Katholikenrat im Bistum Fulda hat über Strategien und Handeln in Krisenzeiten beraten

Katholikenrat im Bistum Fulda. Foto: privat

Mit den Wegen zur Bewältigung vielschichtiger Krisen und den dafür notwendigen strategischen Ansätzen hat sich die Herbst-Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Fulda befasst. Das pastorale Laiengremium der Diözese nutzte die Zusammenkunft für eingehende Analysen und verknüpfte gesellschaftliche sowie kirchliche Perspektiven, um Handlungsoptionen für unsichere Zeiten zu erörtern.

Im Mittelpunkt standen zwei Fachvorträge, die das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten. Ausgehend von einer Welle hybrider Angriffe skizzierte Oberst i.G. Armin Schaus als Vertreter der Bundeswehr die aktuelle und sich verschärfende Bedrohungslage sowie den „Operationsplan Deutschland“. Dabei hob er die Bedeutung einer breit gefächerten Information und des regelmäßigen Austauschs verschiedener gesellschaftlicher Akteure hervor, zu denen auch die Kirchen gehören. Domkapitular Prof. Dr. Tonke Dennebaum vom Kommissariat der deutschen Bischöfe regte im Kontext dieser Ausführungen an, einen kontinuierlichen Denkprozess in Gang zu setzen, um die Thematik präsent zu halten und tiefer in die Gesellschaft zu tragen. Unter Einbeziehung der Vernetzung zur hessischen Landesregierung betonte er, dass die zentrale Frage für die Kirchen darin bestehe, was sie für Menschen in Notlagen leisten können. An vorderster Stelle stehe das Vermitteln von Sicherheit, persönlicher Ansprache und Mut, getragen von einer glaubhaften und transparenten Krisenkommunikation.

Ergänzt wurden die Impulse durch einen Bericht von Fuldas Generalvikar Dr. Martin Stanke, der den Delegierten den aktuellen Stand und die strategische Ausrichtung der im Bischöflichen Generalvikariat etablierten Arbeitsgruppe „Handeln in Krisen“ darlegte. In Notlagen komme es darauf an, den Menschen durch verlässliche seelsorgerische und pastorale Betreuung zur Seite zu stehen. Die anschließenden Diskussionen verdeutlichten die enge Verflechtung sicherheitspolitischer, gesellschaftlicher und ethisch-kirchlicher Fragestellungen. Die Referenten würdigten die thematische Befassung des Gremiums und baten die Delegierten darum, als Multiplikatoren in ihren jeweiligen Wirkungsfeldern aufzutreten.

In einem per Video übermittelten Grußwort dankte Bischof Dr. Michael Gerber den Mitgliedern des Katholikenrates für ihr Engagement bei der Begleitung des Prozesses der Synodalität im Bistum. Synodalität sei primär eine Frage der Haltung, die Struktur folge erst danach. Gerber rief die Anwesenden dazu auf, in ihrem Umfeld für engagierte Frauen und Männer zu werben. Zudem ging der Bischof auf die jüngste Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda ein, die sich unter anderem mit der Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. befasst hatte. Das Schreiben widmet sich dem ethischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz und dem Schutz der Menschenwürde im digitalen Zeitalter. Beim Einsatz von KI gelte es, gleichermaßen wachsam und vorsichtig vorzugehen, um die Technologie so gewinnbringend wie möglich anzuwenden. Zugleich appellierte Gerber an den Rat, aufmerksam und aktiv zu bleiben, um Menschen für den Glauben zu gewinnen, da solche gelingenden Erfahrungen das eigentliche Wesen von Kirche ausmachten. +++


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