Koalition will mehr Einsatz gegen Hass im Netz

Berlin. Der Kampf der sozialen Netzwerke gegen Hass-Inhalte im Netz geht der Großen Koalition nicht weit genug. „Ich sehe, dass sich die Plattformen bewegen, aber ich erwarte, dass sie noch mehr tun“, sagte Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, dem „Handelsblatt“. „Es geht nicht ohne politische Maßnahmen.“ In einem am Dienstagabend beschlossenen Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion fordert die Partei, dass offensichtlich rechtswidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden müssen. Bei komplizierteren Fällen soll die Löschung spätestens binnen sieben Tagen erfolgen, heißt es laut Zeitung in dem Papier.

Zur Beschleunigung der Reaktionszeiten bei den Landgerichten sollen Spezialkammern und spezialisierte Staatsanwaltschaften eingerichtet werden. Es müsse außerdem möglich sein, Entscheidungen der Plattformanbieter juristisch überprüfen zu lassen und gegen diese Entscheidungen vorzugehen. Die letztgültige Entscheidung, wenn es um die Einschränkung der Meinungsfreiheit geht, müsse bei der Justiz bleiben. Im Ressort von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wird derzeit über eine neue Regelung nachgedacht, um dem Hass im Netz Herr zu werden „Es dauert noch zu lange, bis rechtswidrige Inhalte in sozialen Netzwerken gelöscht werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Nadine Schön. „Wir kommen an einer Rechtsverschärfung nicht vorbei und brauchen endlich einen konkreten Gesetzentwurf.“

Kipping besorgt über sexistische Hasskommentare im Netz

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat sich besorgt über sexistische Hasskommentare in sozialen Medien geäußert. Diese seien „Teil einer patriarchalen Gegenrevolution“, sagte Kipping der Tageszeitung „Neues Deutschland“. Anlässlich des internationalen Frauentags betonte Kipping gleichzeitig, dass es bei der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in den vergangenen Jahren Fortschritte gegeben habe. „Es ist viel ins Wanken gekommen“, so Kipping. „Es gibt zum Beispiel immer mehr Väter, die genau so viel Zeit mit dem Kind verbringen wollen wie die Frau. Oder nehmen wir sexistische Sprüche: Sie werden immer mehr mit einem mitleidigen Schmunzeln bedacht. Wenn der Schenkelklopfer plötzlich ausbleibt, fallen manche in eine Krise. Eine Krise der Männlichkeit.“ +++


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