Theresa Ritz: Vom ersten Tag war ich Feuer und Flamme. Seitdem hat es mich gepackt

Ufhausen mk1

„Theresa, irgendwann leitest du das Musikcorps.“ So wandte sich der ehemalige Musiker Hubert Wiegand einst an die erst 15-jährige Theresa Ritz. Er hatte offensichtlich ein gutes Bauchgefühl. Denn 2017 wird Theresa Ritz Musikalische Leiterin des Musikcorps Ufhausen – als Nachfolgerin von Gerhard Hohmann, der das Amt nicht weniger als ein Vierteljahrhundert ausfüllte. Und der der heute 38-Jährigen später ebenfalls diese Rolle nahelegte; schließlich war sie vier Jahre lang seine Stellvertreterin. Doch folgen Sie dieser bewegten und bewegenden Geschichte. Die mehr denn je lebt. Ihr Ende ist offen.

Als Elfjährige beginnt Theresa Ritz, Querflöte zu spielen. In einer kleinen Gruppe, der zunächst drei Schülerinnen angehören. Man könnte auch sagen: „Was ein Freitag im Februar mit einer Elfjährigen machte …“ Ihr Vater Winfried überredet sie, zur Flötenstunde zu gehen. „Vom ersten Tag an war ich Feuer und Flamme. Nach der ersten Probestunde“, sinniert sie noch heute. Kein Wunder, schließlich ist es sowas wie ihre Geburtsstunde. „Seitdem hat es mich gepackt“, kratzt sie ihre Leidenschaft an und bewegt sie gleichermaßen. Was sie gepackt habe? Erstmals beginnen ihre Augen zu leuchten. Ihre Seele zu sprechen. Auch wenn es für Außenstehende nur Schuppen sein mögen – aber sie bringen Dynamik ins Spiel, sorgen für Leben und nehmen den Zuhörer mit auf die Reise. Drei Dinge nennt sie: „Der Ehrgeiz. Die Freude. Auch an der Gemeinschaft.“ Das gelte auch für ihr erstes Instrument. Sie habe „den ganzen Tag über“ Flöte gespielt. „Ich konnte ratz-falz alles auswendig. Ich habe keine Probe ausfallen lassen. Ich war einfach Feuer und Flamme.“ Theresa Ritz ist bei sich. Die Basis ist gelegt.

Einige Jahre spielt sie Querflöte. Dann Piccolo-Flöte. Mit 19 übernimmt Theresa Ritz das Jugendorchester des Musikcorps Ufhausen. „Der erste Schritt“, skizziert sie den Werdegang ihrer Entwicklung. Sie schiebt nach, was folgen muss. 2017 steht sie dem Haupt-Orchester vor. Nachdem sie seit 2013 vier Jahre lang Gerhard Hohmanns Stellvertreterin gewesen ist. Was sie bewogen hat, das Amt zu bekleiden? Voller Bewusstsein und geradlinig sagt sie sich: „Ich mache das.“ Nein. Zweifel, dies zu tun, habe es nicht gegeben.

Warum sie eigentlich all das auf sich nehme, was sie bewegt zu all den Aktivitäten, was ihre Leidenschaft ausmache? „Das gibt mir Energie“, betont Theresa Ritz. „Ich mag die Musik sehr. Ich bin ein Stück weit gewachsen.“ Auch heute spürt sie eine große Motivation für diese Aufgabe. „All das geht nur, wenn man es gern macht. Heute ist das Ganze mit mehr Verantwortung verbunden.“ Es reize sie, Dinge voranzutreiben. „Am liebsten im Team.“

Nahezu zehn Jahre ist sie jetzt Musikalische Leiterin des Musikcorps Ufhausen. Was sich geändert habe in dieser Zeit? „Ich habe das Laufen gelernt. Nicht nur das Marschieren. Hier bin ich groß geworden.“ Sie habe gelernt, was es heißt und mit sich bringe, zuverlässig zu sein. Und im Team zu arbeiten.“ In ihm zu streiten. Zu diskutieren. Und erfolgreich zu sein. Es vernünftig zu führen. Nicht aufzugeben. Das Musikcorps Ufhausen ist moderner geworden. Es zählt 55 Musiker und Musikerinnen. Aus Ufhausen und der Umgebung kommen sie, einige aus dem Hünfelder Raum.

Die Art der Musik kommt nach wie vor gut an. „Bei uns kommt es auch darauf an, was das Auge sieht. Die Kombination mit der Musik. Musik in Bewegung. Auch das optische Auftreten. Dieses Zackige und Synchrone. Da kommt was rüber. Das macht Eindruck“, ist sie überzeugt. Nicht nur sie. Und um im Sprachbild zu bleiben, versetzt all dies Menschen in Begeisterung.

Überdies ist die 38-Jährige studierte Sprachwisschenschafterin. „Meine Leidenschaft sind Fremdsprachen und Musik“, betont sie. Wieder leuchten ihre Augen. In Würzburg studierte sie einst verschiedene Fremdsprachen – das heißt Portugiesisch, Spanisch, Russisch – und BWL. Aus diesem reich gefüllten Becken schöpft sie natürlich in ihrem Beruf. Die 38-Jährige ist Sales Managerin beim Fuldaer Unternehmen EDAG, das auch globale Projekte unterstützt und weltweit unterwegs ist.

Das Etikett „Stolz“ scheint ihr nicht so gelegen daherzukommen. „Ich bin selbst mein größter Kritiker“, sagt Theresa Ritz. Und man glaubt ihr aufs Wort. „Ich bin stolz auf die Gruppe. Auf unsere Teamleistung. Darauf, was wir als Team auf die Beine stellen.“ Und eines, das liegt ihr noch am Herzen. „Ich möchte junge Leute gerne ermutigen, dieses Hobby zu lernen.“ Nachwuchsarbeit nimmt eine wichtige Rolle ein beim Musikcorps Ufhausen. Sie lukt, nein, sie blickt bestimmt und erweckt Lust auf den Programmpunkt am Sonntagnachmittag beim „8. Festival der Musik“ auf dem Sportgelände des TSV Ufhausen. „Schnupperstunde und Marschprobe für Kids“ heißt der.

All die genannten Werte setzen sich in Theresa Ritz‘ Charakter und Persönlichkeitsbild fest. Sie wurden und sind Teil von ihr. Um es mit den Worten des Dichters Carl Zuckmayer und des österreichischen Schriftstellers Mario Simmel zu sagen: Als wär‘s ein Stück von mir. +++ rl


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