Der Würzburger Staatsrechtler Horst Dreier hat das Verbot von Gottesdiensten an Ostern scharf kritisiert. „Die Gottesdienste überall pauschal zu verbieten, halte ich für sehr problematisch“, sagte Dreier der „Rheinischen Post“. Gerade in dieser dramatischen Lage sehnten sich viele Menschen nach seelischer Erbauung und geistlichem Zuspruch, daher habe ihn das Verbot schockiert. „Zum ersten Mal seit Menschengedenken wird es keine Ostergottesdienste geben“, sagte Dreier und fragte, warum Gottesdienste nicht organisiert werden könnten wie Plenarsitzungen oder Pressekonferenzen. „So voll sind unsere Gotteshäuser ja in der Regel nun auch wieder nicht“, sagte Dreier. Er schlug vor, die Kapazität in den Kirchen zu begrenzen, Abstandsregeln einzuführen und die Kirchen zu ermuntern, mehrere Gottesdienste am Tag abzuhalten. „Online-Gottesdienste sind kein wirklicher Ersatz“, sagte der Staatsrechtler. Angesichts der drastischen Eingriffe in Grundrechte während der Coronavirus-Pandemie empfahl er zudem, alsbald darüber nachzudenken, einige Verbote zu lockern. „Mein Eindruck war, dass man das Infektionsschutzgesetz anfangs vielleicht etwas überstrapaziert hat“, so Dreier. +++
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