Alfred Kaminski soll SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fit für die Zukunft machen

Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Dirk Schüttrumpf, Peter Enders, Alfred Kaminski, Volker Bagus (v.l.)

Fulda. Am gestrigen Mittwochabend haben die Verantwortlichen der neuen, fusionierten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz anlässlich der Vorstellung des neuen Trainers des Fußballvereins zu einer Pressekonferenz in das Fuldaer Hotel Platzhirsch geladen. Ab sofort soll Alfred Kaminski die Geschicke der Sportgemeinschaft lenken. Der 54-jährige Fußballlehrer mit akademischem Hintergrund stammt gebürtig aus dem schleswig-holsteinischen Mölln im Landkreis Herzogtum Lauenburg und war bis zum Oktober 2016 bei den Stuttgarter Kickers unter Vertrag. Den Vertrag bei der Sportgemeinschaft Barockstadt Fulda-Lehnerz hat Kaminski für zwei Jahre unterschrieben. „Wir sind überzeugt: Kaminski ist der richtige Mann!“, begründet Peter Enders, bisheriger Vorstandsvorsitzender des Sportclubs (SC) Borussia 04 e.V. Fulda, den Entschluss aller Verantwortlichen.

„Ich freue mich hier zu sein.“, sagte gestern Alfred Kaminski im Rahmen des Pressegespräches anlässlich seiner Vorstellung als neuer Trainer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in Fulda. „Warum SG Barockstadt Fulda Lehnerz? – Ich fand das Projekt von vornherein sehr interessant – zudem sehe ich viele Entwicklungsmöglichkeiten. Ich habe in den vorläufigen Gesprächen festgestellt, dass wir menschlich sowie spielerisch gut zueinander passen. Uns vereint dieselbe Ansichtsweise, was die gemeinsame Schnittmenge der Vorstellungen von den Entwicklungen eines Vereins anbetrifft.“, begründet Alfred Kaminski seine Ambitionen bezugnehmend seiner neuen Aufgabe.

Wir sind überzeugt: Kaminski ist der richtige Mann!

Alfred KaminskiNach intensiven Gesprächen habe sich der designierte Vorstand darauf geeinigt, den Neuanfang möglichst neutral zu beginnen. Relativ schnell war man sich diesbezüglich darüber einig, dass dies mit einem neuen Trainer gelingen könne. „Dadurch waren wir bei der Trainersuche in der komfortablen Situation, ohne Zeitdruck agieren zu können.“, reflektiert Peter Enders. „Wir hatten – in relativ kurzer Zeit – sehr viele Bewerbungen – auch von außerhalb – auf dem Tisch, was uns überrascht hat.“ Selbst gestern seien noch Bewerbungen für den Trainerposten eingegangen, teilte Peters Enders mit, der selbst darüber überrascht ist, wie sehr die Fusionierung der beiden Vereine – SC Borussia 04 e.V. Fulda und TSV Lehnerz 1965 e.V. – überregional Thema ist und wie sehr der Zusammenschluss positiv bewertet wird.

Das Anforderungsprofil an den neuen Trainer hieß in groben Zügen: Eine große, fußballerische Expertise, ein sehr gutes Netzwerk – gerade im Bereich Hessen und der Regionalliga Südwest -, viel Erfahrung im Nachwuchsbereich, ein klares Konzept sowie ein Händchen dafür, Spieler zu entwickeln, Talente zu erkennen und diese anschließend zu fördern. „Im Vorfeld gab es mit potentiellen Kandidaten Treffen und Gespräche – bei Alfred Kaminski sind wir fündig geworden. Er erfüllt all unsere Anforderungen und konnte den Vorstand gleich beim ersten Treffen begeistern.“, erinnert sich Peters Enders. „Als Fußballlehrer besitzt Alfred Kaminski die fußballerische Fachkompetenz, dazu hat er in den Gesprächen deutlich gemacht, dass er den neuen Verein in seiner Gesamtheit entwickeln will – von der ersten Mannschaft bis zur Jugend. Die Fähigkeit, Talente zu entdecken und Spieler zu entwickeln, hat er oft mehr als nur einmal unter Beweis gestellt.“, blickt Peter Enders Fuldas Fußballlandschaft optimistisch entgegen. „Wir sind überzeugt: Kaminski ist der richtige Mann. Mit ihm werden wir die Ziele der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz verwirklichen!“

Aus der Region kontinuierlich und bodenständig das Maximum rauszuholen

„Beim Start in die Hessenliga wollen wir um den Aufstieg mitspielen.“, hob Enders, der sich bewusst ist, dass dies, mit dem FC Gießen und dem KSV Hessen Kassel, und damit, möglicherweise zwei sehr starken Gegnern, gewiss keine leichte Aufgabe sein wird, weiter hervor. Und auch beim Start in die Fußball-Regionalliga Südwest haben die Verantwortlichen der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz schon jetzt konkrete Pläne: „Wichtig ist es uns, dass immer die Mannschaft und der Verein weiterentwickelt werden – unabhängig des Saisonverlaufs.“, macht Peter Enders deutlich. Beim Start in die Regionalliga soll es möglichst nicht nur bei einem Jahr bleiben. Ist dabei allen bewusst, dass die Strukturen im Verein erst noch wachsen müssen und, dass der neuen Verein an sich erst zusammenwachsen muss; „gleichzeitig sind wir davon angetrieben, aus der Region kontinuierlich und bodenständig das Maximum rauszuholen und uns beständig weiterzuentwickeln.“, so Peter Enders stellvertretend für den designierten Vorstand der Sportgemeinschaft. Alfred Kaminski war neben seinem Hobby, dem Fußball, im normalen Berufsleben bei der Zollfahndung Hamburg beschäftigt, hat danach 15 Jahre „im Amateurbereich“, wie er sagt, in Schleswig-Holstein gearbeitet, bevor zu zum Wirtschaftsstudium nach Münster zog und später die Trainerlizenz des Fußballlehrers erwarb. Es folgten verschiedene Stationen bei Vereinen in verschiedenen Positionen. „Danach“ wollte er, wie er sagt, etwas eigenes machen und ging zu den Offenbacher Kickers und wurde Sportdirektor. Zu seinen letzten Stationen gehören die Stuttgarter Kickers, wo er die Führungspositionen des Interimstrainers und des Leiters der Nachwuchsabteilung wahrnahm, die Offenbacher Kickers, wo er als Sportdirektor tätig war sowie der VfR Aalen, wo er die Rolle des Scouts und Chefanalytikers wahrnahm. Die letzten Monate brachte er mit unterschiedlichen Hospitationen und Scouting-Touren zu.

Bewusst Einfluss nehmen, damit die Vereine eine gute Entwicklung nehmen

„Jetzt gilt es, gemeinsam Projekte voranzutreiben.“, sagte Kaminski am Mittwochabend in Fulda. Konkret bedeutet das, zukünftig verschiedene Bereiche zusammenzuführen. Für Kaminski bedeutet dies nicht nur die beiden Vereine (TSV Lehnerz und SC Borussia Fulda), sondern insbesondere auch „deutlich“ die „JFV Viktoria Fulda“ und „JFV Fulda 2015“ im Nachwuchsbereich. „Natürlich wollen wir hier den Grundstein für die zukünftigen Spieler legen. Hier werden wir ganz bewusst Einfluss nehmen, damit diese Vereine eine gute Entwicklung nehmen.“, prognostiziert Kaminski und ist optimistisch dahingehend, dass wir gute Voraussetzungen haben, ganz gleich, wie die Spielkraft auch sein wird.“

Externe Zugänge nicht ausgeschlossen

Für den 54-jährigen Schleswig-Holsteiner ist auch dies, wie er in der gestrigen Pressekonferenz mitteilte, ein Neuanfang. „Es ist ein neuer Verein, wir starten bei Null.“, so Kaminski. Für Fuldas Fußballlandschaft bedeutet das für die Zukunft, diese realistisch zu planen, wie zu legen. Im Moment begreift der neue Trainer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz seine neue Aufgabe als Prozess der Zusammenführung, bei der jeder Spieler die Möglichkeit hat, sich zu beweisen und zu qualifizieren. Auch externe Zugänge schließt der Fuldaer Neuzugang von vornherein nicht aus. Immer abhängig sei dies davon, welche Leistungen die Spieler bringen, was sie auf dem Feld zeigen und – ganz wichtig – was sie wollen. Klar sei, dass jeder Spieler von vornherein in die Regionalliga will; „dafür muss ich allerdings auch etwas tun.“, mahnt der neue Trainer seine zukünftigen Schützlinge und wird noch deutlicher: „Um dieses, mein Ziel erreichen zu können, muss ich mich mit vollem Ellenbogeneinsatz einsetzen.“

Jeder, der sich nicht an die Regeln hält, schadet dem gesamten Team

Der 54-Jährige beschreibt sich selbst als Persönlichkeit, die klare Regeln vorgibt und erwartet, dass diese Regeln eingehalten werden. Immer klar müsse sein: „Jeder, der sich nicht daran hält, schadet dem Team. Gerade das Team ist es aber, mit dem eine Mannschaft ihren Weg beschreitet. Natürlich ist das bei einem Neuanfang – erst recht, wenn dieser aus zwei unterschiedlichen Wurzeln heraus begonnen werden muss – nicht einfach. Der entscheidende Punkt dabei ist aber, dass man gemeinsam bei Null beginnt. Die Entwicklung, dass dies gelingen kann, bewerte ich als sehr positiv.“, sagte Alfred Kaminski bezugnehmend der Fusionierung der beiden Vereine am Mittwochabend in Fulda. Damit dies gelingt, versprach der neue Trainer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz schon gestern alle mitzunehmen. Wichtig sei, dass man gemeinsam ein Ziel verfolgt. Hierzu noch einmal Alfred Kaminski: „Ich will, dass sich alle als ‚ein Team‘ verstehen. Damit dies gelingt, sind alle – Wirtschaft, Politik und Medien – gefordert. Ich wünsche mir, dass diese, neue Mannschaft ihre neue Aufgabe unbelastet antritt.“

Seine fußballerische Philosophie beschreibt der 54-Jährige als zielgerichtet, ballorientiert und aggressiv. „Ich mag es ballorientiert zu verteidigen.“ So werde Kaminski auch zukünftig, wie er gestern mitteilte, den Ablauf des Trainings immer am Spiel orientieren. „Wir müssen aber auch hier erst einmal sehen, ob wir die Spieler überhaupt zur Verfügung haben, die das auch umsetzen können. Letztendlich spielt man auf Tore aus.“ +++ jessica auth


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3 Kommentare

  1. Kann beiden nur Recht geben. Jetzt kommt jeden Tag ein Beitrag. Wie beim Firmenlauf. Und das nur um möglichst oft einen Werbeblock einzuschieben. Das was andere Medien abliefern, ist schon kaum noch zuertragen. Fast nur noch PR Artikel.

  2. Hervorragend beschrieben, Waldtraud!
    Mir scheint, als seien die O-Plattformen und das Barock-Blättchen (zu abenteuerlichem Preis, weil konkurrenzlos!) hauptsächlich nur noch Werbeplattformen. Wer wirbt, wird gut behandelt (umschwänzelt,schöngeschrieben), wer nicht wirbt, wird ignoriert oder gar ausgepustet.
    Schon alleine vom vielen Werbegeflimmer wird man blind, geschweige den schlauer.

  3. Liebe Fußballfreunde,
    ich möchte mich im Namen aller hiesigen Fans bedanken, dass man sich seitens der Verantwortlichen dazu entschlossen hat, auch unzensierte / unabhängige Berichterstattung zuzulassen (Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers Kaminski- Einladung , gemeint ist fuldainfo)
    Leider ist im Bereich Fulda eine Abhängigkeit der Medien von gut zahlenden Auftraggebern erkennbar. Die Berichterstattung wird von diesen sehr beeinflusst und oft bei privaten Treffen / Stammtisch etc. abgesprochen.
    Als Fußballfan kann ich Borussia Fulda zu dem Schritt in die Gemeinsamkeit mit dem erfolgreichen TSV Lehnerz nur beglückwünschen. Außer „Gerede“ von Tradition war nichts großartiges erkennbar. Dritte Liga ist in weiter Ferne! Leider hat dieser Verein die letzten Jahre nur durch Misserfolge brilliert. Außer letzten Samstag im Spiel gegen den TSV Lehnerz. Respekt vor dieser Leistung.
    Ein großes Dankeschön gebührt Marco Lohsse (Trainer der Lehnerzer). Er ist verantwortlich für die beste Saison, die Lehnerz je gespielt hat. Schade, dass er nicht als Trainer für den neuen Verein nominiert wurde.
    W.W.

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