Mit einem prominent besetzten Festakt starten die 75. Bad Hersfelder Festspiele in ihre Jubiläumssaison. Wenn Bürgermeisterin Anke Hofmann, Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Intendantin Elke Hesse zur offiziellen Eröffnung in der Stiftsruine sprechen, werden sie von zwei bekannten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Theaterwelt begleitet. Für den Festakt hat Intendantin Elke Hesse die Kammerschauspielerin und Sängerin Sona MacDonald sowie den Schauspieler Julian Weigend gewonnen.
Für Julian Weigend ist der Auftritt eine Rückkehr an einen Ort, mit dem ihn ein bedeutender Teil seiner Karriere verbindet. Der gebürtige Grazer wurde in Bad Hersfeld als erster Schauspieler überhaupt mit dem Zuschauerpreis der Festspiele ausgezeichnet und erhielt im darauffolgenden Jahr zusätzlich den Großen Hersfeldpreis. Beim Jubiläumsfestakt wird er Max Reinhardts „Rede über den Schauspieler“ rezitieren, einen bis heute richtungsweisenden Text des legendären Theaterregisseurs über das Selbstverständnis moderner Schauspielkunst.
Die Stiftsruine war für Weigend bereits in den 1990er-Jahren eine wichtige Bühne. 1995 spielte er unter der Regie von Volker Lechtenbrink in Carl Zuckmayers „Der Rattenfänger“, ein Jahr später folgte die Rolle des Mercutio in „Romeo und Julia“. Einem breiten Fernsehpublikum wurde Weigend später als Kommissar Thomas Hunger an der Seite von Götz George in der „Schimanski“-Reihe des „Tatorts“ bekannt, die er zwischen 1998 und 2013 verkörperte. Aktuell steht er als Dr. Kai Hoffmann in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ vor der Kamera. Parallel bleibt er der Theaterbühne verbunden und ist in diesem Jahr erneut als „Jedermann“ an verschiedenen Spielstätten in Deutschland und Österreich zu sehen.
Den musikalischen Teil der Eröffnung übernimmt unmittelbar vor Weigends Auftritt Sona MacDonald. Die österreichisch-amerikanische Kammerschauspielerin interpretiert gemeinsam mit dem Festspielorchester unter der Leitung von Christoph Wohlleben den Titel „I’m Still Here“ aus dem Musical „Collies“ von Stephen Sondheim. Auch MacDonald verbindet eine besondere Geschichte mit den Bad Hersfelder Festspielen. Bereits im Jahr 2000 stand sie als Maria Stuart in Friedrich Schillers Drama unter der Regie von Hans Gratzer auf der Bühne und spielte an der Seite von Tatja Seibt als Elisabeth I. 2022 war sie zudem Teil der Abschlussgala.
MacDonald zählt seit Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Der frühere Intendant Boy Gobert holte sie an das Wiener Theater in der Josefstadt, wo sie mit Regisseuren wie Peter Zadek und Peter Stein zusammenarbeitete. Große Erfolge feierte sie unter anderem als Marlene Dietrich in „Engel der Dämmerung“ sowie als „Fräulein Julie“ in August Strindbergs gleichnamigem Drama, für das sie mit dem Nestroy-Preis als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus gilt sie als ausgewiesene Kurt-Weill-Spezialistin und gastierte mit dessen Werken unter anderem in Los Angeles, London und Jerusalem. Auch im Fernsehen war sie in Produktionen wie „Tatort“ und „Derrick“ zu sehen.
Komplettiert wird der Festakt am Freitag, 26. Juni, um 18 Uhr in der Stiftsruine durch die Festrede des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, den Bürgermeisterin Anke Hofmann als langjährigen Förderer und Freund der Bad Hersfelder Festspiele gewinnen konnte.
Schon vor Beginn des offiziellen Programms soll die Jubiläumsstimmung in der Innenstadt spürbar werden. Das Community-Projekt „HERZfeld Wir26“ hat in den vergangenen Monaten Menschen aller Generationen zusammengebracht, die sich beim Singen, Tanzen und Schauspielern künstlerisch eingebracht haben. Am Jubiläumstag präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ergebnisse in der Innenstadt. Auch Bürgermeisterin Anke Hofmann, Intendantin Elke Hesse und mehrere Ehrengäste wollen die Aufführungen besuchen, bevor sie gemeinsam zur Stiftsruine ziehen. Nach dem Festakt wird der „Rote Teppich“ eröffnet. Den Abschluss des Eröffnungstages bildet ab 21 Uhr die Premiere von „Parzival oder die Suche nach dem Heiligen Gral“. +++
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