Zukunft der Altenheimseelsorge: Bistum Fulda und Caritas auf bundesweitem Vernetzungstreffen

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Die Seelsorge in der Altenpflege steht vor tiefgreifenden Veränderungen, weshalb das Bistum Fulda und der Diözesancaritasverband künftig verstärkt auf neue, flexible Strukturen im Sozialraum setzen. Angesichts dieser veränderten gesellschaftlichen Realität befasste sich das diesjährige bundesweite Vernetzungstreffen der AltenPflegePastoral (APP) im Frankfurter Haus am Dom mit den drängendsten Zukunftsfragen der kirchlichen Begleitung. Zu den Teilnehmern der Fachtagung gehörten auch Oliver Krah vom Caritasverband Fulda sowie Diakon Dr. mult. Meins G.S. Coetsier vom Bistum Fulda. Das bereits zum dritten Mal stattfindende, jährliche Treffen unter dem Leitmotiv „Seelsorge und neue Realitäten“ wurde vom Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) organisiert und von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) unterstützt, wobei Claudia Stein als Referentin des VKAD und Julia Brümmer als Referentin der DBK zur Eröffnung in die Thematik einführten. Ziel des Austausches war es, Akteure aus Bistümern, Diözesancaritasverbänden und Pflegeeinrichtungen bundesweit zu vernetzen.

Hintergrund des Umdenkens sind gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Ambulantisierung der Pflege, weshalb die moderne AltenPflegePastoral die klassische Heimseelsorge hin zu einem sozialräumlichen Ansatz öffnet, der die soziale Frage des 21. Jahrhunderts aktiv in den Blick nimmt. Dabei müssen das System der professionellen Pflege und das der kirchlichen Seelsorge kompatibel gemacht werden. Ein zentraler Schwerpunkt der Konferenz war die Bilanzierung des DBK-Papiers „Mitsorgend bei den Menschen sein“, das vor eineinhalb Jahren veröffentlicht wurde. Dr. Sonja Sailer-Pfister, Hauptreferentin und Bistumsbeauftragte für Hospizseelsorge im Bistum Limburg, sowie Gundekar Fürsich, Geschäftsführer der CTE Erfurt gGmbH, gaben hierzu wichtige Impulse und hinterfragten die bisherige Wirkung der Richtlinie in den Diözesen. Am Rande der Veranstaltung betonte Diakon Dr. Coetsier aus Fulda, dass die Menschen heute anders alt werden als noch vor wenigen Jahrzehnten und die Kirche dorthin gehen müsse, wo die Betroffenen und ihre Angehörigen in ihrem Alltag stehen, was Mut zu neuen, flexiblen Strukturen im Sozialraum erfordere.

Ein Kerngedanke der Tagung war die radikale Erweiterung der Zielgruppen, da sich seelsorgliche Angebote längst nicht mehr exklusiv an Heimbewohner richten, sondern das gesamte System der Altenpflege umfassen – von den pflegenden Angehörigen über die Pflege- und Betreuungskräfte bis hin zu allen Mitarbeitenden in den Einrichtungen. Oliver Krah von der regionalen Caritas ergänzte mit Blick auf die Praxis, dass Pflegekräfte und pflegende Angehörige tagtäglich Enormes leisten und es eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre sei, sie in die seelsorgliche Begleitung einzubinden sowie eine Kultur von begleitender Seelsorge in Verbindung mit Spiritual Care im System zu verankern. Dieser interprofessionelle Ansatz betrachtet die spirituelle und existenzielle Begleitung als gemeinsame Aufgabe aller Berufsgruppen.

Die konkreten Anforderungen an das Anforderungsprofil der seelsorglichen Begleitung wurden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Für die Caritasverbände sprach Dr. Gwendolin Wanderer als Referentin für Caritasprofil und Ethik beim Caritasverband für die Diözese Limburg e. V., während Werner Fusenig von der Caritas-Seniorenheime Betriebsführungs- und Trägergesellschaft gGmbH und Bernd Trost als Einrichtungsleitung der Franziska Schervier Altenhilfe GmbH die Sichtweise der Einrichtungsträger in die Debatte einbrachten. Zudem widmete sich ein praxisnaher Workshop dem sensiblen Thema des Umgangs mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in den Einrichtungen und Diensten, was als neue Realität und wachsende Herausforderung von den Mitarbeitenden in der Pflege und Seelsorge zunehmend eine klare ethische Haltung und intensive Kleingruppenarbeit verlangt.

Als konkrete Empfehlung für die Zukunft wurde das integrative Modell „SpECi“ (Spiritual / Existential Care interprofessionell) vorgestellt, das seelsorgliche Begleitung fest in die christliche Unternehmenskultur einbettet und Betroffene ins Zentrum eines dichten Netzes stellt. Um den Ansprüchen trotz des herrschenden Fachkräftemangels gerecht zu werden, umfasst das künftige Aufgabenprofil ein breites Spektrum. Neben klassischen Aufgaben wie Gesprächen, Gottesdiensten und Sakramentenspenden gehören dazu künftig auch systematische Sozialraum- und Situationsanalysen sowie die verstärkte Gewinnung, Schulung und Begleitung von ehrenamtlichen Mitarbeitenden. +++


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