40 Jahre Europatag: Ein wahrer Grund zum Feiern

Ascheibelhut
Andreas Scheibelhut. Foto: privat

„Der 9. Mai ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, aber ein besonderer Grund zum Feiern.“ Für Andreas Scheibelhut, stellvertretender Vorsitzender der Europa-Union Fulda/Hünfeld, ist die Bedeutung dieses Datums auch nach Jahrzehnten ungebrochen. Denn am 9. Mai 1950 habe der damalige französische Außenminister Robert Schuman eine Idee vorgestellt, die Europa nachhaltig verändern sollte.

Deutschland und Frankreich sollten ihre Kohle- und Stahlproduktion künftig gemeinsam verwalten. Gerade um diese Industriegüter seien zuvor immer wieder Kriege geführt worden. Aus diesem Vorstoß entstand die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl – Ausgangspunkt der europäischen Einigung und Vorläuferin der heutigen Europäischen Union.

Seit jener Zeit habe sich Europa tiefgreifend verändert. Städtepartnerschaften, Schüleraustausche und Jugendbegegnungen hätten dazu beigetragen, dass Menschen über Grenzen hinweg zusammengewachsen seien. Auch im Landkreis Fulda seien daraus zahlreiche Freundschaften entstanden. Partnerschaftsaustausche etwa mit Landerneau, Arles, Leitmeritz oder Dokkum seien längst zu einer festen und lebendigen Tradition geworden, erklärt Scheibelhut, der sich auch als stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union Hessen seit vielen Jahren für die europäische Idee engagiert.

Ein weiterer Meilenstein folgte 1985: Die europäischen Staats- und Regierungschefs erklärten den 9. Mai offiziell zum Europatag. Gleichzeitig beschlossen sie, die zwölf goldenen Sterne auf blauem Grund zur offiziellen Flagge der europäischen Staatengemeinschaft zu machen. Ebenso wurde Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ zur Europahymne bestimmt.

Erstmals gefeiert wurde der Europatag am 9. Mai 1986. Damals wurde auch die Europaflagge auf dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel gehisst. „Am 9. Mai feiern wir daher auch das 40. Jubiläum des Europatags und der Europaflagge als Symbole der EU“, betont Scheibelhut.

Noch wichtiger sei jedoch die Botschaft hinter diesen Symbolen: Einheit in Vielfalt, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Ebenso die Erkenntnis, dass Europa Herausforderungen besser gemeinsam bewältigen könne. „Gerade in Zeiten wie diesen ist dies ein Schatz, den es zu bewahren gilt“, unterstreicht Scheibelhut.

Im Rahmen der Europawochen organisiert die Europa-Union Kreisverband Fulda-Hünfeld am 8. Mai 2026 von 10 bis 15 Uhr im Bereich „Unterm Heilig Kreuz“ in Fulda gemeinsam mit Pulse of Europe, Europe Direct Nordosthessen und weiteren Partnern eine Kooperationsveranstaltung. Geplant sind unter anderem ein Jugendpodium, ein EU-Poetry-Slam, Diskussionen über Europa sowie Gespräche mit bekannten Politikern.

Ein weiterer Termin folgt am 18. Juni 2026 im Stadtschloss Fulda. Dort wird der „Europäische Wettbewerb“ für die Bundessiegerinnen und Bundessieger verliehen. Zudem kann eine EU-Wanderausstellung besichtigt werden. +++


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