Ein gezielter Cyberangriff auf die Kühl- und Gefriertechnik hat Supermärkte in mehreren europäischen Ländern getroffen. Wie bereits zuvor in Frankreich kam es dabei zu spürbaren Beeinträchtigungen der Kühlsysteme. Betroffen sind unter anderem zahlreiche Filialen der Kette Delhaize in Belgien und Luxemburg sowie Geschäfte in Schweden, Irland, den Niederlanden, Estland und Finnland. Auch in Deutschland blieben die Störungen nicht aus: Hier wurden entsprechende Vorfälle aus Nordrhein-Westfalen und Bayern gemeldet.
Nach Angaben des belgischen Herstellers Sabcobel, von dem einige der betroffenen Anlagen stammen, wurden die Verdampfer der Kühlgeräte gezielt in den Abtau-Modus versetzt. Dies führte zu einem Temperaturanstieg im Inneren der Systeme. Sabcobel teilte mit, dass es sich hierbei um die gleiche Vorgehensweise handelt, die bereits im vergangenen Monat bei Angriffen auf französische Supermärkte eingesetzt worden war.
Die Attacken rufen auch führende IT-Verantwortliche des Handels auf den Plan. Christian Müller, Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits – der IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören –, mahnte im Fernsehsender „Welt“ zu erhöhter Wachsamkeit vor KI-gestützten Angriffen auf digitale Infrastrukturen. Die Supermärkte der Schwarz Gruppe selbst seien von den aktuellen Cyberattacken nicht betroffen.
„100 Prozent Sicherheit gibt es nicht. Das ist die grundsätzliche Aussage im Cyberumfeld“, stellte Müller klar. Für sein Unternehmen gelte: „Ich kann nur sagen: Wir als Schwarz Gruppe waren nicht betroffen. Das heißt, wir haben entsprechend vorgesorgt. Aber auch da muss man sagen, im KI-Zeitalter werden die Attacken diffiziler, werden schneller und sie werden auch durchschlagender. Und das ist ein Thema, womit sich jeder beschäftigen muss.“
Cybersecurity sei dabei ein ständiger Wettlauf, so Müller weiter: „Igel gegen Hase: Sie müssen besser sein als der Angreifer. Aber im KI-Zeitalter ist das umso schwerer, weil Sie brauchen dann nicht nur Menschen, die den Angriff abwehren oder potenzielle Angriffe abwehren, sondern auch KI-Methoden.“ In diesem Bereich sieht Müller die Schwarz Gruppe mit dem Partnerunternehmen Crowdstrike gut aufgestellt. +++

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