Die Deutsche Bahn braucht zur Sanierung und Modernisierung offenbar deutlich mehr Geld als bisher angenommen: Nach Berechnungen der Eisenbahnergewerkschaft EVG wären jährlich bis zu zehn Milliarden Euro mehr vom Staat nötig, wenn die Regierung ihre verkehrs- und klimapolitischen Ziele ernst nehmen würde. Die „Menschen wollen mehr Bahn“, heißt es in einem Positionspapier der EVG, über welches das „Handelsblatt“ berichtet. Und derzeit seien die Chancen für die Schiene „so gut wie nie“. Die Gewerkschaft beziffert den Investitionsstau bei der Bahn auf 57 Milliarden Euro. Das Papier platzt mitten in die laufenden Verhandlungen von Bahnchef Richard Lutz und des Bahn-Infrastrukturvorstands Ronald Pofalla mit dem Bund um die weitere Finanzierung der Bahn. Die Berechnungen sind daher brisant. Bislang bekommt der Staatskonzern für die Instandhaltung des 33.000 Kilometer umfassenden Netzes rund 5,6 Milliarden Euro jährlich. Diese Finanzierung svereinbarung läuft Ende 2019 aus. Nach Informationen der Zeitung aus Verhandlungskreisen sind für die kommenden fünf Jahre 6,5 Milliarden pro Jahr im Gespräch. Dazu kommen Kosten für die Digitalisierung des Netzes, die allein mehr als 30 Milliarden Euro zusätzlich verschlingen werden. Nach EVG-Berechnungen sind dafür pro Jahr Bundeszuschüsse von 1,8 Milliarden Euro erforderlich. +++
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