Drei Wildkatzen für den Wildpark Gersfeld

Bürgermeister Korell: „Besucherzahlen bestätigen uns Engagement und regionale Verbundenheit.“

Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, Bürgermeister Steffen Korell (CDU), Julia Djabalameli vom BUND des Kreisverbandes Fulda sowie vom BUND Hessen - Susanne Schneider, Managerin Naturschutzprojekte.

Gersfeld (Rhön). Der Wildpark in Gersfeld im Landkreis Fulda beherbergt ab sofort drei Wildkatzen. Die Jungtiere, zwei Kater und eine Katze im Alter von einem Jahr, sind am kommenden Mittwoch drei Wochen in ihrer neuen Heimat und haben diese gut angenommen. Heute – passend zum internationalen Weltkatzentag – erfolgte im Beisein regionaler Medienvertreter die offizielle Begrüßung der Neuankömmlinge. Gesprächspartner waren – neben Bürgermeister Steffen Korell (CDU) – Wildparkleiter Hermann Bleuel, Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, Julia Djabalameli vom BUND des Kreisverbandes Fulda sowie vom BUND Hessen – Susanne Schneider, Managerin Naturschutzprojekte und gleichzeitig Projektkoordinatorin „Wildkatzensprung“.

Anmutig und vorsichtig schleicht sie durch die Wälder Hessens und ist für viele noch immer unbekannt: Die Europäische Wildkatze. Als echte Ureinwohnerin, ist sie schon seit vielen zehntausend Jahren in Europa zu Hause. Doch ihre Bestände wurden weit zurückgedrängt. Bei uns in Hessen, hat sie ihre Verbreitungsschwerpunkte in den naturnahen Laub- und Mischwäldern des Spessarts, der Rhön, des hessischen Berglands und des Taunus. Die Wildkatze steht wie kaum ein anderes Tier für die letzte Wildnis in Deutschland. So scheu und zurückgezogen wie sie lebt, bekommen sie selbst Jäger und Förster nur äußerst selten zu Gesicht“, so Susanne Schneider, Wildkatzenexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hessen. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Wildkatze ist ihr verwaschenes, grau-braunes Fell und der buschige Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und schwarzem stumpfem Ende. Tagsüber ruht sie in ihren Verstecken, nachts wird sie zum flinken Räuber. Sie lebt vor allem von Mäusen und streift dabei durch ihr bis zu 30 Quadratkilometer großes Revier.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze fast ausgestorben, noch immer steht sie auf der Roten Liste. Ihr Bestand wird deutschlandweit auf etwa 5.000 bis 7.000 Tiere geschätzt. Straßen und wachsende Siedlungen und Ackerflächen beschneiden ihren Lebensraum und sind deswegen heute ihre größten Gefahren. In den letzten Jahren zeigte sich aber auch eine erfreuliche Entwicklung. „Der BUND konnte in der hessenweiten ‚Wildkatzeninventur‘ wieder neue Bestände nachweisen, wie etwa im Krofdorfer Forst im Landkreis Gießen und in Teilen des Vogelsbergs,“ so Schneider. „Die Wildkatze ist ein guter Indikator für den Zustand der Wälder und Waldsäume. Dort, wo sie zu Hause ist, sind die Wälder in einem guten Zustand.“ Doch noch immer sind geeignete Lebensräume in Hessen wie etwa südlich des Maines von der Wildkatze noch nicht wieder erobert. Es fehlen die Verbindungen, die „grünen Korridore“, über die die Wildkatze und viele andere Tiere des Waldes diese Wälder erreichen. Das langfristige Ziel des BUND „Rettungsnetzes für die Wildkatze“ ist deshalb ein Netz aus Wäldern von 20.000 km Länge über ganz Deutschland.

750 bis 800 Stunden bauten die vier Mitarbeiter des Wildparks an dem Gehege, das Ergebnis kann sich sehen lassen und wurde heute nicht nur von Bürgermeister Steffen Korell honoriert: „Für uns natürlich eine ganz tolle Sache, die Wildkatzen hier bei uns im Wildpark Gersfeld beheimaten zu dürfen und auch zu können. Ein großes Dankeschön auch an das Biosphärenreservat Rhön, das sich mit einer Förderung in dieses Projekt involviert hat. Das Wildkatzengehege ist natürlich auch wieder eine absolute Attraktion im Wildpark – zumal die Wildkatze ja auch heimisch ist. Wir versuchen immer den Wildpark Gersfeld weiterzuentwickeln – das ist uns mit in diesem Jahr mit unseren Wildkatzen gelungen. Ein riesiges Lob an die Miterbeiter um Herrn Bleuel, die das alles möglich gemacht haben. Das neue Heim der Tiere – wenn ich so davorstehe – ist echt toll geworden.“ Die Kosten beliefen sich bis auf knapp 8.000 Euro.

„Die Besucherzahlen sind natürlich auch ganz klar vom Wetter abhängig, aber wir sind, was diese anbetrifft, eigentlich ganz zufrieden. Für uns heißt ‚gutes Wetter‘, wenn ‚kein Schwimmbadwetter‘ vorherrscht. Viele Familien mit Kindern kommen zu uns in den Wildpark, wenn es mal etwas bewölkter oder auch kühler ist; Dieses Wetter – sich für Besuche im Wildpark ideal eignet“, so Wildparkleiter Hermann Bleuel gegenüber fuldainfo. Als nächstes Projekt dachte man in jüngster Vergangenheit von Seiten des Wildparks Gersfeld über die Beheimatung des Luchses im Park nach. Zwar habe man nach Wildparkleiter Hermann Bleuel auf dem Gelände genügend Platz für ein Gehege – überwiegen hier jedoch – nicht zuletzt wegen der Größe und der damit korrelierenden Finanzierung des Projektes – vorerst reifliche Überlegungen. Als Präsent für die Wildkatzenbeheimatung im Park, ließ der BUND dem Wildpark Gersfeld, einen Bescheid für eine demnächst – unweit des Geländes entstehende Informationstafel zurück. Denn für den BUND gilt: „Nur, wer die Wildkatze kennt und um sie weiß, kann sie schützen und ihr eine Heimat bieten!“ +++ fuldainfo | jessica auth

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1 Kommentar

  1. Wenn man so manch andere Artikel liest, glaubt man doch tatsächlich man steht im Wald. Was hier wieder an journalistische Glanzleistung abgeliefert wurde, ist beachtlich. Ich kann nur noch den Kopfschütteln und mich darüber wundern, mit was sich die Osthessen zufriedengeben. Im Stillen glaube ich, das niemand mehr als die Überschrift list, wenn überhaupt.

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