Standing Ovations für Kabarettnacht auf Burg Fürsteneck

Buntes Programm von Satire über Comedy-Jonglage bis zu nachdenklichen Liedern

„Kulturelle Ereignisse haben Burg Fürsteneck seit jeher geprägt“, so Akademieleiter Hartmut Piekatz zur Eröffnung der Kabarettnacht am vergangenen Samstag. „Da ist es nur konsequent, dass wir mit unserer Bildungsstätte der Kabarettakademie eine Heimat für ihr Wirken geben und heute gespannt die Ergebnisse genießen können.“ Traditionell zeigen die Absolventen der Fortbildungsveranstaltung, die in diesem Jahr bereits zum 19. Mal stattfand, am letzten Abend Auszüge aus ihren erarbeiteten Programmen. Für die Aufführung im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda hatten sich gut 100 Zuschauer vor der eigens installierten Open-Air-Bühne im Burghof eingefunden. Der Kabarettist Tilman Lucke aus Berlin lieferte eine humorvolle Moderation und präsentierte eine bunte Mischung an Themen, Formaten und Charakteren, die im Lauf des Abends noch eindrucksvoll beweisen sollte, dass der Begriff Kabarett hier nicht allzu eng ausgelegt wird.

Akademie Direktor Hartmut Piekatz bei der Begrüßung. Fotos: privat

Mit nachdenklichen Texten, die sie einfühlsam auf der Gitarre begleitete, eröffnete die Berlinerin Doris Jagodzinski den Reigen nicht nur, sie gedachte damit auch eines kürzlich verstorbenen Freundes und langjährigen Teilnehmers der Akademie. Der Wiener Wolfgang Ronzal, mit 80 Jahren ältester Nachwuchskabarettist Österreichs, gab unter dem Motto „Stirbst Du schon oder lebst Du noch?“ seine ganz persönlichen Empfehlungen zum Thema Altern zum Besten. Der Kabarettist, Jungbauer und Unternehmer Sebastian Huber aus München hingegen meldete sich mit Vorschlägen für ein sehr unkonventionelles Start-up-Modell zu Wort, während Dagmar Kiesow aus Berlin sich in einer Rollen-Comedy kritisch mit dem Thema Mikroplastik aueinandersetzte. Der Frankfurter Rundfunkjournalist Uli Höhmann erntete zahlreiche wiedererkennende Lacher für die Auszüge aus deinem launigen Pressekabarett „Gab’s Tote?“

Wer bei einer Geldanlage wirklich reich wird, konnte das gespannte Publikum dann nach der Pause vom Marburger Zauberkünstler und Finanzkabarettist Bernd Waldeck erfahren: Den 20-Euro-Schein einer Zuschauerin verwandelte er erst in einen 50-Euro-Schein, um ihn dann mit einem süffisanten „Dankeschön!“ in die eigene Tasche zu stecken. Als Pfarrer Bernd setzte sich Bernd Nechanski aus Garching mit Anspruch und Realitäten der christlichen Kirche auseinander. Die Musikkabarettistin Kordula Völker aus Dinslaken, die seit der legendären FrontFrauenrevue Anfang der 90er Jahre auf der Bühne steht und die Kabarettakademie seit zehn Jahren als Dozentin begleitet, zeigte ebenfalls eine frisch erarbeitete Nummer: Unter den kritischen Augen ihrer tourbegleitenden Therapeutin muss sich die alternde Kabarettistin zwei flippigen Fragen namens Susi und Schnulli stellen. Am Schlusslied beteiligte sich das Publikum hochmotiviert mit dem Einwurf: „Osteoporose!“

Eine kurze Verschnaufpause war dem Publikum bei der Comedy-Jonglage des Stuttgarters Chris Blessing gegönnt, der witzig und souverän mit Kegeln, Ringen und Leuchtbällen auf der dunklen Bühne umging, bis dieser bei einer Jonglage mit Huhn, Schwein und Ei eine bissige Nummer über den Umgang mit Nutztieren ablieferte. Die Schlussnummer gebührte dem kabarettistisch-poetischen Liedermacher Rainer Markus Wimmer aus Karlsruhe, dabei neben seiner eigenen Gitarre erstmals von Franz-Josef Grümmer am Klavier begleitet. Als nach gut zwei Stunden Programm alle Künstler noch einmal zum großen Finale auf der Bühne zusammenkamen, wollte das mittlerweile größtenteils in wärmende Decken gehüllte Publikum sie kaum gehen lassen. So endete der stimmungsvolle Abend im Burghof mit Standing Ovations und dem festen Vorsatz, sich die Wiederholung im kommenden Jahr auf keinen Fall entgehen zu lassen. +++ pm

Coronadaten

Da am Wochenende nur noch wenige Gesundheitsämter und Landesbehörden Daten an das RKI übermitteln, werden keine Daten am RKI eingelesen, sodass es bei den absoluten Fallzahlen keine Veränderung zum Vortag gibt. Die Änderung der 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag beruht lediglich auf einer Änderung des Bezugszeitraums (jeweils 7 Tage vor dem Tag der Berichterstattung).

Letzte Aktualisierung: 08.08.2022, 06:22 Uhr
 Inzidenz7-Tage-Fallzahl
Fulda
482,9 ↓1077
Vogelsberg614,2 →648
Hersfeld
551,1 →663
Main-Kinzig359,0 →1514

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