Wenn sich jetzt der Besuch in der Rhönkampfbahn nicht lohnt, wann eigentlich dann? Der Hünfelder SV hat die Aufgabe, in die Rolle eine dieser modischen „Challenges“ zu schlüpfen – denn an diesem Tag ist er wahrlich ein Außenseiter. Er fordert den Spitzenreiter der Fußball-Hessenliga, Eintracht Stadtallendorf heraus. Spielbeginn nochmals: 15 Uhr. Nackte Zahlen des Zugangs: Achter gegen Ersten, 22 Punkte gegen 33. 23:23 gegen 42:12 Tore. Doch, wer weiß es nicht: Zahlen, Daten und Fakten machen nur die Statistik fett. Und Fußball-Interessierte tun gut daran, statistische Werte nicht zu hoch zu hängen.
Da Sport nicht zuletzt die Geschichte einer Entwicklung und eines Prozesses ist, ist es Benjamin Fuß wichtig, zunächst auf das vergangene Spiel zu blicken. Denn das bescherte dem Trainer, dem Staff und der Mannschaft nach vier Niederlagen am Stück und einer sehrt bescheidenen Torquote ein 2:1-Sieg bei Turabdin Pohlheim. „Das war natürlich für alle und besonders für die Jungs ein Super-Gefühl“, gewährt Hünfelds Coach einen Besuch in der Psyche.
Natürlich ist er sich bewusst, dass jetzt „nochmal ein ganz anderer Gegner, eine ganz andere Qualität auf uns zu kommt“. Mit einer „brutalen Offensive“ – um die Namen Jacob Pistor, Damijan Heuser oder Loris Weiss stellvertretend zu nennen; vom hochaufgeschossenen Leon Lindenthal ganz zu schweigen. Stadtallendorf bringt die Empfehlung mit, in sieben Auswärtsspielen 21 Tore geschossen zu haben.
Bangemachen gilt indessen nicht beim HSV. „Wir können selbstbewusst ins Spiel gehen und wissen, was wir können“, urteilt Fuß. Gegen Pohlheim habe man sich belohnt, auch in Unter-Flockenbach oder Türk Gücü gezeigt, dass man konkurrieren und mit jedem der Hessenliga mithalten könne. Es komme besonders darauf an, schiebt der Coach nach, Mentalität und Intensität auf den Platz zu bringen. Aller Wahrscheinlichkeit nach findet das Spiel auf Rasen statt – und dort seien diese Eigenschaften in erster Linie gefragt. Es müsse „alles passen“ gegen den Spitzenreiter.
Eventuell kehrt Bartosz Witkowski in den Kader zurück. Personell gibt es ansonsten keine Bewegungen beim HSV. Max Vogler, der sich einen Anriss des Syndesmosebandes zugezogen hatte, ist inzwischen wieder ins Individualtraining eingestiegen; die Rückkehr auf den Platz dauert aber noch eine Weile. Und alle, die sich dem HSV nahe fühlen, gehen davon aus, dass es sich lohnt, am Samstag in der Rhönkampfbahn lohnt. +++ rl


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