Angesichts der Sondierungsgespräche zwischen FDP und Grünen appellieren Sozialverbände an die Parteien, mehr für Bildung und gegen Kinderarmut zu tun. „Wir brauchen jetzt einen Weckruf für bessere und gerechtere Bildung“, sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Sie ist der Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit – und zu einem stabilen, fairen Sozialversicherungssystem.“
Sie verwies auf die mehr als 210.000 Schulabbrecher und eine Viertel Million Arbeitslose unter 25 Jahren. „Das zeigt: Wir müssen endlich benachteiligte Kinder und Jugendliche so fördern, dass sie später gutbezahlte Jobs bekommen und Renten, von denen sie leben können“, so Bentele. Sie forderte Grüne und FDP auf, in einem Koalitionsvertrag auf einem 100-Tage-Maßnahmepaket zu bestehen, „das eine echte Bildungsinitiative auf den Weg bringt: Kindergrundsicherung, flächendeckende Ganztagsbeschulung und Schulen, die personell wie finanziell so ausgestattet sind, dass sie allen Kindern unabhängig von ihrem Elternhaus beste Startbedingungen für lebenslanges Lernen mitgeben“. Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, appellierte an die künftigen Koalitionspartner, „eine politische Zukunftsvision zu entwickeln, die sich an den aktuellen und zukünftigen Anliegen der jungen Generation ausrichtet“.
Kinder und ihre Familien hätten viel zu lange eine nachrangige Rolle gespielt. „Wir brauchen endlich den Aufbruch in ein kindgerechtes Deutschland, das sich den drängenden Herausforderungen nachhaltiger Klimapolitik genauso annimmt wie der Zukunftsfähigkeit unseres Bildungssystems und einer am Gemeinwohl ausgerichteten Gestaltung der Digitalisierung“, sagte Krüger den Funke-Zeitungen: „Wir erwarten von der nächsten Bundesregierung nichts weniger als einen großen kinder- und jugendpolitischen Wurf.“ Dazu gehörten auch „eine ehrgeizige Sozialpolitik, die vor allem die Bekämpfung der Kinderarmut vorantreibt, und eine bessere rechtliche Absicherung der Kinderrechte in Deutschland“. +++
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