Wenn es eine Phase gibt, die alles andere als einfach ist, dann diese. Das ist im richtigen Leben so, und dieses Tal gibt es auch im Sport. Die Fußballer des Hünfelder SV durchlebten in den ersten Wochen der aktuellen Hessenliga-Saison eine tolle bis etwas berauschende Zeit mit 16 Punkten aus den ersten sieben Spielen – zuletzt aber mussten sie vier Niederlagen in Folge schlucken. Und nun reisen sie am Sonntag zu TuBa Pohlheim, Anstoß dort: 14 Uhr in Pohlheim-Holzheim. Der Neunte der Tabelle tritt beim Achten an, beide trennt nur ein Punkt, die Teams weisen beinahe dieselbe Tordifferenz aus.
TuBa Pohlheim, da war doch was … Richtig, der HSV siegte dort vor Wochen im Hessenpokal in einem dramatischen Elfmeterschießen – und qualifizierte sich für das Duell mit dem klassenhöheren Regionalligisten FSV Frankfurt; ein Abend, der unvergessen bleibt in der Rhönkampfbahn. Hünfelds Trainer Benjamin Fuß etikettiert dem Kontrahenten „viel Qualität in der Offensive. Mit zwei pfeilschnellen Spielern, Filsinger und Cloos“. Seit dem Pokalspiel habe er den Gegner schon wieder zweimal beobachten können, bemerkt Fuß. Pohlheim beeindruckte in seinen beiden letzten Spielen: Es gewann in seiner letzten Aufgabe mit 1:0 bei Regionalliga-Absteiger Alzenau (Philipp Cloos erzielte nach einer Stunde das Siegtor) – und unterlag zuvor gegen Stadtallendorf, das derzeitige „Überflieger-Team“ der Liga und aktueller Spitzenreiter der Klasse, lediglich mit 0:1. „Das wird wieder eine 50:50-Angelegenheit“, wagt der HSV-Coach einen Blick voraus.
Das Team aus Hünfeld hatte ausnehmend kein Spielglück in den letzten Wochen. Auch das Heimspiel gegen Türk Gücü Friedberg (0:2) hätte es durchaus gewinnen, sich für den Aufwand belohnen und für sich entscheiden können. „Man sieht“, nennt Fuß die positiven Dinge, „dass wir mit allen Mannschaften der Liga mithalten können“. Negativ blieben halt die Resultate haften im Ergebnissport Fußball. Zumindest 80 Minuten war der HSV gegen das favorisierte Türk Gücü auf Augenhöhe – bis das Pech in Form eines nicht anerkannten Fröhlich-Tores, einem nicht gegebenen Elfmeter nach Foul an ihm, einige verdammt unglückliche Schiri-Entscheidungen den Weg pflasterten; aber auch das defizitäre Verteidigen beim 0:1. „Es fehlt hat so‘n bisschen die letzte Konsequenz“, merkt Fuß an, „hinten und vorne“.
Zu allem Überfluss holte sich Kapitän Marcel Dücker in den überhitzten Schlussminuten – worin auch der Schiri maßgeblich Anteil hatte -, die Rote Karte ab. Anstatt seiner gibt es Optionen – aber es bleiben nicht so viele; Zentgraf, Häuser, vielleicht sogar Allrounder Paliatka. Eine andere Möglichkeit wäre es, „Linde“ offensiver einzusetzen – wenn das nicht zuviele der Umstellungen wären. Unterdessen hatte ein nicht genannter HSV-Fan einen Traum: dass bei „Jemo“ Kassa wieder der Knoten platzt. „Wenn du ihn am Mittwoch im Training gesehen hättest“, urteilt sein Trainer, „er hat die Qualität und den Moment, den Unterschied zu machen“. Neben Dücker fehlen die verletzten Witkowski und Göbel. Doch es zählen eh jene, die auf dem Platz stehen und auf der Bank sitzen. Um im Anschluss eine der fast schon legendären Sieg-Feiern des HSV nach Auswärts-Spielen zu erleben. +++ rl

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