„Dein Pflaster“ bringt den Impfschutz in die Quartiere

Gemeinsame Aktion von Main-Kinzig-Kreis und den Städten Hanau und Maintal

Startschuss für „Dein Pflaster“ und den Impfbus, der in dieser Woche zunächst in Hanau und Maintal Station macht (von links): Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Stefan Sydow (Hessisches Sozialministerium), Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Maintals Bürgermeister Monika Böttcher und Dr. Silke Hoffmann-Bär (Leiterin Impfzentrum Hanau).

Im Hanauer Freigerichtviertel hat am Dienstag die Impfaktion „Dein Pflaster“ begonnen. Mit ihr sollen Menschen in bestimmten Bereichen der Städte und Gemeinden im Kreis gezielt für die Impfkampagne erreicht werden. Vor Ort wurde am Dienstag an einem extra hierfür von der Hanauer Straßenbahn bereitgestellten und umgerüsteten Bus ein direktes Impfangebot mit dem Vakzin von Johnson&Johnson unterbreitet, rund 300 Menschen nutzten dies, heißt es in einer Mitteilung.

Vorbereitet haben die Aktion der Main-Kinzig-Kreis sowie die Städte Hanau und Maintal, wo der Impfbus im Rahmen von „Dein Pflaster“ in dieser Woche jeweils Station machen wird. Als ein „niedrigschwelliges, gutes Angebot“ bezeichnete am Dienstag Stefan Sydow die Aktion. Sydow leitet die Abteilung Gesundheit und die Covid-Sonderlage im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und vertrat Minister Kai Klose. „Die Impfkampagne wird besonders dann zu den gewünschten hohen Impfquoten führen, wenn wir alle Menschen erreichen, ganz unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Hintergrund oder bestimmten persönlichen Hürden. Der Main-Kinzig-Kreis und seine Städte tun das mit diesem Projekt in beispielhafter Weise“, erklärte Sydow, der ergänzte, dass das Hessische Ministerium für Soziales und Integration Initiativen wie diese befürworte.

Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler erläuterte die Aktion zum Start in Hanau näher, stellte jedoch zu Beginn klar: „In den Impfzentren im Kreis und in den vielen Arzt- und Betriebsarztpraxen wird seit Wochen und Monaten herausragende Arbeit geleistet. Wir wenden uns mit ‚Dein Pflaster‘ nun gezielt an Teile der Bevölkerung, bei denen wir einen höheren Aufklärungsbedarf annehmen und darauf aktiv eingehen.“ Die Initiatoren wollen helfen, auf dem Weg zur Impfung weitere Hürden abzubauen. „Denn Impfen schützt, eine Registrierung ist leicht möglich und jeder soll den Nutzen und die Verantwortung für sich und sein Umfeld erkennen, wenn er sich mit der Impfung eben buchstäblich sein Pflaster abholt“, so Simmler.
Vorrangig geht es den Initiatoren um die Sensibilisierung für das Thema Impfen. Entsprechend sind auf einer neu geschaffenen Themenseite im „CoroNetz“ auf mkk.de reichlich Informationen in leichter Sprache und in mehreren Übersetzungen zu finden, um auch Verständnis-Barrieren abzubauen. In den Städten selbst fungieren bekannte Ortsgrößen als Impflotsinnen und Impflotsen, um direkt Fragen zu beantworten und die Informationen über die aktuelle Corona-Situation und die Impfkampagne breit zu streuen. Auch im Freigerichtviertel zeigten sie am Dienstag „Gesicht“ und boten sich als Unterstützerinnen und Unterstützer bei konkreten Fragen an.

„Wir wissen aus vielerlei Zusammenhängen, dass der soziale Hintergrund wie sprachliche Barrieren oder eine hohe Wohndichte einen Einfluss auf den Gesundheitsschutz haben. Nach diesen Parametern haben wir als ersten Haltepunkt der Aktion ‚Dein Pflaster‘ das Freigerichtviertel ausgewählt“, sagte Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. „Wir übernehmen hier als Stadtgesellschaft gemeinsam mit dem Kreis und weiteren Partnern eine besondere Verantwortung. Denn es bleibt dabei: Jeder, der geimpft ist, schützt sich und andere.“
Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher begrüßt den städteübergreifenden Gedanken der Aktion. „Dein Pflaster“ sei so aufgelegt, dass sie auch von anderen Städten und Gemeinden aus dem Kreisgebiet umgesetzt werden kann. „Ich halte es für wichtig, dass wir gerade auch beim Impfen soziale Benachteiligung ausgleichen. Wir haben in der Vorbereitung dieser Aktion schon viel Unterstützung und positive Resonanz erhalten“, sagte Böttcher. In Maintal wird „Dein Pflaster“ am Donnerstag (17.6.) Station machen und sich gezielt an Bewohnerinnen und Bewohner „Rechts vom Kreuzstein“ wenden.

Die Aktion tritt nicht in Konkurrenz zu Impfungen in den Impfzentren oder in Arztpraxen. Die Impfdosen speisen sich aus einem dem Main-Kinzig-Kreis zugeteilten Kontingent an Johnson&Johnson-Vakzinen. Dieser Impfstoff muss nur einmal verimpft werden, ein zweiter Termin ist also nicht notwendig. In den Impfzentren kommen indes weiterhin die Vakzine der anderen Hersteller, etwa von BioNTech/Pfizer zum Einsatz. Für die Leiterin des Hanauer Impfzentrums Dr. Silke Hoffmann-Bär stellt „Dein Pflaster“ eine „sozial- wie gesundheitspolitisch äußerst wertvolle Ergänzung“ dar. „Die Menschen werden hierbei ganz speziell und gezielt angesprochen und umfassend aufgeklärt. Die Hintergründe und der Nutzen einer Schutzimpfung werden breit in die Quartiere hineingetragen, auch durch bekannte Ortsgrößen, wo das selbst Hausärztinnen und Hausärzten mitunter schwer möglich ist. Noch dazu liegen die Aufklärung und die Versorgung bis hin zur Impfung an den Aktionstagen auf höchstem Impfzentrums-Standard“, so Hoffmann-Bär. Wenn es die Vakzin-Liefermengen in den nächsten Wochen hergeben, soll es weitere Fortsetzungen der Aktion „Dein Pflaster“ mitsamt Impfbus geben. Auch eine Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten vor Ort ist seitens des Kreises denkbar. Zunächst bitten der Kreis und die Städte um Verständnis, dass sich diese Aktion vorrangig an die Bewohnerinnen und Bewohner der einzelnen Quartiere richtet und nicht an grundsätzlich jede impfwillige Person aus dem Stadtgebiet oder gar darüber hinaus. Die verfügbaren Impfdosen sind begrenzt. +++ pm

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