Hohe Arbeitslosigkeit bei Ungelernten

Qualifizierung bleibt daher der Schwerpunkt unserer Arbeit

Wiesbaden. Es ist fast schon eine Binsenweisheit: Menschen ohne Berufsausbildung haben im Vergleich zu Menschen mit Berufsabschluss oder Hochschulstudium ein höheres Risiko arbeitslos zu werden. Entsprechend geringer sind ihre Chancen eine Beschäftigung zu finden, und das Risiko langzeitarbeitslos zu werden ist höher. Die Regionaldirektion Hessen kann seit Juni die harten Fakten zu dieser These beisteuern.

In Hessen lag die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsabschluss 2016 bei 17,7 Prozent. Sie war damit sechsmal so groß wie die von Personen, die eine betriebliche oder schulische Ausbildung vorweisen konnten (3,1 Prozent). Akademiker schnitten am besten ab: Ihre Arbeitslosenquote lag bei 2,1 Prozent. Insgesamt wurde im Jahresdurchschnitt 2016 in Hessen eine Quote von 5,3 Prozent erreicht.

Im Vergleich mit dem Bundesgebiet, West- und Ostdeutschland schneidet Hessen mit den oben erwähnten 17,7 Prozent bei der Arbeitslosenquoten von Ungelernten gut ab. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 20,0 Prozent und in Westdeutschland bei 18,4 Prozent. Weitaus deutlicher ist der Abstand zu den neuen Bundesländern, die eine Quote von 31,7 Prozent erreichten.

Die Zahlen belegen den direkten Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und dem Risikofaktor Arbeitslosigkeit. Eine gute Qualifikation ist zusätzlich ein entscheidender Faktor für ein höheres Einkommen. Umgekehrt wird ein ungelernter Arbeitnehmer einen niedrigen Lohn in Kauf nehmen müssen.

„Qualifizierung bleibt daher der Schwerpunkt unserer Arbeit“, betont Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. „In diesem Jahr haben wir über 160 Millionen Euro für die Qualifizierung von Arbeitslosen eingeplant.“

Eine wichtige Aufgabe kommt dabei den Jobcentern zu. „2016 hatten 66 Prozent aller arbeitslosen Personen in den Jobcentern keine abgeschlossene Berufsausbildung und 25 Prozent keinen Hauptschulabschluss. Fehlende Qualifikationen erschweren nachweislich den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt“, so Martin. +++

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