
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat das Verbundwerk Werra des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S am Standort Unterbreizbach besucht. Gemeinsam mit dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Dr. Christian H. Meyer und dem Betriebsrat informierte sich Voigt bei einer Grubenfahrt über die Herausforderungen der Kaliproduktion und die Zukunft des Werra-Kalireviers.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige und zugleich nachhaltige Rohstoffproduktion in Deutschland. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Entsorgungsmöglichkeiten für die flüssigen Rückstände, die bei der Kaliproduktion zwangsläufig anfallen. Für K+S ist diese Frage von erheblicher Bedeutung für die langfristige Perspektive des Standorts und des gesamten Werra-Reviers.
K+S-Vorstandsvorsitzender Meyer betonte die Bedeutung des Standorts für Thüringen und Hessen. „Die Zukunft des Werra-Reviers ist für Thüringen und Hessen gleichermaßen von großer Bedeutung“, sagte Meyer. Politik, Unternehmen und Arbeitnehmervertreter müssten gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten, damit Rohstoffgewinnung und -aufbereitung auch künftig im Werratal möglich seien. Voigt habe deutlich gemacht, welchen Stellenwert Industriearbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und eine starke Rohstoffwirtschaft für Thüringen hätten.
Auch Voigt stellte die industrielle Bedeutung des Werra-Werks heraus. „Das Werk Werra ist ein wichtiger industrieller Anker für das Werratal“, sagte der Ministerpräsident. Es gehe um viele gute Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und die Versorgung mit wichtigen heimischen Rohstoffen. Thüringen wolle, dass diese Rohstoffe auch künftig gewonnen werden könnten. Gleichzeitig bestehe eine besondere Verantwortung für Werra und Weser. Industrielle Zukunft, sichere Arbeitsplätze sowie ein wirksamer Umwelt- und Gewässerschutz müssten deshalb dauerhaft miteinander verbunden werden. Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und tragfähige Lösungen.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die Entsorgung der flüssigen Rückstände ab dem Jahr 2028. Dabei ging es insbesondere um die Bewirtschaftungsplanung der Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser) sowie um die wasserrechtliche Einleiterlaubnis für die Zeit nach 2027. K+S verwies auf die Fortschritte, die bei der Reduzierung der Produktionswässer und bei der Entlastung von Werra und Weser bereits erzielt worden seien. Gleichzeitig hätten sich die Rahmenbedingungen für die Entsorgung verändert.
Als zentraler Baustein im Maßnahmenprogramm der FGG Weser war die Einstapelung im Grubenfeld Springen vorgesehen. Nach einem langjährigen Genehmigungsprozess wurde dieser Entsorgungsweg jedoch wegen des fehlenden Einvernehmens der hessischen Genehmigungsbehörde nicht zugelassen. Aus Sicht von K+S muss diese veränderte Ausgangslage bei der Überprüfung der Bewirtschaftungsplanung angemessen berücksichtigt werden.
„Wir haben Werra und Weser bereits ganz erheblich entlastet und werden diesen Weg fortsetzen“, sagte Meyer. Gleichzeitig müssten die tatsächlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, damit K+S seinen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Rohstoffunabhängigkeit Deutschlands und Europas weiterhin leisten könne. Der Austausch mit Ministerpräsident Voigt habe gezeigt, dass die Bedeutung verlässlicher und praxisgerechter Lösungen für die Zukunft der Region und ihrer Arbeitsplätze verstanden werde.
Bei seinem Besuch erhielt Voigt zudem einen Einblick in das Transformationsprojekt Werra 2060. K+S investiert rund 600 Millionen Euro in die grundlegende Umstellung der Produktionsverfahren auf eine trockene Aufbereitung und in die weitere Verringerung der Umweltauswirkungen. Das Vorhaben wird nach Angaben des Unternehmens sozialpartnerschaftlich von Management und Arbeitnehmervertretung gemeinsam getragen und gestaltet.
Für den Standort Unterbreizbach bedeutet Werra 2060 insbesondere den langfristigen Erhalt der Fabrik sowie eine deutliche Verlängerung der Laufzeit der untertägigen Rohsalzgewinnung in der Thüringer Grube. Das Projekt soll damit eine langfristige Perspektive für den Standort und das gesamte Werk Werra schaffen.
Voigt zeigte sich von den Plänen überzeugt. „Eine Investition von rund 600 Millionen Euro ist ein starkes Bekenntnis zur Zukunft des Werra-Reviers“, sagte der Ministerpräsident. Mit Werra 2060 gehe K+S einen wichtigen Schritt, um die Produktion moderner aufzustellen, Umweltbelastungen weiter zu reduzieren und Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in der Region langfristig zu erhalten.
Die Landesregierung werde diesen Weg begleiten, erklärte Voigt. Gemeinsames Ziel sei es, den Rohstoffabbau langfristig zu sichern und zugleich die Belastungen für Werra und Weser weiter zu verringern. Entscheidend sei, dass wirtschaftliche Zukunft und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gemeinsam gedacht würden.
K+S-Chef Meyer unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Beschäftigten für die geplante Transformation. „Wir gestalten die Transformation gemeinsam mit unseren Beschäftigten“, sagte er. Werra 2060 sichere die Zukunft der Kaliproduktion im Werra-Revier. Zugleich übernehme K+S damit Verantwortung für die langfristige Rohstoffresilienz der Gesellschaft. +++
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