Wolfgang Kubicki hält die Debatte über sein Alter für unerquicklich. „Ich finde dieses Age-Bashing langsam uninteressant“, sagte der 74-jährige FDP-Politiker im Podcast „Machtmenschen“ des „Focus“ und widersprach damit Stimmen, die ihm wegen seines Alters den Parteivorsitz nicht zutrauen. Für Kubicki ist das Gegenteil der Fall: Reife, Erfahrung, Gelassenheit und Unabhängigkeit seien entscheidende Voraussetzungen, um politisch erfolgreich zu sein. Zur Begründung verwies er auf die Vorgaben für das höchste Staatsamt. „Es gibt ja einen Sinn, dass die Verfassungsväter bestimmt haben, dass Bundespräsident nur werden kann, wer das 40. Lebensjahr vollendet hat“, sagte er.
Kubicki zeigte sich überzeugt davon, dass er die FDP aus ihrer Krise führen könne. In Schleswig-Holstein habe er als Landesvorsitzender bereits bewiesen, dass er politische Erfolge organisieren könne. Zweifel aus der eigenen Partei nehme er nicht wahr. Sein Ziel sei es nun, die Liberalen wieder über die Fünf-Prozent-Hürde zu bringen. „Es ist vielleicht die letzte große Herausforderung meines politischen Lebens“, sagte Kubicki. Sollte das gelingen, könnten sowohl die Partei als auch das Land und er selbst zufrieden sein.
Für den Fall seiner Wahl zum Parteivorsitzenden kündigte Kubicki zugleich einen deutlich verbindlicheren Kurs für die FDP an. Bis spätestens September solle die Partei auf ein konkretes Reformprogramm verpflichtet werden. Dieses dürfe sich nicht „in allgemeinen Phrasen erschöpfen“, sagte er. Nötig seien vielmehr „ganz konkrete Vorstellungen, über die man dann auch streiten kann“.
Auch die Arbeit des Bundesvorstands will Kubicki grundlegend verändern. Das Gremium, das auf dem Parteitag am Samstag in Berlin neu gewählt wird, dürfe nicht länger lediglich „wie ein Aufsichtsrat“ gelegentlich zusammentreten. Stattdessen solle jedes Vorstandsmitglied feste politische Themenfelder übernehmen und dadurch zur inhaltlichen Profilbildung der Partei beitragen. Bereits in der ersten gemeinsamen Sitzung wolle er die Aufgaben verteilen. „Und das werde ich auch relativ streng kontrollieren“, sagte Kubicki. Die FDP müsse wieder klarer erkennbar machen, wofür sie in zentralen politischen Fragen stehe. +++
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