30. September 2016 3:32

Angeregte Diskussion zum Thema Pflegereform

Fulda. „Da habt ihr mich aber ganz schön kritisch rangenommen.“ Mit diesen Worten zog der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Dr. Edgar Franke, ein treffendes Resümee einer angeregten Diskussion zum Thema Pflegereform im Fuldaer ITZ. Die SPD-Bundestagsgeordnete Birgit Kömpel hatte ihren Fraktionskollegen aus dem Schwalm-Eder-Kreis zu einem gemeinsamen Abend mit Vertretern von Pflegeschulen, Ärzteverbänden und Pflegeheimen eingeladen. Themen der Veranstaltung waren unter anderem die Arbeitsbedingungen von Pflegepersonal, die Weiterentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes, Möglichkeiten der Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger sowie der bis 2030 bestehender Pflegefachkräftemangel.

In ihrer Begrüßung hatte Gastgeberin Birgit Kömpel darauf hingewiesen, dass es ihr Ziel sei, weiterhin kompetente Politiker zu wichtigen Themen in die Region zu holen. „Fraktion vor Ort soll eine feste Institution werden“, sagte Kömpel. Pflege sei ein ganz wichtiges Thema, das alle angehe. „Die Politik muss die Pflege insgesamt aufwerten und bessere Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Pflege gestalten. Wir müssen Instrumentarien entwickeln, damit gute Pflege im Bett ankommt. Erste Schritte sind getan, doch es ist noch ein weiter Weg“, sagte Franke und sprach sich unter anderem für eine generalistische Ausbildung in der Pflege aus. Es könne nicht sein, dass gut ausgebildetes Personal aus dem Bereich der Pflege von Krankenhäusern abgeworben werde. Die Arbeitsplätze im Bereich der Pflege müsse man daher strukturell verbessern und Mindeststandards, wie die Anhebung des Pflegebeitrags und den Aufbau eines Pflegevorsorgefonds, einführen. Einig waren sich die anwesenden Gäste, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff so schnell wie möglich eingeführt und umgesetzt werden muss.

Konsens herrschte zwischen Referent und Gästen auch darüber, dass Pflegepersonal besser bezahlt werden muss. Denn sonst sei der Personalmangel nicht zu beheben. Das Thema Ärztemangel im ländlichen Raum stieß Birgit Kömpel an und stellte in den Raum, ob man die Kompetenzen von Pflegepersonal nicht erweitere. Edgar Franke dazu: „Wir wollen den Ärzten nichts wegnehmen, aber sicher ist es ein Weg, wenn man dem Pflegepersonal mehr Aufgaben zuweisen kann.“ Nach 90-minütiger Diskussion endete der offizielle Teil der Veranstaltung. Edgar Franke nahm sich nachher die Zeit für weitere Gespräche im kleinen Kreis und versprach, schon bald wieder nach Fulda zu kommen. +++ fuldainfo

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