Nachdem der langjährige Vorsitzende des Behindertenbeirates der Stadt Fulda, Hanns-Uwe Theele, im Frühjahr dieses Jahres sein Amt als Vorsitzender, des seit 2012 bestehenden Beirates der Menschen mit Behinderung, niederlegte, hat sich in der Sitzung vom gestrigen Donnerstagabend im Beisein des Stadtbaurates der Stadt Fulda, Daniel Schreiner (parteilos), der neu formierte Vorstand vorgestellt und konkrete Zielsetzungen formuliert. Der neue Vorstand, um Vorsitzende Lea Widmer, hat Anfang August seine Arbeit aufgenommen. Als Stellvertreterinnen des Beirates der Menschen mit Behinderung fungieren Manuela Pleterschek und Elvira Storch.
Seit seines Bestehens im Jahr 2012 verfolgt der Behindertenbeirat der Stadt Fulda das Ziel, Fulda – salopp formuliert – „barrierefreundlicher“ zu machen. Die Teilhabe der Menschen – „gerade jetzt in diesen Zeiten“ – dürfe man nicht aus dem Blick verlieren, so die neue Vorsitzende des Beirates der Menschen mit Behinderung, Lea Widmer. Als Beispiele jener Themen, an denen der Behindertenbeirat arbeitet, nannte Widmer barrierefreie Zugänge zu Museen und touristischen Zielen. Vor allem der Bahnhof und damit auch der Öffentliche Personennahverkehr seien ihr und ihren 11 stimmberechtigen Mitgliedern – unter ihnen auch Robert Herrlich vom Kreisverband Bundesverband Rehabilitation (BDH) Fulda – wichtig. Eine beratende Funktion innerhalb des Beirates haben fünf Stadtverordnete aus der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung – unter ihnen Stadträtin Sibylle Herbert (FDP) und Knut Heiland (Bündnis 90 / Die Grünen).
Ein Problem für Menschen mit Seh- und Gehbehinderung, das nun bald wieder in den Fokus rückt, sei die aus Sicht des Beirates enorm glatte Bodenbeschaffenheit des Universitätsplatzes. Der Universitätsplatz ist Dreh- und Angelpunkt des innerstädtischen Lebens. In unmittelbarer Nähe erreicht man von ihm aus Schulen, Banken, Arztpraxen, Cafés und Restaurants – und auch das städtische Vonderau Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe. Dass das Herzstück Fuldas, wie der Fuldaer Universitätsplatz von Lokalpolitikern gerne genannt wird, gerade bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nur mit äußerster Vorsicht zu begehen ist, diese Erfahrungen dürften auch schon Menschen ohne Beeinträchtigung gemacht haben. Bezugnehmend auf die bevorstehenden, größeren Veranstaltungen in Fulda wie beispielsweise der Fuldaer Adventszauber, eine Corona-bedingte Abwandlung des beliebten Fuldaer Weihnachtsmarktes, den Hessentag (2021) oder die Landesgartenschau (2023) setzt sich der Beirat der Menschen mit Behinderung für einen barrierefreien Zugang ein. So verfügen die drei Quartiere des Adventszaubers bereits an allen Eingangsbereichen über barrierefreie Zugänge.
In den vergangenen acht Jahren seit seinem Bestehen konnte vieles in Fulda zum Positiven geändert werden, wofür der Beirat glücklich und der Stadt dankbar ist. Auch wenn das bisher für die Stadt Erreichte, manches davon auch (hart) Erkämpfte, nach Befinden des Beirates in den vergangenen acht Jahren unterm Strich eigentlich noch viel zu wenig ist. Derzeit befindet sich der Beirat der Menschen mit Behinderung in der zweiten Wahlperiode, diese werde vermutlich nicht ausreichen, um all das umzusetzen, was der Beirat beabsichtigt. Manches ist ein zäher und oftmals auch schwieriger Prozess, wie beispielsweise ein Rederecht in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung oder die Befugnis von Seiten des Magistrates, sich via Pressearbeit an die Fuldaer Bevölkerung zu wenden – im Übrigen auch ein Zustand, der schon von Seiten des Ausländerbeirates in Fulda beklagt wurde. +++ jessica auth
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