Vonderau Museum Fulda zeigt „Essenz – Blick in die Rhön“

Gestern Abend wurde in der Kapelle des Vonderau Museums Fulda die Sonderausstellung „Essenz – Blick in die Rhön“ durch den Leiter des Vonderau Museums, den Archäologen Dr. Frank Verse, eröffnet. Die Sonderausstellung liegt dem Buch „Essenz – Sterne der Rhön“ zugrunde, das 2022 nach einer Idee von dem aus der Region stammenden Fotografen und Filmemacher Frank Kayser als Gemeinschaftsproduktion von Freunden und Weggefährten erschienen ist. Fine Art Prints und einfühlsame Texte zeigen dem Betrachter eine Rhön völlig neu und anders. Neben der Natur und Landschaft werden in „Essenz – Blick in die Rhön“ auch die für die Rhön typische Kulinarik sowie die Gastfreundschaft. Adressiert ist die Ausstellung an alle in der Rhön Beheimateten, Freunde der Rhön sowie Liebhaber der Kulinarik aus Nah und Fern.

„Es freut mich, dass Sie mit mir zusammen heute Abend einen Blick in die Rhön werfen möchten“, so der Museumsleiter Dr. Frank Verse in seinen einleitenden Begrüßungsworten anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Essenz – Blick in die Rhön“ am Mittwochabend im Vonderau Museum Fulda, der an dieser Stelle die etwa 100 Gäste – unter ihnen Familie und Freunde des Künstlers, Vertretern des Stadtparlamentes, Kunstfreunde sowie Kunst- und Kulturschaffende. Ein besonderes willkommen galt mit Diplom-Agraringenieur Torsten Raab, dem Leiter des Fachdienstes „Naturpark und Biosphärenreservat Hessische Rhön beim Landkreis Fulda“ sowie mit Dr. Albert Post, dem Vorsitzenden des Schul-, Kultur und Sportausschuss in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung. Der Museumsleiter weiter: „Wir präsentieren Ihnen genau genommen 2 Ausstellungen in einer. Der erste Teil der Ausstellung basiert auf dem Buch ‚Essenz – Sterne der Rhön‘ von Frank Kayser, den ich ebenfalls zusammen mit seiner Familie heute Abend ganz herzlich hier bei uns im Vonderau Museum begrüßen darf.“

„Bei der Ausstellung geht es vor allem um die Porträtierung der Kulturlandschaft Rhön, wobei ein Schwerpunkt auf die Kulinarik und Gastfreundschaft gelegt wird“, fuhr Dr. Frank Verse in seiner Begrüßung fort. „Ich fand die Ästhetik dieser Bilder ganz hervorragend. Man erkennt vieles wieder, jedoch anders als es diese Ausstellung zeigt“, erlaubte sich Verse eine persönliche Anmerkung zur Ausstellung. „Ich denke, dass selbst diejenigen, denen die Rhön vertraut ist, durch die Ausstellung ganz neue Eindrücke und Blickwinkel gewinnen“, sagte der Museumsleiter am Mittwochabend anlässlich der Vernissage. Nach dem Museumsleiter vermittelt die Ausstellung ihren Betrachtern ein „Wohlfühlgefühl“, „dabei leben wir in Zeiten, in denen auch der Klimawandel diese Idylle bedroht“. Dr. Frank Verse: „Aus diesem Grund dachten wir uns, fügen wir dieser Ausstellung noch einen zweiten Teil hinzu, der sich der ernstzunehmenden Thematik des Klimawandels und seinen Folgen annimmt. Im zweiten Teil der Ausstellung wollten wir zeigen, was aus der Kulturlandschaft heraus passiert. Wie wird sich diese Idylle, die wir ja zu Recht auch so sehr schätzen, diese Kulturlandschaft verändern und dadurch auch unser eigenes Leben?“

Verantwortlich für die künstlerische Gestaltung und Umsetzung des zweiten Teils der Ausstellung zeigt sich Carolin Hochreuther, derzeit wissenschaftliche Volontärin beim Vonderau Museum Fulda, die der Museumsleiter an dieser Stelle ebenfalls sehr herzlich willkommen hieß. Der zweite Teil der Ausstellung gibt dem Betrachter einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Klimaveränderungen, die sich über die Jahre immer wieder vollzogen haben; daneben gibt er einen Einblick in die Gegenwart und in die sich bereits vollziehenden Veränderungen und einen Ausblick auf die mögliche Zukunft. In diesem Kontext verwies Museumsleiter Dr. Frank Verse auf die unterschiedlichen Angebote zur Tröpfchenbewässerung in Bau- und Gärtenmärkten. Nach Verse „ein erster Ausblick, wie sich Klimawandel bei uns möglicherweise auswirken könnte“.

Zum Thema Klimawandel und dessen Folgen hat das Vonderau Museum Fulda bei verschiedenen Institutionen angefragt und um eine Einschätzung gebeten, wie sie sich die zukünftige Entwicklung vorstellen. Ein besonderer Dank galt dem Verein für Naturkunde in Osthessen (VON) e.V., dem Biosphärenreservat Rhön, Hessenforst, insbesondere dem Forstamt Hofbieber, der städtischen Naturschutzbehörde sowie an das Bündnis für Klima und Nachhaltigkeit (BKN) Fulda. Dr. Frank Verse bedankte sich abschließend bei dem Künstler Frank Kayser für die gute, konstruktive Zusammenarbeit, ebenfalls bei der wissenschaftlichen Volontärin Carolin Hochreuther, bei der Museumspädagogin Kornelia Wagner für die passende Programmzusammenstellung, bei der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Franziska Schlemmer für die Koordination sowie den Mitarbeitern der Künstlerwerkstatt des Vonderau Museums Fulda für die gelungene künstlerische Interpretation der Tischdekoration (Bestandteil d. Ausstellung „Essenz – Blick in die Rhön“). „In der Ausstellung ‚Essenz – Blick in die Rhön‘ geht es um Innovation und darum, was die Rhön alles kann und zu bieten hat“, so Frank Kayser bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Vonderau Museum Fulda, der in Essenz seiner Heimat eine einzigartige Liebeserklärung macht. Nach ihm schaue man viel zu selten vor die eigene Haustür. Anhand der vier Elemente – Feuer, Wasser, Erde und Luft extrahiert Frank Kayser, wofür das Mittelgebirge seiner Meinung nach heute steht. Der Gang durch die Fine Art Prints-Galerie, die sich über 2 Etagen (EG und ersten OG) erstreckt, wird für den Betrachter zu einem Balanceakt zwischen Tradition und Moderne und bringt ihm auf unkonventionelle Art und Weise die Rhön und ihre (kulinarischen) Schätze näher.

Mit seiner Lieblings-Leica-Kamera begab sich Weltenbummler Frank Kayser, nach vielen Jahren Weltenbummelns auf abenteuerliche Reise und Entdeckungstour durch seine Heimat, mit der er auch in der Ferne verbunden war. „Durch meine Arbeiten am Buch Essenz, an dem auch viele meine Freunde und Weggefährten (Texte) mitwirkten, habe ich meine Heimat neu entdeckt. Die Rhön ist so unglaublich vielfältig und beinhaltet so viele Geschichten, davon wollte ich erzählen und meiner Heimat und den Menschen, mit denen ich mich sehr verbunden fühle – viele habe ich im Werk Essenz – Sterne der Rhön porträtiert – auch etwas zurückgeben“, so Frank Kayser, der ursprünglich aus der Marketingfotografie kommt. Wer in der Ausstellung nach dem Rhönschaf sucht, der sucht vergebens. Bewusst hat sich Frank Kayser dagegen entschieden. Ihm war es wichtig, etwas von der Rhön zu zeigen, was beim ersten Gedanken nicht unbedingt mit der Rhön korreliert. Stattdessen haben es beispielsweise Fischzüchter Peter Groß, der Rhöner Sternekoch Björn Leist oder Schinkensommelier Christian Wenzel in die Ausstellung geschafft. Und natürlich durften auch Käserin Claudia Storch und Gänsezüchter Herbert Bleuel vom gleichnamigen Geflügelhof Bleuel nicht fehlen. Insbesondere zu letztem erzählte Frank Kayser bei der Preview zur Ausstellung eine Anekdote.

„Herbert liebt seine Gänse über alles und das spürt man, wenn man auf seinen Hof kommt, sofort. Ich wollte ihn und seine Fürsorge zu den Tieren erzählen und bat ihn deshalb um ein Foto mit einem seiner Tiere. Es hat lange gedauert, bis sich die Gans hat fangen lassen und sie hat sich auch heftig gewährt und ein paar Male nach ihm geschnappt. Doch dann hat es schließlich geklappt und wir haben ein schönes Bild bekommen. Und solche Momente, solche Geschichten gilt es einfach zu erzählen“, so Kayser, der am vergangenen Wochenende beim „ADC Festival 2023“ in Hamburg für sein Buch „Essenz – Sterne der Rhön“ mit dem „Art Directors Club (ADC) für Deutschland“ ausgezeichnet wurde. Der Art Directors Club für Deutschland ist ein unabhängiger Verein mit der Zielsetzung, exzellente kreative Kommunikation zu finden wie zu fördern. Im ADC Wettbewerb werden jedes Jahr die kreativsten Arbeiten im dreisprachigen Raum ausgezeichnet. Ausgezeichnet wird exzellente kreative Kommunikation – von Webdesign bis Illustration, von Inszenierung bis Verpackung, Werbung bis Fotografie.

Für Frank Kayser ist übrigens nicht die Wasserkuppe der Berg oder das Sinnbild der Rhön, sondern die Milseburg – und die hat selbstverständlich auch in Essenz – Blick in die Rhön ihren Platz erhalten. Musikalisch umrahmt wurde die gestrige Vernissage übrigens von der Eichenzeller Skiffle-Bluesband, den „Rhöner Säuwäntzt“. Unterstützt wurden sie dabei vom Fuldaer Fotographen Ulrich „Uli“ Meyer an der Orgel und am Flügel. Gründungsmitglied Martin Caba hat eigens für die Ausstellung das Intro zum Film (zu sehen um EG) komponiert. Der Film zeigt die Landschaft der Rhön und soll seinen Betrachter zum Nachdenken anregen, ressourcenschonender im Hinblick auf seinen CO2-Fußabdruck umzugehen. Zu besuchen ist „Essenz – Blick in die Rhön“ im Vonderau Museum Fulda noch bis zum 3. September 2023. Als besonderen Service gewähren die Städtischen Museum Fuldas, zu denen auch das Vonderau Museum gehört, allen Besucherinnen und Besuchern der Landesgartenschau ermäßigten Eintritt sowie kostenlosen Eintritt in die Sonderausstellungen des Vonderau Museums. „Vielleicht ist dies ein kleiner Anreiz, uns und die Sonderausstellung zu besuchen“, fand Museumsleiter Frank Verse. +++ jessica auth


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