Fulda/Geisa (Rhön). „25 Jahre Meister“ und „25 Jahre Herrmann Massivholzhaus“ – dieses, doppelte Jubiläum konnte kürzlich Zimmermeister und zugleich Geschäftsführer der Herrmann Massivholzhaus GmbH, Ulrich – genannt „Uli“ – Herrmann, begehen. Das Rüstzeug zum Zimmerer hatte dem heute 51-Jährigen bereits sein Vater, Franz Herrmann, in die Wiege gelegt. Franz Herrmann war nämlich von 1978 bis 2002 als Ausbilder für die Zimmerer in der Lehrbauhalle in Fulda tätig gewesen. In dieser Zeit hat Franz Herrmann sein Wissen an circa 3.500 Auszubildende weitergegeben.
1993 machte sich Ulrich Herrmann als Zimmerer in Hilders-Liebhards (Landkreis Fulda) selbstständig. Schon bald durfte er zwei Mitarbeiter einstellen. Noch im selben Jahr konnte er ein geeignetes Grundstück im thüringischen Geisa (Wartburgkreis) zur Vergrößerung seines Betriebs erwerben. Das war für ihn ein enormes, finanzielles Risiko, denn viel Eigenkapital hatte er nicht zur Verfügung. Rückblickend gibt Herrmann deshalb auch gerne zu, dass er dieses Risiko vermutlich nicht eingegangen wäre, wenn ihm schon vorher alle Risiken und Schwierigkeiten bekannt gewesen wären. Aber ein altes Sprichwort sagt ja: „Das Glück ist mit den Tüchtigen.“ Und das trifft offensichtlich auch für Herrmann zu. Zunächst konzentrierte er sich auf Zimmerarbeiten und Dachstuhlsanierungen; Außerdem führte er Montagen für andere Betriebe durch. Die Geschäfte liefen gut. Deshalb durfte er bereits 1995 die erste Erweiterung durchführen. 1998 schaffte Herrmann die erste Abbundmaschine als CNC-gesteuerte Holzzuschnittanlage an. Ab diesem Zeitpunkt war der Lohnabbund für einige Jahre sein Kerngeschäft.
Im Jahr 2000 kaufte Herrmann in Geisa ein weiteres Grundstück dazu und investierte in einen modernen Maschinenpark. Als 2002 die Massivholmauer – kurz: MHM – als Bauprodukt zugelassen wurde, entschied sich Ulrich Herrmann für den Massivholzbau. Diese Entscheidung traf er deshalb, weil er bis heute der Ansicht ist, dass der Holzrahmenbau, der auf eine massive Holzwand verzichtet, wegen seiner vielen Hohlräume für Reklamationen zu anfällig ist. Beim Massivholzbau werden dagegen massive Mauern aus Holz ohne Leim und Chemie gebaut. 2004 errichtete Herrmann das erste Massivholzhaus. Ein Jahr später, waren es bereits 10 Häuser. 2013 erhielt Herrmann für einen Hotelbau in Erfurt den Thüringer Holzbaupreis. Zurzeit baut Herrmann jährlich etwa 30 Massivholzhäuser. Für ihn ist Holz der ideale Baustoff, da die Baukosten besser planbar sind. Außerdem verfolgt er die Philosophie, für den Bauherrn möglichst alles aus einer Hand zu bieten. So führt er vom Gerüstbau über den Trockenbau bis hin zum Innenausbau einschließlich Fliesenverlegung alles selbst aus.
Die gesamte Mannschaft um die Herrmann Massivholzhaus GmbH besteht derzeit aus etwa 50 Mitarbeitern. Stellvertretend für die Zimmerer-Innung der Kreishandwerkerschaft Fulda gratulierte ihr Geschäftsführer, Dr. Herbert Büttner, und überreichte dem Jubilar zwei Jubiläumsurkunden der Handwerkskammer Kassel. +++ pm/ja
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