Fuldaer Forschungsprojekt soll Elektro-Lkw wirtschaftlicher machen

Hs gremmels1
Zu sehen sind v.l.n.r.: Dirk Säuberlich, HA Hessen Agentur GmbH, Projektträger, Prof. Dr. Martina Ritter, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Hochschule Fulda, Tanja Hartdegen, MdL, Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, Prof. Dr. Debora Clever, TU Darmstadt, Staatsminister Timon Gremmels, Prof. Dr. Boris Zimmermann, Hochschule Fulda, Projektleiter ZuBaTrans, Sebastian Müller, MdL, Holger Hamperl, ZUFALL logistics group, Marcel Hamperl, Heurich GmbH & Co. KG, Heinz Bräuer, Alsuna Holding GmbH. Foto: Petra A. Killick

Der Straßengüterverkehr gehört weiterhin zu den größten Klimabelastungen im Verkehrssektor. Vor allem Lastkraftwagen verursachen erhebliche CO2-Emissionen – und genau dort setzt ein neues Forschungsprojekt der Hochschule Fulda an. Unter dem Titel „ZuBaTrans – Zukunftskonzept Batterie und Ladenetz zur Unterstützung der ökologischen Transformationen im Straßengüterverkehr“ arbeiten Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft daran, elektrische Lkw effizienter, wirtschaftlicher und zugleich netzdienlicher einzusetzen.

Am Mittwoch informierte sich Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels an der Hochschule Fulda über das Vorhaben und überreichte einen Förderbescheid in Höhe von rund 494.000 Euro. Finanziert wird das Projekt aus der Förderlinie 3 des hessischen Forschungsförderprogramms LOEWE, das Kooperationen zwischen Wissenschaft und Unternehmen unterstützt.

Gremmels sieht in dem Projekt einen Ansatz mit Signalwirkung für die Transformation des Verkehrssektors. Gerade dort brauche es Lösungen, die ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Tragfähigkeit und technologische Machbarkeit miteinander verbinden. „ZuBaTrans“ zeige, wie hessische Hochschulen gemeinsam mit Unternehmen an konkreten Antworten auf die Herausforderungen der klimafreundlichen Modernisierung arbeiten, sagte der Minister. Zugleich stärke die Förderung Hessen als Forschungs- und Innovationsstandort.

Neben der Hochschule Fulda sind die Technische Universität Darmstadt sowie die Unternehmen Folivora Solutions GmbH aus Mühltal und die Alsuna Holding GmbH aus Ober-Ramstadt beteiligt. Gemeinsam entwickeln sie eine Software, die das Potenzial sogenannter bidirektionaler Ladesysteme nutzen soll. Dabei nehmen die Batterien von Elektro-Lkw nicht nur Strom auf, sondern können Energie auch wieder in das Stromnetz zurückspeisen.

Vor allem bei schwankender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien könnten die Fahrzeuge damit als mobile Speicher eingesetzt werden und zur Stabilisierung der Netze beitragen. Gleichzeitig versprechen sich die Projektpartner wirtschaftliche Vorteile für Betreiber größerer Lkw-Flotten. Im Mittelpunkt der Forschung steht deshalb die Frage, wie sich reale Fahrprofile, Batterienutzung und Marktbedingungen so miteinander verbinden lassen, dass sich der Einsatz der Technologie im Alltag rechnet.

Für die Hochschule Fulda ist das Projekt auch ein Beispiel dafür, wie angewandte Forschung und Technologietransfer enger verzahnt werden können. Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar spricht von einer großen Chance, nachhaltige Lösungen gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft voranzutreiben. Solche Kooperationen zeigten, wie Hochschulen für Angewandte Wissenschaften neue Denkansätze praktisch umsetzen und Transformationsprozesse begleiten könnten.

Projektleiter Prof. Dr. Boris Zimmermann sieht in der Forschung das Potenzial für einen grundlegenden Wandel im Straßengüterverkehr. Ziel sei es, belastbare Aussagen darüber zu treffen, unter welchen Bedingungen sich bidirektionales Laden für Unternehmen wirtschaftlich lohne. Sollte es gelingen, die Kosten von Elektro-Lkw auf das Niveau konventioneller Fahrzeuge zu senken, könnte das ein entscheidender Schritt für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs werden.

Auch die Hessen Agentur verweist auf die Bedeutung des Projekts. Geschäftsführer Folke Mühlhölzer betonte, dass anwendungsnahe Forschung konkrete Lösungen für zentrale Zukunftsfragen liefern könne. Gerade die Verbindung aus wissenschaftlicher Expertise und unternehmerischer Praxis stärke die Innovationskraft Hessens nachhaltig.

Das Forschungsförderprogramm LOEWE steht für „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ und gilt als zentrales Instrument des Landes Hessen zur Förderung von Spitzenforschung. Die Förderlinie 3 konzentriert sich insbesondere auf angewandte Forschungsvorhaben, die gemeinsam von Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen umgesetzt werden. Die Förderung ist branchen- und technologieoffen angelegt. +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*