Mitten in der Darmstädter Innenstadt ist ein Bauprojekt entstanden, das nach Ansicht der Beteiligten beispielhaft für die Zukunft des Bauens steht. In Kooperation haben Jökel Bau aus Schlüchtern und Bien Zenker ein ehemaliges Ladenlokal am Ludwigsplatz aufgestockt und in ein modernes Geschäftshaus umgewandelt. Die Besonderheit des Projekts liegt in der gewählten Holzhybridbauweise, bei der Holz und Beton miteinander kombiniert werden.
Die Umsetzung stellte die Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Die enge Innenstadtlage und das hohe Besucheraufkommen machten die Baustellenlogistik komplex. „Aber wir lieben Herausforderungen“, sagt Gregor Faust, Bauleiter bei Jökel Bau, der das Vorhaben gemeinsam mit Oberbauleiter Erhard Matheis betreute.
Die Holzhybridbauweise verbindet die Vorteile beider Baustoffe. Neben gestalterischen Aspekten spielt dabei insbesondere die Nachhaltigkeit eine Rolle. „Das ist das Baukonzept der Zukunft“, sagt Faust. Ein weiterer Vorteil besteht in der hohen Vorfertigung der Holzelemente, die eine vergleichsweise schnelle Montage ermöglicht.
Mit den Arbeiten wurde im August 2025 begonnen. Noch vor Weihnachten konnten die letzten Holzelemente montiert und die Baustelle termingerecht an die nachfolgenden Gewerke übergeben werden. Bis dahin galt es jedoch, mehrere Hürden zu meistern. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse konnte kein großer Kran eingesetzt werden. Gleichzeitig war der Bauablauf stark von den Wetterbedingungen abhängig, da die Holzelemente während der Montage nicht durchnässt werden dürfen.
Für beide Herausforderungen fanden die Unternehmen Lösungen. Weil die Holzelemente deutlich leichter als Betonfertigteile sind, konnte nach entsprechenden Berechnungen ein kleinerer Kran eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde ein detaillierter Zeitplan entwickelt, der genügend Flexibilität bot, um auf wechselnde Wetterlagen zu reagieren. Bei Bedarf konnten Montagetermine verschoben werden, ohne den vorgesehenen Fertigstellungstermin zu gefährden.
Bevor die eigentlichen Aufstockungsarbeiten beginnen konnten, wurde das bestehende Gebäude zunächst entkernt und statisch ertüchtigt. Anschließend dauerte die Aufstockung eines Geschosses jeweils nur sechs Tage. Dadurch konnte die Bauzeit gegenüber einer konventionellen Bauweise deutlich verkürzt werden. „Das war natürlich klasse, weil wir die Anwohner nicht langfristig belästigen mussten“, sagt Gregor Faust.
Für Jökel Bau handelte es sich bereits um das zweite gemeinsame Projekt mit Bien Zenker. Gerade bei der Holzhybridbauweise sei eine enge Abstimmung zwischen den Beteiligten entscheidend, erläutert Erhard Matheis. Zahlreiche Anschlusspunkte zwischen Holzbau und Rohbau erforderten hohe Maßgenauigkeit und eine sorgfältige Planung aller Abläufe. Der Rohbau müsse dabei stets einen Schritt voraus sein, damit die Montage der Holzelemente reibungslos erfolgen könne.
Nach Abschluss der Arbeiten blicken beide Unternehmen zufrieden auf das Ergebnis. Am Ludwigsplatz in Darmstadt ist ein Gebäude entstanden, das moderne Bauweisen, kurze Bauzeiten und nachhaltige Materialien miteinander verbindet. +++
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