Ex-US-Sicherheitsberater: Trump-Kim-Treffen haben nichts bewirkt

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Der frühere Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat mit Blick auf den Hiroshima-Jahrestag am Donnerstag eine trübe Bilanz der weltweiten nuklearen Sicherheitspolitik gezogen. „Die Welt ist in den letzten paar Jahren leider unsicherer geworden“, sagte Bolton dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. So hätten die als historisch gefeierten Gipfeltreffen Trumps mit Kim Jong-un faktisch nichts verbessert, sondern dem nordkoreanischen Machthaber Zeitvorteile verschafft. „Trump denkt, persönliche Beziehungen sind der Schlüssel zu allem“, sagte Bolton. „So einfach ist es nicht. Kims Nuklearprogramme liefen weiter.“

Bolton äußerte sich auch zu Hinweisen aus Kreisen des UN-Sicherheitsrats aus dieser Woche, wonach Kim neuerdings in der Lage sei, Raketen mit „Mini-Atombomben“ („mini nukes“) zu bestücken. „Mich überrascht das nicht im Geringsten“, sagte Bolton. „Dreieinhalb Jahre Trump bedeuteten für Kim dreieinhalb Jahre Fortentwicklung der nuklearen Programme.“ Bolton fügte hinzu: „Wer die Nichtverbreitung von Atomwaffen will, aber Zeit verrinnen lässt, zahlt schon dafür einen Preis.“ Der US-Präsident habe diese Zusammenhänge nie begriffen: „Trump versteht nichts von Atomwaffen. Und er zeigte auch kein Interesse, sich damit vertieft zu befassen.“ Als besorgniserregend bezeichnete Bolton auch Russlands neuartige Überschallwaffen sowie Hinweise von Mitte Juli, wonach das russische Militär probeweise einen Satelliten im All zerstört haben soll. „Russlands Anti-Satelliten-Systeme könnten uns im Ernstfall blind machen“, sagte Bolton dem RND.

„Und bei Russlands Überschallwaffen liegt das Problem darin, dass sie vom Abrüstungsvertrag START von 2010 nicht umfasst sind. Wir brauchen also umfassendere Abrüstungsverträge, die auch diese neuen Aspekte abdecken.“ Bolton war von April 2018 bis September 2019 Nationaler Sicherheitsberater von Trump. Er diente zuvor bereits den US-Präsidenten Ronald Reagan, George Bush und George W. Bush. +++


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1 Kommentar

  1. Wer bezahlt wohl Boltons PR-Kampagne? Mit ziemlicher Sicherheit der Propaganda-Etat der Rüstungsindustrie. Hier werden Milliarden Dollar investiert, um einem Kriegstreiber eine Plattform zu bieten. Außerdem wird massiv in den US-Wahlkampf eingegriffen, um endlich einen Präsidenten loszuwerden, der bisher keine neuen kriegerischen Konflikte irgendwo in der Welt angezettelt hat, um den Absatz der Rüstungsindustrie zu forcieren.

    Die USA geben jährlich über 600 Milliarden Dollar (!) nur für Rüstung aus. Das ist der größte Militärhaushalt aller Welt und aller Zeiten. Aber der militärisch-industrielle Komplex in den USA gibt einfach keine Ruhe und will noch mehr Geld. Die Gier hat keine Grenzen. Dagegen ist der russische Militärhaushalt von ca. 80 Millionen Dollar geradezu lächerlich. Aber Russland ist ja der Aggressor! Wenn Deutschland nun auch noch gedrängt wird, US-Rüstungsgüter zu kaufen, um die ominösen 2 % des Bruttosozialprodukts für Rüstung auszugeben, dann werden wir alleine bald Russland überholt haben.

    Hier findet eine grandiose PR-Kampagne statt, um die Menschen zu irritieren und ihnen Angst zu machen, damit wieder eine Umverteilung von unten nach oben stattfinden kann.

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