Verletzte Journalistin bei Polizeieinsatz: dju fordert Aufklärung

Solche „Kollateralschäden“ auf keinen Fall hinnehmbar

Frankfurt am Main. Bei einer Demonstration am 30. Oktober in Wiesbaden wurde eine Journalistin der Frankfurter Rundschau offenbar durch Einsatzkräfte der Polizei verletzt. Bei der Demonstration „Demo für alle“ kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten bzw. Gegendemonstranten und der Polizei. Die Frankfurter Rundschau (FR) hatte bereits am Montag mitgeteilt, dass in diesem Zusammenhang eine FR-Journalistin durch die vorrückende Polizei zu Boden gerissen wurde.

Die Journalistin berichtete dort für den FR-Liveticker. Die nachrückende Polizei hat nach den vorliegenden Informationen der am Boden liegenden Journalistin, die sich als Pressevertreterin zu erkennen gab, keinerlei Hilfe geleistet, sondern ein Beamter habe sie noch weiter in Richtung der Gegendemonstranten geschleudert. Erst eine Gegendemonstrantin habe der Journalistin schließlich geholfen, die anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Sie wird noch längere Zeit an den Folgen ihrer Verletzungen zu tragen haben.

Für die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di ist das Verhalten der Polizei in keiner Weise nachvollziehbar. Auch wenn es sich nicht um einen gezielten Angriff auf die Journalistin handelte, sind solche „Kollateralschäden“ auf keinen Fall hinnehmbar. Die Polizei ist für den Schutz und die Unversehrtheit aller Demonstrationsteilnehmer zuständig und verantwortlich. Auch Journalistinnen und Journalisten müssen sich auf diesen Schutz verlassen können. Das ist eine zentrale Voraussetzung für unabhängige Berichterstattung.

Polizeigewalt gegen Journalistinnen und Journalisten ist inakzeptabel. Die dju fordert die Polizeiverantwortlichen daher auf, die Vorkommnisse umfassend aufzuklären und entsprechende Konsequenzen zu ziehen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen wollen auch in Zukunft angstfrei von Demonstrationen berichten können. Schlimm genug, dass es Demonstranten gibt, die dieses Recht nicht respektieren. Da muss zumindest die Polizei an unserer Seite stehen“, verlangt der hessische dju-Vorsitzende Joachim Legatis. +++

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