Sommerreise im Zeichen von Corona: Staatsminister Kai Klose besuchte Fulda

Klose: Hessen hat, was die Corona-Virus-Pandemie anbetrifft, einen guten Job gemacht.

Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Staatsminister Kai Klose (Bündnis 90 / Die Grünen), hat heute im Rahmen seiner Sommerreise Station in Fulda gemacht und sich über die Arbeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der stationären Versorgung in Hessen vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie informiert. Wie haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die vergangenen Monate erlebt? Wo lagen für sie die Herausforderungen im Rahmen der Bekämpfung der Pandemie? Welche Erfahrungen nehmen sie für ihre Arbeit mit in die Zukunft? Als erstes machte Staatsminister Klose Station im Landratsamt Fulda, wo er oben genannte Fragen an den Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide (CDU), den Ersten Kreisbeigegeordneten des Landkreises sowie Gesundheitsdezernenten, Frederik Schmitt (CDU) und den Bürgermeister der Stadt Fulda, Dag Wehner (CDU), adressierte.

„Wir haben in Hessen, was die Corona-Virus-Pandemie angeht, bislang einen guten Job gemacht – wir dürfen uns aber keinesfalls in falscher Sicherheit wiegen, denn die Pandemie ist noch nicht vorüber“, stellte der Staatsminister bei seinem heutigen Besuch in Fulda heraus. Im Gespräch mit Landrat Woide und Gesundheitsdezernent Schmitt wollte der Hessische Minister für Soziales und Integration vor allem in Erfahrung bringen, wie die Verantwortlichen des kommunalen Gesundheitswesens den Umgang mit der Corona-Virus-Pandemie bewerten. Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt legte die bisher im Landkreis vollzogenen Maßnahmen offen, die nach seiner Meinung in der Stadt und dem Landkreis Fulda gut gegriffen hätten. Als problematisch und schwer einzuschätzen verhalte es sich – wie auch zu Beginn der Pandemie – mit den Reiserückkehrern aus möglichen Risikogebieten. Den höchsten Anstieg, so Gesundheitsdezernent Schmitt, habe man in den ersten Wochen verzeichnet. Auch habe man am Anfang mehr Fälle verzeichnet als der Durchschnitt in Hessen. Als man der Lage Herr geworden war, meldete die Region Fulda letztlich weniger Fälle als der hessenweite Durchschnitt. Derzeit, so Schmitt, liege man im Durchschnitt.

Gesundheitsdezernent Schmitt brachte beim heutigen Gespräch mit dem Staatsminister zur Sprache, dass in der jüngsten Vergangenheit in Fulda bei einem Restaurantbesuch vermehrt die Kontaktzettel entweder nicht vollständig oder absichtlich falsch ausgefüllt worden waren. Die logische Konsequenz waren mehrere Appelle an die heimische Bevölkerung, die Kontaktzettel korrekt und leserlich auszufüllen. Ebenso sei es in der Vergangenheit vorgekommen, dass Personen mit Erkältungssymptomen sich nicht in Quarantäne begeben haben und zur Arbeit gingen oder zum Feiern um die Häuser zogen. Auch diesbezüglich müssten die Menschen medial weiter sensibilisiert werden, das Virus ernst zu nehmen. Das Thema Schutzausrüstung sei nur zu Beginn der Pandemie präsent gewesen, inzwischen habe sich dieses verflüchtigt. Unterm Strich, so stellte Schmitt weiter heraus, hätte man die Lage in der Stadt und dem Landkreis weitestgehend im Griff.

Staatsminister Kai Klose betonte heute, dass man die Krise in Hessen bislang gut gemeistert habe. Der Hessische Minister für Soziales und Integration bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitswesens. Diese hätten in den letzten Monaten Außergewöhnliches geleistet. Weiter lobte er die Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Ein Schlüssel des Erfolges sei sicher die Tatsache gewesen, dass es in jedem Versorgungsgebiet ein „koordinierendes Haus“ gegeben habe. Zur aktuellen Situation sagte der Minister, dass im Moment fast alle das Gefühl hätten, das ein Infektionsgeschehen kaum noch akut sei. Die Sehnsucht nach Normalität, so Staatsminister Klose, sei sicher nachvollziehbar, aber das Virus ist noch nicht verschwunden, weshalb man umsichtig agieren solle.

Landrat Bernd Woide sagte heute, dass in der Öffentlichkeit immer die Diskussion geführt werde, ob es denn alles so seine Richtigkeit und Berechtigung hätte, auf welche Weise man hier agiere und ob die Maßnahmen, die in der Vergangenheit verhängt wurden, tatsächlich angemessen seien. „Die Maßnahmen sind angemessen“, sagte er. Auch sei man in der Vergangenheit immer wieder mit den Worten an ihn herangetreten, dass man persönlich ja eigentlich niemanden so richtig kenne, der an COVID-19 erkrankt ist. Landrat Woide: „Eines sei hier mal gesagt: vor ein paar Monaten sagte einmal jemand: Wir haben in Deutschland vielmehr richtig als falsch gemacht!“ In diesem Satz stecke nach Landrat Woide viel Wahres. Bezugnehmend auf die hohen Infektionszahlen in Brasilien oder den USA sagte Landrat Woide: „Dass diese auch der Tatsache geschuldet sind, dass die politische Führung in den Ländern das Virus einfach nicht ernst nimmt. Die Hauptverantwortlichen dachten, dass es genauso schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist. Dass aber Massengräber ausgehoben werden, ist real.“ Man möchte sich nicht vorstellen, was in Deutschland passiert wäre, wenn hier von Seiten der Bundesregierung und Länder anders entschieden worden wäre als entschieden wurde. „Welche Auswirkung hätte das bei uns gehabt?“ – Eine berechtigte Frage des Landrats des Landkreises Fulda. „Wir haben wahrlich andere Probleme als uns zu fragen, ob man am ‚Ballermann‘ eine Mund-Nase-Atemschutzmaske tragen muss.“

Weitere Stationen von Minister Klose waren die Fuldaer Krankenhäuser, das Klinikum Fulda sowie das Herz-Jesu-Krankenhaus (HJK) Fulda. Staatsminister Klose informierte sich bei der Geschäftsführung und der Ärzteschaft, wie sie der Herausforderung, die das Corona-Virus in der Vergangenheit mit sich brachte und bringt, begegneten und begegnen. Gegenstand des Gespräches am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, an dem Geschäftsführer Michael Sammet, Dr. med. Rüdiger Hacker (Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie am HJK Fulda), Prof. Dr. med. Bernd Kronenberger (Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Kardiologie am HJK Fulda), Pflegedienstleiterin Sylvia Röhm-Kleine und Verwaltungsleiter Ass. Jur. Matthias Färber teilnahmen, waren die Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten, die Erfahrungen im Rahmen der Pandemiebekämpfung und das Zusammenwirken mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie die Zusammenarbeit mit der ambulanten Versorgung.

Aufgrund der notfallmäßig hohen Inanspruchnahme konnte die Belegung während der Corona-Pandemie nicht massiv heruntergefahren werden. Selbst während des Verbotes, elektive Eingriffe vorzunehmen, war die Belegung des Hauses aufgrund der hohen Notfallleistungen unter anderem in der Chirurgie gut. Als problematisch erwies sich jedoch zu Beginn der Pandemie die Beschaffung der persönlichen Schutzausrüstung, im Besonderen der FFP2-Atemschutzmasken. Das Beschaffen der Schutzausrüstung am HJK erfolgte in Eigeninitiative. Inzwischen steht davon eine ausreichende Reserve zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Fulda verlief unkompliziert und in enger Abstimmung. +++ ja

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