Der Hessentag versteht sich seit jeher als Fest der Begegnung. In Fulda soll der „Treffpunkt Hessen“ diesem Anspruch nun in besonderer Weise gerecht werden. Staatssekretär Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei, beschreibt die zentrale Anlaufstelle im Konzepthaus Karl als „Ort der Begegnung und des offenen Austauschs“. Bürgerinnen und Bürger könnten dort direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierung ins Gespräch kommen, sich informieren und eigene Anliegen einbringen. Der Hessentag lebe vom Miteinander – und genau dieses Selbstverständnis solle der Treffpunkt widerspiegeln.
Der Anspruch ist hoch: Politik soll nicht nur erklärt, sondern erlebbar werden. Im „Treffpunkt Hessen“, den Ministerpräsident Boris Rhein am Freitag, 12. Juni 2026, um 17 Uhr eröffnet, präsentieren sich täglich von 10 bis 19 Uhr nicht nur die Ressorts der Landesregierung. Auch die Fraktionen des Hessischen Landtages, Verbände, Vereine und Initiativen aus dem Land erhalten eine Bühne. Gesprächsrunden, Vorführungen und kulturelle Beiträge ergänzen das Programm. Familien und Kinder sollen durch zahlreiche Mitmach-Angebote angesprochen werden.
Kuhn bemüht dabei ein Bild, das den Charakter des Landesfestes auf den Punkt bringen soll: Der Hessentag sei das „Klassentreffen der Hessinnen und Hessen“. Mit dem Treffpunkt entstehe ein zentraler Ort, an dem direkte Begegnungen möglich würden. Seine Formulierung vom „Fulda statt Filterblase“ ist dabei mehr als ein griffiger Satz. Sie verweist auf das politische Bedürfnis, den Austausch jenseits digitaler Echokammern zu suchen – im unmittelbaren Gespräch, von Angesicht zu Angesicht.
Auch inhaltlich versteht sich der Treffpunkt als Leistungsschau staatlichen Handelns. Am Stand der Staatskanzlei informiert die Landesregierung über den Abbau von Bürokratie und über europäische Themen. Die Frage, was Europa für die Bürgerinnen und Bürger leistet und welchen Beitrag Hessen in Europa erbringt, soll dort ebenso diskutiert werden wie konkrete Anliegen aus dem Alltag.
Unter dem Motto „Hessen baut Zukunft. Für ein Land, das zusammenhält.“ setzt das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum auf Beteiligung und spielerisches Lernen. Besucherinnen und Besucher können die Zeller Brücke als Miniaturmodell gegen die Zeit nachbauen und sich mit Fragen von Mobilität, Zusammenhalt und Zukunftsgestaltung auseinandersetzen. Kleine Herausforderungen für Kinder und Erwachsene sowie die Aussicht auf Gewinne – darunter ein Hessen-Löwe mit Bauhelm – sollen zusätzlich zum Mitmachen motivieren.
Das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz richtet den Blick auf drei Themenfelder: Cybersicherheit, Nachwuchsgewinnung und die Arbeit des Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Das Hessen CyberCompetenceCenter informiert über digitale Risiken des Alltags und vermittelt praktische Hinweise zum Schutz persönlicher Daten und technischer Geräte. Parallel dazu wirbt das Ministerium für Berufe im Landesdienst und stellt Interessierten mögliche Karrierewege vor. Landesbeauftragter Andreas Hofmeister erläutert darüber hinaus seine Arbeit für Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen.
Wie breit das Spektrum staatlicher Aufgaben tatsächlich ist, zeigt auch der Auftritt des Hessischen Ministeriums der Finanzen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Finanzamtes Fulda beantworten Fragen zur Steuerverwaltung, zur Digitalisierung und zu modernen Serviceangeboten. Besucherinnen und Besucher erhalten Informationen zur elektronischen Steuererklärung ELSTER, zum Hessengeld sowie zu allgemeinen steuerlichen Themen und aktuellen Entwicklungen im Steuerrecht. Zugleich wird dargestellt, wie digitale Angebote den Kontakt mit der Verwaltung erleichtern sollen. Ergänzt wird dies durch Hinweise zur hessischen Initiative zur Förderung der Finanzkompetenz.
Die Justiz wiederum präsentiert sich als erfahrbarer Bestandteil des Rechtsstaates. Das Hessische Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat gewährt Einblicke in den Justizvollzug und die Arbeit der Gerichte. Ein Musterhaftraum und ein Gefangenentransportbus machen die oftmals abstrakte Institution greifbar. Im Mittelpunkt steht auch hier die Nachwuchsgewinnung. Vertreterinnen und Vertreter des Justizfachpersonals, bekannt aus der Doku-Reihe „Hüter des Rechtsstaats“, stellen ihre Berufsfelder vor und richten sich damit an unterschiedliche Altersgruppen.
Das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen stellt seine Angebote unter den Leitgedanken „Bildung. Werte. Zusammenhalt. Unsere Zukunft beginnt im Klassenzimmer“. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums sowie des örtlichen Staatlichen Schulamts stehen für Gespräche zur Verfügung. Auf dem Universitätsplatz kann der Digital-Truck als rollendes digitales Klassenzimmer für Grundschulen erkundet werden. Für einen besonderen Akzent sorgt der Auftritt des größten Kinderchors Hessens mit 1.700 Grundschülerinnen und Grundschülern auf der „Himmelsbühne“. Ältere Schülerinnen und Schüler treten im Format „Jugend debattiert“ auf dem „Hessenforum“ gegeneinander an und diskutieren über die Rolle sozialer Medien – gemeinsam mit Bildungsminister Armin Schwarz.
Wissenschaft, Kunst und Kultur erhalten ebenfalls Raum. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur lädt dazu ein, die Vielfalt der hessischen Forschungs- und Kulturlandschaft kennenzulernen. Besucherinnen und Besucher können DNA aus Algen extrahieren, mithilfe künstlicher Intelligenz Demokratieforschung erkunden, sich auf die Spuren Rembrandts begeben und erfahren, wie historische Gärten vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden.
Künstliche Intelligenz bildet einen weiteren Schwerpunkt des diesjährigen Programms. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation setzt auf niedrigschwellige Zugänge zu einer Technologie, die den gesellschaftlichen Alltag zunehmend prägt. Kinder können Ausmalbilder im Dialog mit KI erstellen und gestalten. Das gesamte Untergeschoss des Kaufhauses Karl wird gemeinsam mit der Stadt Fulda zur „KI-Welt“, in der interaktive Exponate konkrete Anwendungen künstlicher Intelligenz erlebbar machen sollen. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus eröffnet gemeinsam mit Moderator Willi Weitzel („Willi will’s wissen“) die Ausstellung auf der Rooftop-Bühne des Treffpunkts. Ergänzend bietet der Digital-Truck auf dem Universitätsplatz weitere Möglichkeiten, sich mit Themen wie KI und Programmierung praktisch auseinanderzusetzen.
Die gesellschaftspolitischen Ressorts setzen derweil auf lebensnahe Themen. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat rückt regionale Lebensmittelproduktion und Vermarktungsstrukturen in den Mittelpunkt. Die beliebte Haferquetsche lädt erneut zum gemeinsamen Wettquetschen ein. Informationen zu Landwirtschaft, Umwelt, Forstwirtschaft und Brauchtum ergänzen das Angebot.
Am Stand des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege stehen Gesundheit und Vorsorge im Fokus. Gemeinsam mit dem DRK-Landesverband Hessen können Besucherinnen und Besucher ihre Kenntnisse in Wiederbelebung auffrischen und die Herzdruckmassage praktisch üben. Darüber hinaus gibt es Informationen zu Themen wie Familien-App, Mediensucht, Organspende, Impfungen, dem Hessischen Krebsregister sowie zu Prävention und Pflege.
Das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales schließlich bildet die Vielfalt gesellschaftlicher Lebensrealitäten ab. Fachleute informieren über Frauenpolitik, Arbeitsmarktintegration und Kinderbetreuung. Auch die Landesbeauftragten für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, für Menschen mit Behinderungen sowie für Antidiskriminierung stehen für Gespräche bereit. Interaktive Angebote ergänzen das Programm.
Der „Treffpunkt Hessen“ kann während des gesamten Hessentags bei freiem Eintritt täglich von 10 bis 19 Uhr besucht werden. Veranstaltungsort ist das Konzepthaus Karl in der Rabanusstraße 19 in 36037 Fulda. Damit wird aus einem Ausstellungsort für einige Tage das, was die Landesregierung darin sehen möchte: ein Ort, an dem Politik erklärt, diskutiert und unmittelbar erfahrbar werden soll. +++
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