Ellen Moogk weilte zu einer Hofwoche in Südtirol

Südtirol/Queck. Da unser Mitarbeiter bereits vor ein paar Wochen von der Entscheidung der Ellen Moogk aus Queck erfahren konnte, dass sie sich für einen freiwilligen Arbeitseinsatz in einem Bergbauernbetrieb entschieden habe, konnte er dieser Tage in einem Gespräch mit der Pädagogin erfahren, welche Erfahrungen sie in Südtirol bei diesem erstaunlichen und besonderen Einsatz gesammelt hat. Während dieses Gespräches war die Begeisterung von Ellen Moogk nicht zu überhören, die sie noch täglich gedanklich in die reizvolle Bergwelt schweifen lässt.

Es könnte niemand diese Erlebnisse lebendiger schildern als Ellen Moogk selbst: „Nun bin ich schon wieder seit vier Wochen zu Hause im Schlitzerland, denke aber täglich an meine wunderschönen Tage in Südtirol, wo ich ja eine Woche lang als freiwillige Ernthelferin tätig war. Das war wirklich ein besonderes Erlebnis, welches ich niemals vergessen werde und das auch tiefe Spuren hinterlassen hat. Die Bilder können dies nur annähernd wiedergeben.

Lieber Hans, ich wusste gar nicht, dass auch du, so wie ich, landwirtschaftliche Wurzeln hast. Dann wird es dich und so manche Leser unserer Heimatzeitung vielleicht ja auch interessieren, wie für mich diese eine Woche Bergbauernleben so gewesen ist. Um es vorweg zu sagen: tolle Erfahrungen habe ich dort gesammelt.

Vorwiegend Handarbeit

Schon lange hatte ich den Wunsch, das Leben auf einem Südtiroler Bergbauernhof aus nächster Nähe zu erfahren. Durch eine Organisation, die freiwillige Erntehelfer an in Not geratene Bergbauernfamilien vermittelt, wurde mir dies nun ermöglicht. Was würde mich erwarten in einer unbekannten Gegend bei fremden Menschen und ungewohnter Arbeit?

Der Einsatz-Bergbauernhof liegt 1300 m hoch und ist 4 km vom nächsten Ort entfernt. Die Stallungen waren leer, alle Tiere verbringen den Sommer auf der Alm. Aber es gab auch so immer genug zu tun, wie ich das ja vom landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern auch gewohnt war. Wir haben das Grummet eingebracht und die Kartoffeln geerntet. Hauptsächlich Handarbeit ist da gefordert, denn die Wiesen sind sehr steil, ebenso das Kartoffelfeld, so dass Erntemaschinen kaum oder überhaupt nicht zum Einsatz kommen. Keine kleine Kartoffel bleibt liegen, die komplette Grummet-Wiese wird nachgerecht, alles wird eingesammelt als Vorrat für den kommenden Winter. Im Haus und im Garten gab es täglich Beschäftigung, habe mittags und abends warm gekocht.

Hauseigene Produkte haben hohen Stellenwert

Auf den Tisch kamen die hofeigenen Produkte sowie frisch gesammelte Pilze aus dem angrenzenden Wald. Ich lernte, verschiedene Sorten von Knödeln und Spätzle selbst herzustellen – nicht schwierig, aber sehr köstlich. Auch beim Holzsägen habe ich dem Bauern geholfen und ebenso mit der schon seit längerem erkrankten Bäuerin Ausflüge unternommen.

Ganz bewusst habe ich auf Laptop und Fernseher verzichtet und beides nicht vermisst. Die Tage vergingen wie im Flug, waren von morgens bis abends ausgefüllt, und es gab trotz aller Beschäftigungen immer wieder Zeit zum Reden und auch zum Ausruhen. Der Kopf war frei, alle Sorgen weit weg, der Schlaf war lang und tief.

Diese eine Woche war eine Herausforderung für mich, sowohl menschlich als auch arbeitsmäßig. Aber ich habe einer Bergbauernfamilie, die in einer schwierigen familiären Situation ist, in Haus und Hof helfen können. Einen Lohn gibt es dafür nicht, aber freie Kost und Logis. Einen Lohn habe ich aber trotzdem bekommen, nicht in Form von Geld, aber in Form von Menschlichkeit, von Warmherzigkeit und von übergroßer Dankbarkeit, die sich nicht in Worte fassen lässen. Noch niemals in meinem Leben haben Menschen so oft „Danke“ zu mir gesagt. Erfahrungen, die mich sehr bewegen.“

Liebe Ellen, nach der lebendigen und begeisterten Schilderung deiner Erlebnisse in dieser reizvollen Bergwelt kann ich mir vorstellen, einen solchen Einsatz, zumindest gedanklich, in meine Urlaubspläne einzubeziehen. Ich danke dir für Deine interessanten Schilderungen, die gerade auch, was das Danke sagen angeht, besonders gut für die Einstimmung zu den bevorstehenden Erntedankgottesdiensten geeignet scheinen. +++ fuldainfo | hans schmidt


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