Covid-Infektionsgeschehen im Main-Kinzig-Kreis weiter erhöht

Warnung an „Quarantäne-Brecher“

Das Corona-Infektionsgeschehen bleibt im Main-Kinzig-Kreis ebenso wie in anderen Teilen des Landes erhöht, heißt es in einer Mitteilung. Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag neun Neuinfektionen gemeldet, aus Hanau (3), Bad Orb (2), Erlensee, Maintal, Schöneck und Wächtersbach. Die Zahl der „aktiven“ Fälle liegt bei 154. Für die Infizierten hat das Gesundheitsamt häusliche Isolierung angeordnet. Gleiches gilt für die engen Kontaktpersonen. Letztere Zahl liegt bei über 500, wobei ein Großteil davon auf Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zurückgeht.

„Wichtiger als die Gesamtzahl der Menschen in häuslicher Isolierung ist aber, dass sich jeder und jede Einzelne in der Situation bewusstmacht, wie wichtig diese Anordnung ist“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. „Sie ist der wichtigste Hebel zur Unterbrechung von Infektionsketten. Wer sich eigenmächtig über die Quarantäne hinwegsetzt, begeht eine echte Straftat und gefährdet seine Mitmenschen, oft die, die ihm am nächsten stehen.“ Mit sogenannten Quarantäne-Brechern hatte es das Gesundheitsamt bis in den Sommer hinein so gut wie gar nicht zu tun. Bis zu den Sommerferien hatte das Gesundheitsamt nur in einem Fall bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt. Mittlerweile sind es drei Anzeigen, in sieben weiteren Fällen bereitet das Gesundheitsamt die Strafanzeigen gerade vor. Dabei handelt es sich sowohl um laborbestätigte Covid-Fälle als auch um enge Kontaktpersonen, die sich nicht an die strikten Regeln ihres Absonderungsbescheids gehalten haben. Die Staatsanwaltschaft prüft die jeweilige Strafanzeige und ermittelt eigenständig; die bereits angestoßenen Verfahren laufen noch. Sollte die Justiz ein strafbares Verhalten feststellen, bringt sie dies zur Anklage beim Amtsgericht. Den Angeklagten drohen hohe Bußgelder, je nach Fall auch Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr.

„Die häusliche Isolierung ist eine massive Einschränkung für jeden Betroffenen, völlig klar“, sagte Simmler. „Das Gesundheitsamt ordnet sie auch nur dann an, wenn ein erhöhtes Risiko sehr plausibel erkennbar ist, dass sich das Coronavirus weiterverbreitet haben könnte. Dann sind Schnelligkeit und Konsequenz geboten, um größere Ausbrüche zu verhindern, und bei allem braucht es die eigenverantwortliche Mitarbeit. Insofern der Appell an alle: Nehmen Sie diese Maßnahme ernst, helfen Sie bei der Pandemie-Bewältigung weiter mit.“ Unter den neun Neuinfektionen am Donnerstag ist ein Mitglied der Schulgemeinde der Grundschule Brachttal. Das „Team Schule“ des Gesundheitsamts hat den Kontakt zur Schulleitung aufgenommen und die Kontaktpersonen-Nachverfolgung eingeleitet. Vorsorglich wurde für 22 Personen häusliche Isolierung angeordnet. Von den mittlerweile 1.415 Covid-Fällen seit Ausbreitung im März gelten 1.209 als genesen. Der Inzidenzwert über das Infektionsgeschehen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner ist am Donnerstag erstmals seit Tagen wieder leicht gesunken. Er liegt damit weiter unter der Marke von 20. Stationär behandelt werden derzeit sieben Patienten aus dem Main-Kinzig-Kreis. +++

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