Die EDAG Engineering Group AG hat im ersten Halbjahr 2025 einen deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch verzeichnet. Das Unternehmen führt die Entwicklung auf die anhaltende Investitionszurückhaltung in der Mobilitätsindustrie und anderen Branchen zurück.
Der Umsatz sank von 429,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 366,7 Millionen Euro, ein Rückgang um 14,5 Prozent. Das Konzern-EBIT lag bei -7,5 Millionen Euro nach 21,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damit verschlechterte sich die EBIT-Marge auf -2,0 Prozent nach zuvor 5,1 Prozent. Das bereinigte EBIT betrug -7,6 Millionen Euro. Alle drei Segmente des Unternehmens waren von Umsatzrückgängen und einer negativen Marge betroffen.
Auch der Auftragseingang war rückläufig. Er sank um 15,3 Prozent auf 409,4 Millionen Euro. Der operative Cashflow fiel von 23,4 Millionen Euro auf -9,4 Millionen Euro, der freie Cashflow von 11,2 Millionen Euro auf -14,6 Millionen Euro. Zum Stichtag 30. Juni beschäftigte EDAG weltweit 8.698 Mitarbeitende, nach 9.051 im Vorjahr.
Zur Reaktion auf die schwächere Nachfrage kündigte die Konzernleitung weitere Restrukturierungsmaßnahmen sowie eine Beschleunigung des Ausbaus von Global-Delivery-Standorten an, insbesondere in Indien. Dort eröffnete EDAG jüngst einen vierten Standort und richtete den ersten internationalen Smart Industry Summit aus.
Ein Schwerpunkt liegt zudem im Geschäft mit der Verteidigungsindustrie. Im ersten Halbjahr 2025 erreichte EDAG in diesem Bereich einen Auftragseingang von 11,4 Millionen Euro und steigerte den Umsatz um mehr als 50 Prozent. CEO Harald Keller erklärte, das Unternehmen wolle sich als ganzheitlicher Lösungspartner von der Konzeptphase bis zur Industrialisierung positionieren. CFO und Arbeitsdirektor Holger Merz verwies auf den Aufbau zusätzlicher Ressourcen in Deutschland sowie die Qualifizierung von Mitarbeitenden mit Know-how aus der Automobilindustrie.
Bereits am 11. August hatte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 gesenkt. Nun rechnet EDAG mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Zuvor war ein Minus von bis zu 8 Prozent erwartet worden. Die bereinigte EBIT-Marge soll bei bis zu -3 Prozent liegen. Ursprünglich war ein positiver Wert von bis zu 3 Prozent prognostiziert worden.
Die EDAG Group ist ein weltweit tätiger Engineering-Dienstleister mit rund 70 Standorten und etwa 8.700 Mitarbeitenden. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 822 Millionen Euro. +++
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