Kanalsanierung zwischen Buchenrod und Langenau: Flieden investiert in den Schutz von Trinkwasser und Umwelt

Kanalarbeiten

Die Gemeinde Flieden hat die umfangreiche Sanierung des Verbindungssammlers zwischen Buchenrod und Langenau weitgehend abgeschlossen. Notwendig geworden war die Maßnahme, nachdem Untersuchungen Schäden an mehreren Kanalhaltungen festgestellt hatten. Um die Betriebssicherheit des rund 3,5 Kilometer langen Verbindungssammlers dauerhaft zu gewährleisten und zugleich den besonderen Anforderungen des Trinkwasserschutzes gerecht zu werden, entschied sich die Gemeinde für eine umfassende Sanierung der betroffenen Leitungsabschnitte. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 750.000 Euro. Bis zur endgültigen Fertigstellung im August 2026 stehen noch einzelne Instandsetzungsarbeiten an Kanal- und Schachtbauwerken aus.

Dem Projekt kam besondere Bedeutung zu, da große Teile des Verbindungssammlers durch die Wasserschutzzonen II und III des Tiefbrunnengebiets bei Langenau verlaufen. Über diese Leitung wird das Abwasser aus dem Ortsteil Buchenrod über weitere Sammler zur Kläranlage Flieden transportiert. Der offizielle Baubeginn erfolgte Ende April 2026, während die vorbereitenden Reinigungs- und Fräsarbeiten bereits am 30. März aufgenommen worden waren.

Den Schwerpunkt der Arbeiten bildete die Sanierung mit dem modernen Schlauchlinerverfahren. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch in den bestehenden Kanal eingezogen und anschließend ausgehärtet. Auf diese Weise entsteht innerhalb des vorhandenen Rohres ein neues, dauerhaft dichtes Rohr, ohne dass großflächige Erdarbeiten oder umfangreiche Aufgrabungen erforderlich werden. In den Wasserschutzgebieten wurden 13 Kanalhaltungen mit einer Gesamtlänge von rund 900 Metern auf diese Weise saniert. Außerhalb der Schutzgebiete kamen bei weiteren neun Kanalhaltungen mit einer Gesamtlänge von rund 500 Metern ebenfalls Schlauchliner zum Einsatz.

Die betroffenen Leitungsabschnitte verlaufen überwiegend durch befestigte und unbefestigte Wirtschaftswege, Waldflächen sowie Wiesenbereiche. Teilweise erschwerte die eingeschränkte Zugänglichkeit der Kontrollschächte die Arbeiten, sodass zunächst Schachtbauwerke und Schachtabdeckungen geortet und freigelegt werden mussten.

Für die Gemeinde Flieden ist der Einsatz der Inlinertechnik keine Premiere. Bereits bei einer früheren Maßnahme wurde das Verfahren erfolgreich angewendet. Die nun sanierte Strecke erreicht jedoch eine deutlich größere Dimension und zählt zu den bislang umfangreichsten Anwendungen dieser Bauweise im Gemeindegebiet.

Gerade innerhalb der Wasserschutzzonen bietet das Schlauchlinerverfahren erhebliche Vorteile. Da die vorhandenen Leitungen erhalten bleiben und Eingriffe nur punktuell notwendig sind, werden Boden und Vegetation wesentlich geringer belastet als bei einer vollständigen Erneuerung in offener Bauweise. Dies kommt insbesondere den sensiblen Trinkwasserschutzbereichen zugute. Die Wasserbehörde bevorzugte dieses Verfahren und erteilte dafür die erforderliche Genehmigung.

Darüber hinaus verbessert die Sanierung die Dichtheit des gesamten Kanalsystems nachhaltig. Dadurch wird verhindert, dass Fremdwasser in die Kanalisation eindringt oder Abwasser in den Untergrund austritt. Im Bereich der Wasserschutzzone II wurden mehrere Kanalabschnitte zu längeren Schlauchlinerstrecken zusammengefasst, um die Zahl der Schächte zu reduzieren und den Schutz des Grundwassers langfristig weiter zu verbessern.

Fliedens Bürgermeister Christopher Gärtner unterstreicht die Bedeutung der Investition: „Mit der Sanierung investieren wir gezielt in den langfristigen Schutz unseres Trinkwassers und in eine leistungsfähige Abwasserinfrastruktur. Das Schlauchlinerverfahren hat sich dabei als wirtschaftliche und umweltschonende Lösung bewährt. Gerade in den sensiblen Wasserschutzgebieten können wir die Eingriffe in Natur und Boden auf ein Minimum reduzieren und gleichzeitig die Betriebssicherheit des Kanalsystems für viele Jahrzehnte sichern.“

Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Aarsleff Rohrsanierung GmbH, Niederlassung Ilmenau. Planung und Bauleitung übernahm die RhönEnergie Effizienz + Service GmbH aus Fulda. Nach Abschluss der Inlinersanierung folgen noch einzelne Instandsetzungsarbeiten an Kanal- und Schachtbauwerken. Mit deren Fertigstellung soll die Gesamtmaßnahme voraussichtlich im August 2026 abgeschlossen werden. +++


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