Hohe Waldbrandgefahr in großen Teilen Hessens

Die anhaltende Trockenheit und das Ausbleiben ergiebiger Niederschläge verschärfen die Waldbrandgefahr in Hessen weiter. Das Hessische Forstministerium hat deshalb am Montag die erste von zwei Alarmstufen, die Alarmstufe A, für die hessische Forstverwaltung ausgerufen. Der vorsorgliche Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer Wetterlage, die nach Einschätzung der Behörden vorerst keine nachhaltige Entspannung erwarten lässt. Zwar gab es lokal Niederschläge, diese reichten jedoch nicht aus, um die Situation im Wald spürbar zu verbessern. Nach den aktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes besteht in weiten Teilen Hessens eine hohe Waldbrandgefahr. Ergiebiger Regen ist landesweit derzeit nicht in Sicht. Die Kombination aus anhaltender Trockenheit und sommerlichen Temperaturen hält die Gefahrenlage auf einem angespannten Niveau.

Die Entwicklung zeichnet sich bereits seit Monaten ab. Wiederholt blieben weite Teile Hessens ohne nennenswerte Niederschläge. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen im Juli lediglich 14 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 ein historischer Tiefstand. Gleichzeitig führten hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung dazu, dass sich der Wassermangel weiter verschärfte. Besonders betroffen sind die Bodenvegetation sowie unverwertbares Kronenrestholz, Reisigmaterial und abgestorbene Bäume. Sie sind inzwischen stark ausgetrocknet und stellen leicht entzündbares Material dar.

Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich bereits deutlich. Seit Jahresbeginn wurden in Hessen rund 100 Waldbrände registriert. Die betroffene Fläche beläuft sich auf etwa 165.000 Quadratmeter und entspricht damit ungefähr der Größe von 23 Fußballfeldern.

Mit der Ausrufung der zweithöchsten Alarmstufe werden die Schutzmaßnahmen nun deutlich ausgeweitet. Besonders gefährdete Waldgebiete sollen verstärkt überwacht werden. Gleichzeitig stellt die Forstverwaltung ihre technische Einsatzbereitschaft sicher und intensiviert die Zusammenarbeit mit den örtlichen Brandschutzdienststellen. In besonders gefährdeten Waldgebieten und an Waldrändern kann es zur Schließung von Grillplätzen kommen. Im Einzelfall schließen die Behörden auch vorübergehende Sperrungen von Waldwegen oder ganzer Waldflächen nicht aus. Für mögliche Einschränkungen bittet das Forstministerium die Bevölkerung bereits jetzt um Verständnis.

Mit Blick auf die derzeit intensive Nutzung der Wälder ruft das Ministerium alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher zu besonderer Vorsicht auf. Im Wald gilt grundsätzlich ein Rauchverbot. Eine erhebliche Gefahr geht zudem von achtlos aus Fahrzeugen geworfenen Zigarettenkippen entlang von Straßen aus. Ebenso wird darum gebeten, Zufahrtswege zu den Wäldern nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Autos sollten ausschließlich auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden und möglichst nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen. Feuer dürfen außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen nicht entzündet werden. Auf den Grillplätzen ist darauf zu achten, Funkenflug zu vermeiden und Feuer beim Verlassen vollständig zu löschen. Bereits bestehende Einschränkungen sind einzuhalten. Wer einen Waldbrand entdeckt, soll umgehend die Feuerwehr über den Notruf 112 verständigen. +++


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