Schlitz. Gegenwärtig erleben wir im Herzen Europas die dritte Völkerwanderung oder auch Einreisewelle innerhalb von 70 Jahren. Gegenwärtig, wie in der Vergangenheit, wurden und werden diese gewaltigen Bewegungen der betroffenen Menschen von großer Hilfsbereitschaft der aufnehmenden Bevölkerungen begleitet. Es gab aber auch in der Vergangenheit gegen diese Entwicklungen Proteste und kriminelle Handlungen, wie das leider auch wieder aktuell ist. Und zieht man schlussendlich eine Bilanz über die beiden vorherigen Einreisewellen, dann ist sie vorwiegend positiv zu beurteilen. Nach unseren nicht allzu Zeit aufwendigen Recherchen in verschiedenen Medien, vorwiegend im Internet, dürften die nachfolgenden Zeilen für die interessierten Leser nicht uninteressant sein. Sie lassen sogar Hoffnung aufkommen, dass auch die jetzige Flüchtlingssituation gemeistert werden kann, dass sie der demografischen Entwicklung in unserem Land und unter Umständen auch der wirtschaftlichen Entwicklung künftig notwendige oder zusätzliche Impulse geben kann.
Flüchtlinge und Vertriebene im Westen
Prof. Dr. Jochen Oltmer, Professor für Neueste Geschichte der Migration am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück hat 2005 unter anderem Folgendes ins Internet gestellt: "An die zwei Millionen Deutsche hatten Flucht, Vertreibungen oder Deportationen nicht überlebt, etwa eine Million wurde in die UdSSR deportiert. Von den 12,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in der Bundesrepublik und DDR des Jahres 1950 kam mit knapp sieben Millionen der größte Teil aus den ehemals deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße. Als nächstgrößere Gruppe folgten knapp drei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus der Tschechoslowakei. Hinzu kamen 1,4 Millionen aus dem Polen der Vorkriegsgrenzen, 300.000 aus der bis 1939 unter der Verwaltung des Völkerbunds stehenden Freien Stadt Danzig, knapp 300.000 aus Jugoslawien, 200.000 aus Ungarn und 130.000 aus Rumänien. In den vier Besatzungszonen in Deutschland gab es keine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge und Vertriebenen. Ländlich geprägte Gebiete mussten weitaus mehr Menschen aufnehmen als die vor allem durch Luftangriffe häufig schwer zerstörten städtisch-industriellen Ballungsräume. Die Wohnungssituation und die Versorgungsmöglichkeiten mit Lebensmitteln schienen in den Landgemeinden und ländlichen Kleinstädten besser zu sein. Insgesamt war der Osten Deutschlands stärker betroffen als der Westen. Innerhalb der drei westlichen Besatzungszonen waren wiederum die östlichen Gebiete stärker belastet als die westlichen. Ende 1947 lag der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen an der Gesamtbevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone bei 24,3 Prozent. Die amerikanische Besatzungszone blieb demgegenüber mit 17,7 Prozent ebenso zurück wie die britische mit 14,5 Prozent. In der französischen Besatzungszone lag der Flüchtlingsanteil an der Gesamtbevölkerung sogar bei nur rund einem Prozent. Der Grund war die Weigerung der französischen Besatzungsbehörden, Flüchtlinge und Vertriebene aufzunehmen".
Tragende Elemente
In der Regel bildete die gemeinsame Herkunft das verbindende und tragende Element. Es wurden Organisationen und Verbände gebildet (Landsmannschaften). In Deutschland bildete sich als Dachorganisation der Heimatvertriebenen der Bund der Vertriebenen. Er umfasst 21 Landsmannschaften, worunter die mitgliederstärksten die Sudetendeutsche Landsmannschaft und die Schlesische Landsmannschaft sind. Mit Gründung der Bundesrepublik fanden dann auch in jährlicher Folge Bundestreffen der Vertriebenenverbände statt. Bekannt sind hier die großen Pfingsttreffen. Eine sehr aktive Gemeinschaft der Sudetendeutschen ist heute noch in Lauterbach aktiv.
In Österreich fanden etwa 430.000 Vertriebene Aufnahme. Hier entstand bereits im Jahr 1945 der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs. Deutschland und Österreich sahen sich in der Pflicht, den Vertriebenen als besonders betroffener Bevölkerungsgruppe Hilfe zu leisten. In beiden Ländern wurden Lastenausgleichsgesetze erlassen (1952 und 1956). Dazu gab es viele Meinungsäußerungen, eine davon lautet: "Dass die Vertriebenen im zerbombten Westdeutschland oder der SBZ nicht mit offenen Armen aufgenommen wurden, bezweifelt doch keiner. Im Gegenteil: Zu den konfessionellen Gegensätzen kamen die brutalen existenziellen Nöte. Mit Lastenausgleichsgesetz und vielen anderen Maßnahmen war es insgesamt aber eine gigantische Leistung, diese Lage zu bewältigen. Ohne die Vertriebenen wäre auch das Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen".
4.481.882 Aussiedler suchten den Weg zurück
Von den insgesamt 4.481.882 Menschen, die seit 1950 als (Spät-)Aussiedler in der Bundesrepublik Aufnahme gefunden haben, leben heute noch ca. 3,2 Millionen (ca. 70 Prozent) in Deutschland. Die Differenz geht vor allem auf Todesfälle zurück und nur zu einem geringen Anteil auf eine Auswanderung aus Deutschland. Im Zeitraum von 1951 bis 1987 kamen etwa 1,4 Millionen Aussiedler in die Bundesrepublik, zum überwiegenden Teil aus Polen und Rumänien. Ihre Eingliederung verlief weitgehend problemlos. Mit der Öffnung des Ostblocks seit Michail Gorbatschow veränderte sich die Situation drastisch: Seit 1988 stieg die Zahl der Aussiedler sprunghaft an und erreichte 1990 mit fast 400.000 Menschen einen Höhepunkt. Seitdem geht der Zuzug von Aussiedlern bzw. Spätaussiedlern stetig zurück. Während der Anteil von Personen aus Polen und Rumänien aufgrund der Demokratisierungsprozesse und der Verbesserung der Minderheitensituation rasch absank, stieg der Anteil der Deutschen aus Russland und Kasachstan seit dem Ende der Sowjetunion 1991 und den erleichterten Ausreisemöglichkeiten stark an.
1,7 Millionen zogen von Ost nach West
Neben den obigen Zahlen darf man auch die folgenden nicht vergessen: Seit 1990 sind per Saldo mehr als 1,7 Millionen Menschen von Ost- nach Westdeutschland abgewandert. Hatten in den Jahren 1989 und 1990 jeweils noch mehrere hunderttausend Menschen dem Osten den Rücken gekehrt, so sank dieser Wert relativ rasch auf ein Minus von nur noch 2.500 Personen. Gegenwärtig gibt es teilweise sogar mehr Rückkehrer als die, die nach Westdeutschland gehen. Zieht man eine Gesamtbilanz über die Volksbewegungen alleine nur in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahrzehnten, so darf man die vielen Evakuierten nicht vergessen, die aus den zerbombten Städten auch in unsere Heimat gekommen waren. Erfreulich zwar, dass zurzeit die aktuellen Meldungen in den Medien sehr viel Positives im Umgang und der Fürsorge zu lesen ist, so darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Diskussionen in der Bevölkerung bei weitem nicht nur positiv und zustimmend sind. In der Sendung "Hart aber fair" wurde das auch deutlich erkennbar.
Positive Aussagen
In unserer Heimatzeitung konnte ich folgende Meldungen finden, in denen unter anderem die obigen Themen angesprochen worden sind. 1949 hatte der sehr sachkundige Heimatforscher Heinrich Sippel auch folgende Zeilen zur Heimatvertreibung veröffentlicht: "Daneben bestehen alle die Geschäfte und Betriebe, die Schlitz, das durch den Zustrom von Flüchtlingen, Ausgewiesenen und Evakuierten von 3000 auf 5000 Einwohner angewachsen ist, zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des umliegenden Schlitzerlandes und seiner 16 Gemeinden machen, wie es auch in kultureller Hinsicht seit jeher das Zentrum dieses Gebietes darstellt. Manche wertvolle Anregung und Bereicherung für Kultur und Wirtschaft haben unsere Neubürger aus dem Osten gegeben und mit Fleiß und Wagemut in die Tat umgesetzt. Die Stadtverwaltung ist bestrebt, ihnen den Weg zu ebnen und zu helfen, damit sie hier eine neue Heimat finden mögen".
In dem Bericht über einen Vortrag unseres Stadtältesten Fritz Kumpf, im Jahr 2003 zum Jubiläum der katholische Kirche, ist zu diesem Thema unter anderem zu lesen: "Am 9. Februar 1946 wurde vom Grenzbahnhof Furth i. Walde der erste Transport von Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland in Lauterbach angekündigt. In der Nacht vom 11. auf den 12. Februar traf der Zug in Lauterbach Hessen Nord ein. Es war der erste Transport von Heimatvertriebenen im Regierungsbezirk Darmstadt. Lauterbach wurde auch Durchgangsstation für die Landkreise Alsfeld und Büdingen. Von dort aus wurden die Vertriebenen mit ihrem geringen Gepäck auf die einzelnen Ortschaften verteilt. Die zu dieser Zeit noch unerfahrenen neuen Bürgermeister in den Dörfern und Städten standen bei der Wohnungsverteilung vor riesigen Problemen.
Mit der Ausweisung und der Erschließung neuer Baugebiete in Schlitz, mit der Förderung des Mietwohnungsbaus durch die Heimstätten Baugesellschaft und der finanziellen Unterstützung im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus, wuchs die Einwohnerzahl der Kernstadt. Trotz der schon längst in Gang gesetzten Abwanderung in das Rhein-Main-Gebiet, erreichten 1967 die Einwohnerzahlen wieder den absoluten Höhepunkt, der aber eindeutig zu Lasten der damals noch selbständigen Schlitzerländer Gemeinden ging. Es gab leistungsfähige Baubetriebe und es gab zahlreiche handwerkliche Kleinstbetriebe die Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausbildungsplätze boten. Die Nachfrage nach Verbrauchsgütern aller Art war außerordentlich hoch, an der die Heimatvertriebenen, die bei Null anfangen mussten, einen hohen Anteil hatten. Und noch etwas: 40 % aller Beschäftigten arbeiteten im Schlitzerland noch 1960 in der Land- und Forstwirtschaft".
Ausblick
Wer kann schon jetzt voraussagen, wie sich die aktuelle Flüchtlingssituation weiter entwickeln wird. Volkswirtschaftlich gesehen, sind die von den Politikern geschätzten 10 Milliarden Euro an Unterstützung für die zu uns kommenden Flüchtlinge kein verlorenes Geld, zumal sie von den Betroffenen für ihren Lebensunterhalt weitgehendst bei uns ausgegeben werden. Und sollten auch nachfolgend soziale Programme den Verbleib dieser Menschen, so wie das in der Vergangenheit der Fall war, bei uns unterstützen, dann werden diese unter Umständen gleiche Impulse unserer Volkswirtschaft geben können. Schön, dass auch bei uns bereits wichtige Weichen gestellt werden, die der negativen, demografischen Entwicklung entgegen wirken könnten. Dass der Innenminister negative Auswirkungen auf unsere Sicherheit nicht ausschließen kann, versteht sich leider von selbst. +++ fuldainfo | hans schmidt
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Das, was der Autor hier beschreibt, betrifft hauptsächlich Menschen, die mit den hier lebenden Menschen einige wichtige Dinge verband:
- es waren ausnahmslos Deutsche
- sie sprachen also dieselbe Sprache wie wir
- sie stammten aus demselben christlichen Kulturkreis
Die Menschen, die heute zu uns kommen und hier vor allem leben und arbeiten wollen
- entstammen einem uns fremden, aber zivilisierten Kulturkreis
- sind keine Christen, also durchweg Moslems
- sprechen oft nicht unsere Sprache, aber Englisch
Von denen, die bereits hier sind, kann man oft beobachten, daß sie sich aus verschiedensten Gründen leider viel zu oft abkapseln und in ihrer eigenen Parallelwelt leben, da ihnen unsere Gesellschaft fremd ist und bleibt.
Die meisten Syrer, die jetzt hierher kommen und, so die neuesten Nachrichten, auf ein schnelles unbürokratisches Verfahren hoffen dürfen, sind jung, oft gut gebildet und belastbar. Zudem fast ausnahmslos männlich! Einen Zuzug in die Sozialsysteme halte ich daher für ein böses Gerücht.
Man könnte also fast sagen: Syrien hat seine Jugend hierher geschickt in der Hoffnung, daß sie hier ein besseres Leben haben werden. Und arbeiten wollen sie!
Und natürlich warten vor allem deutsche Unternehmen dringend auf diese jungen Leute, denn viele Lehrstellen sind immer noch unbesetzt und vor allem Stellen im Handwerk und dort, wo schwere oder schmutzige Arbeit verrichtet werden muss, bleiben oft unbesetzt. Da kommt frischer belastbarer Nachwuchs gerade recht.
Genau das, was jetzt passiert, hat ja auch Herr Alt in der letzten SVV gefordert: Möglichst schneller Zugriff auf diese Leute, um den Bedarf an Arbeitskräften in vielen Unternehmen zu decken. So weit so gut.
Schwierig und immer schwieriger wird es aber nun für all diejenigen, die schon älter sind, noch Arbeit haben bzw. keine Arbeit mehr haben oder schon lange nach Arbeit suchen. Sie werden nun wohl gar nichts mehr finden, da der Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt durch diesen Schwung junger Menschen noch härter wird. Das vor allem wird böses Blut, Hass und Feindschaft in diesen Schichten produzieren.
Einen Fehler, den man in den 50-ern und 60-ern mit den türkischen und griechischen Einwanderern auch in Fulda gemacht hat, sollte man jetzt allerdings nicht wiederholen: Wenn die Unternehmen diese Menschen haben wollen, dann sollte auch die Vermittlung guter Deutschkenntnisse zwingend vorgeschrieben werden. Denn ohne gute Deutschkenntnisse, wie sie leider bei vielen Griechen und Türken der ersten Einwanderergeneration immer noch zu beobachten ist, kann man in unserem bürokratischen Rechtsstaat gerade im Alter bei der Geltendmachung von Renten- bzw. Sozialleistungsansprüchen sich nur sehr schwer durchsetzen.
Übrigens: In meiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnen seit einiger Zeit zwei afghanische junge Männer. Die kamen ohne Familie hierher und sprechen mittlerweile perfekt Deutsch. Beide haben schnell hier Arbeit gefunden und da kann man trotz aller Skepsis sagen: Hier scheint die Integration gelungen.
Man sollte nur bei aller Willkommenskultur diejenigen nicht vergessen, die hier geboren sind, seit Jahren keine oder nur schlecht bezahlte Arbeit haben und am unteren Rande der Gesellschaft leben. Diese Menschen gehören auch zu Deutschland. Man darf sie nicht vergessen! Oder gegen die Neubürger ausspielen.