CDU-Wirtschaftsrat fordert höheres Rentenalter

Rente

Berlin. Vor Beginn des CDU-Parteitags hat der Wirtschaftsrat der CDU eine Erhöhung des Renteneintrittsalters gefordert. „Mit der Mütterrente und der Rente mit 63 wurden bereits mehrere rote Ampeln überfahren“, sagte der Generalsekretär der Vereinigung, Wolfgang Steiger, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Weitere Rentengeschenke ohne schlüssige Gegenfinanzierung belasteten die junge Generation. Nur durch eine längere Lebensarbeitszeit über den 67. Geburtstag hinaus sei „ein Kollaps des ganzen Systems“ zu verhindern. „Das Renteneintrittsalter muss deshalb fest an die Lebenserwartung geknüpft werden“, forderte Steiger. Ein Positionspapier des Wirtschaftsrats, das den Zeitungen vorliegt, nennt als Beispiele die Länder Niederlande und Griechenland mit 69 Jahren Lebensarbeitszeit und Dänemark mit 72 Jahren. Gewarnt wird darin auch vor einer „Beitragslawine“, die die junge Generation überrolle. Steiger kritisierte die „Panikmache“ in der Rentendebatte. Die Renten seien an die Lohnentwicklung gekoppelt und hätten sich damit besser als die Preissteigerung entwickelt.

DGB warnt vor „unsinnigen Debatten“ über höheres Renteneintrittsalter

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt angesichts großer Unterschiede in der Lebenserwartung vor „unsinnigen Debatten“ über ein höheres Renteneintrittsalter. „Im reichen Deutschland sterben arme Männer rund elf Jahre früher als wohlhabende, bei Frauen beträgt der Unterschied rund acht Jahre“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wer ein höheres Renteneintrittsalter fordere und dabei pauschal mit einer gestiegenen Lebenserwartung operiere, der verkenne gravierende Unterschiede, die von sozialen und ökonomischen Bedingungen abhingen. Auch in Deutschland gelte mit zunehmender Arbeitslosigkeit ein ansteigendes Sterblichkeitsrisiko als belegt, so Buntenbach weiter. „Arbeitslose sterben demnach früher.“ Die DGB-Funktionärin reagierte auf eine Studie der Zurich-Versicherung, über die die „Welt“ berichtet. Armutsgefährdete Männer in Deutschland haben demnach eine Lebenserwartung von gerade mal 70,1 Jahren. Bei Frauen liegt diese bei knapp 77 Jahren. Dagegen können reiche Männer auf 81 Jahre Lebenszeit hoffen, Frauen auf 85. Als armutsgefährdet gilt in Deutschland, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Reich ist nach dieser Definition, wer über mehr als 150 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügt. Buntenbach warnte mit Blick auf die Studie vor einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters. Sie betonte: „Schon heute schaffen es nur wenige bis zur regulären Rente. Nur jeder sechste 64-Jährige (15,8 Prozent) arbeitet noch in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Bei den 60-Jährigen sind es lediglich 44,8 Prozent.“ Und je größer der Abstand zum gesetzlichen Renteneintrittsalter sei, „desto höher sind die Abschläge und umso niedriger fällt die Rente aus“. Buntenbach bekräftigte, ein höheres Rentenalter bedeute nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm. Sie forderte einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die gesetzliche Rente müsse gestärkt und das gesetzliche Rentenniveau bei 48 Prozent der Durchschnittslöhne stabilisiert werden. +++


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