mit der Einleitung eines Dorfentwicklungsprozesses und einer deutlich stärkeren Hinwendung zum Tourismus nennt Fritzsch zudem zwei Bereiche, von denen er neue Impulse für die Gemeinde und ihre Ortsteile erwartet.
Damit verbindet sich seine Kandidatur mit einer politischen Grundentscheidung: Die zweite Amtszeit soll nach seiner Vorstellung weniger ein Neustart als vielmehr die Fortsetzung einer Entwicklung sein, deren erste Grundlagen bereits gelegt wurden. Erfahrung wird dabei zum politischen Argument, zugleich aber auch zur Verpflichtung, aus den vergangenen Jahren Konsequenzen zu ziehen und offene Aufgaben nicht aus dem Blick zu verlieren.
Am Ende steht deshalb nicht nur die Bitte um eine weitere Amtszeit, sondern auch die ausdrückliche Bereitschaft, sich dem Urteil der Wählerinnen und Wähler zu stellen. „Ich stelle mich erneut der Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger – und ich freue mich auf diesen demokratischen Wettbewerb“, erklärt Fritzsch. Ob die Bürgerinnen und Bürger von Großenlüder seinem Kurs weitere sechs Jahre anvertrauen, entscheidet sich bei der Direktwahl am 15. November 2026. +++

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