Gerber hielt Ansprache anlässlich des Gedenkens zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938

„Wenn wir als Juden und Christen heute hier gemeinsam gedenken, dann auch in Scham darüber, dass in jener unseligen Nacht auch hier in Fulda kein Gerechter der Völker da war, der selbst zur Tür wurde und der sich schützend vor die Tür der Synagoge gestellt hätte.“ Dies betonte der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber am Donnerstagabend am Platz der ehemaligen Synagoge in Fulda. In seiner Ansprache anlässlich des Gedenkens zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 gab er zu bedenken, dass nur wenige Menschen da gewesen seien, deren Türen in der folgenden Zeit zum Segen wurden, „dadurch, dass sie ihre Türen öffneten, um verfolgten Juden ein Versteck zu bieten“. Die Zerstörung der Synagogen durch die Nationalsozialisten bezeichnete der katholische Oberhirte als „unfassbaren Kulturbruch“, der sich vor 81 Jahren in Fulda und an unzähligen anderen Orten Deutschlands ereignet habe. „Die Wohnstätten des Gottesvolkes wurden zerstört, die Türen der Synagogen gewaltsam aufgebrochen.“ Die Christen wie Juden gleichermaßen heiligen Schriften seien aus ihrem Schrein gerissen und die Synagogen verwüstet sowie niedergerissen und die Kinder Israels in die Vernichtung geführt worden. Bischof Gerber erinnerte sodann an den Anschlag von Halle: „Die Tür der Synagoge in Halle hielt stand, als der Angreifer am Jom Kippur vor wenigen Wochen voller Hass versuchte, Tod und Vernichtung in die Synagoge zu bringen.“ Der Bischof gab sodann seinem Wunsch Ausdruck, dass der leere Platz der einstigen Fuldaer Synagoge, die sichtbaren Einschüsse in Halle und der Segen über der Tür der heutigen Fuldaer Synagoge „für uns Mahnung und Verpflichtung sein“ mögen, füreinander einzutreten. Er dankte fünf Schülern der Winfriedschule, die sich in ihren Beiträgen engagiert gegen Antisemitismus geäußert hatten. +++

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