Am Dienstag (27.10.) waren im Vogelsbergkreis falsche Polizeibeamte am Werk, die versuchten, Bürgerinnen und Bürger um ihre Wertgegenstände und ihr Erspartes zu bringen. Die Täter meldeten sich jeweils telefonisch und gaben sich als Ermittler aus. Unter Vorwänden wie angeblichen Einbrüchen in der direkten Nachbarschaft oder dem Angebot, Wertsachen vorsorglich in Sicherheit zu bringen, versuchten sie ihre Opfer zu täuschen. Zudem forderten sie absolutes Stillschweigen über die Telefonate. Während zwei Versuche scheiterten, hatten die Kriminellen in zwei weiteren Fällen Erfolg.
Gegen 13:30 Uhr suchten Unbekannte nach vorheriger telefonischer Absprache ein Einfamilienhaus in der Wäldershäuser Straße im Homberger Ortsteil Maulbach auf. Die Bewohner reagierten jedoch umsichtig, übergaben keinerlei Wertsachen und verständigten umgehend die Polizei. In der Zeit zwischen 14:00 Uhr und 14:30 Uhr verwickelten die Täter die Bewohner eines Einfamilienhauses in der Burgwaldstraße im Mücker Ortsteil Merlau in ein Telefonat. Hierbei fragten die Anrufer gezielt nach Kontodaten, Bargeldbeständen und Gold. Auch in diesem Fall flog die Masche auf: Die Angerufenen handelten richtig, beendeten das Gespräch und informierten die Dienststelle.
In zwei weiteren Gemeinden führten die Betrüger ihre Taten hingegen erfolgreich aus. Gegen 15:00 Uhr begaben sich Täter zu einem Wohnhaus in der Bleichstraße in Schlitz. Dort hatten Unbekannte die Bewohner zuvor am Telefon in geschickt geführte Gespräche verwickelt und so die PIN-Nummern zweier EC-Karten erfragt. Bereits kurze Zeit später hoben die Täter mit den ergaunerten Karten an einem Geldautomaten Bargeld ab. Gegen 17:15 Uhr gelang es Unbekannten zudem, sich unter dem Vorwand, von der „Kriminalpolizei Fulda“ zu sein, Zutritt zu einer Reihenhauswohnung in der Vogelsbergstraße im Lauterbacher Ortsteil Blitzenrod zu verschaffen. Im festen Glauben, es mit echten Polizisten zu tun zu haben, händigten die Bewohner mehrere Wertgegenstände aus.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist nicht auszuschließen, dass zwischen den einzelnen Taten ein direkter Zusammenhang besteht. Personen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu verdächtigen Personen sowie Fahrzeugen geben können, werden gebeten, sich an die Polizeistation Alsfeld unter der Telefonnummer 06631/974-0 oder an die Polizeistation Lauterbach unter 06641/971-0 zu wenden. Hinweise nimmt außerdem jede andere Polizeidienststelle sowie die hessische Onlinewache unter www.polizei.hessen.de entgegen.
Nach Angaben der Ermittler nutzen Betrüger bei dieser Vorgehensweise häufig das sogenannte Call-ID-Spoofing. Bei den Angerufenen erscheint auf dem Display zumeist eine Rufnummer mit örtlicher Vorwahl oder in manchen Fällen sogar die 110. Die Notrufnummer 110 kann jedoch technisch bedingt ausschließlich angewählt werden und wird von Behörden niemals aktiv als ausgehende Kennung übertragen. Durch die technische Manipulation der Display-Anzeige gelingt es den Tätern jedoch, erste Zweifel an ihrer Identität bereits im Vorfeld auszuräumen.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs schildern die Anrufer gezielt Sachverhalte, die bei den Betroffenen Sorge und Hektik auslösen – etwa Einbrecher im Nahbereich oder die angebliche Festnahme eines Angehörigen nach einem schweren Verkehrsunfall. Das Ziel bleibt dabei stets gleich: Die Opfer sollen dazu gebracht werden, Bargeld und Schmuck im Haus zusammenzusuchen und an einem vereinbarten Ort abzulegen oder an der Haustür zu übergeben. Sobald die Werte greifbar sind, erscheint ein Abholer persönlich vor Ort, um die Beute entgegenzunehmen. +++
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