Die SMA Solar Technology AG ist mit Umsatz- und Ergebniswachstum in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Vor allem Fortschritte beim Restrukturierungsprogramm sowie eine spürbare Erholung im Geschäft mit Heim- und Gewerbeanlagen sorgten im ersten Quartal für Rückenwind. Der Vorstand sieht sich nach den ersten drei Monaten auf Kurs und konkretisiert seine Jahresprognose nun auf das obere Drittel der bisherigen Zielspanne.
Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal um vier Prozent auf 340,9 Millionen Euro nach 327,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber war dabei die Division Home & Business Solutions, deren Erlöse um 27,4 Prozent auf 61,4 Millionen Euro zulegten. Die Sparte Large Scale & Project Solutions erreichte mit 279,5 Millionen Euro dagegen exakt das Vorjahresniveau.
Deutlich stärker fiel der Anstieg beim operativen Ergebnis aus. Das operative EBITDA vor Sondereffekten verbesserte sich um 67,3 Prozent auf 24,6 Millionen Euro. Einschließlich aller Sondereffekte lag das EBITDA bei 26,1 Millionen Euro nach 24,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die EBITDA-Marge stieg leicht auf 7,7 Prozent.
Positiv wirkten sich unter anderem die Auflösung von Wertberichtigungen auf Vorräte im Umfang von 3,1 Millionen Euro sowie die Auflösung von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen aus. Belastet wurde das Ergebnis hingegen durch eine Provisionszahlung von 2,0 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Transformationsprogramm. Im Vorjahresquartal hatte zudem eine Schadensausgleichzahlung in Höhe eines hohen einstelligen Millionenbetrags das Ergebnis gestützt.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich leicht auf 13,3 Millionen Euro nach 11,4 Millionen Euro im Vorjahr. Die EBIT-Marge verbesserte sich damit von 3,5 auf 3,9 Prozent.
Innerhalb des Konzerns entwickelte sich das Geschäft jedoch unterschiedlich. In der Division Large Scale & Project Solutions sank das EBIT auf 33,8 Millionen Euro nach 50,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Belastend wirkten laut Unternehmen vor allem höhere Zollkosten sowie geringere Aktivierungen von Entwicklungsleistungen. Die EBIT-Marge der Sparte ging dadurch von 18,0 auf 12,1 Prozent zurück.
Dagegen zeigte die Restrukturierung in der Division Home & Business Solutions erste Wirkung. Das EBIT verbesserte sich dort deutlich auf minus 19,6 Millionen Euro nach minus 46,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Marge lag bei minus 31,9 Prozent nach minus 95,4 Prozent ein Jahr zuvor.
„Die Umsetzung unseres Restrukturierungs- und Transformationsprogramms zeigt bereits im ersten Quartal klare Fortschritte“, sagte Vorstandschef Jürgen Reinert. Nach einem schwachen Jahresauftakt bei Heim- und Gewerbeanlagen sei seit März eine Stabilisierung der Nachfrage zu erkennen. Dies werte das Unternehmen als erste Anzeichen einer Trendwende. Zugleich verwies Reinert auf weiterhin volatile Marktbedingungen infolge politischer und geopolitischer Unsicherheiten.
Finanzvorstand Kaveh Rouhi erklärte, das Unternehmen liege sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis im Plan. In der Sparte Home & Business Solutions werde für das Gesamtjahr ein stark steigender Umsatz erwartet – auch wegen der niedrigen Vergleichsbasis aus dem Jahr 2025. Seit Beginn des Nahostkonflikts beobachte SMA zudem bei einigen Kunden eine erhöhte Nachfrage nach Heim- und Gewerbeanlagen. Ob dieser Effekt nachhaltig sei, lasse sich derzeit jedoch noch nicht abschätzen.
Unter dem Strich rutschte der Konzern im ersten Quartal dennoch leicht in die roten Zahlen. Das Konzernergebnis belief sich wegen latenter Steueraufwendungen auf minus 1,6 Millionen Euro nach einem Gewinn von 5,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,05 Euro nach plus 0,16 Euro ein Jahr zuvor.
Der Free Cashflow verschlechterte sich deutlich auf minus 27 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch 96 Millionen Euro erzielt worden waren. Hintergrund seien vor allem zahlungswirksame Effekte aus dem Restrukturierungsprogramm sowie ein Anstieg des Net Working Capital infolge höherer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Quartalsende. Die Nettoliquidität sank entsprechend auf 148,2 Millionen Euro nach 176,4 Millionen Euro Ende 2025.
Stabil zeigte sich dagegen die Eigenkapitalquote, die leicht auf 28,4 Prozent zulegte. Die Net-Working-Capital-Quote lag mit 15,9 Prozent innerhalb des vom Management angestrebten Zielkorridors.
Der Auftragsbestand erreichte zum 31. März 2026 insgesamt 1,41 Milliarden Euro und lag damit über dem Vorjahreswert von 1,29 Milliarden Euro. Der Großteil entfällt auf die Division Large Scale & Project Solutions einschließlich Batteriespeicherprojekten der Tochter Altenso GmbH. Rund drei Viertel des Auftragsbestands stammen aus dem Produktgeschäft.
Vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftsverlaufs konkretisierte der Vorstand seine Jahresprognose. SMA erwartet nun Umsatz und EBITDA jeweils im oberen Drittel der im März veröffentlichten Bandbreiten. Bislang hatte das Unternehmen für 2026 Erlöse zwischen 1,475 und 1,675 Milliarden Euro sowie ein EBITDA zwischen 50 und 180 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Die Prognose berücksichtigt laut Unternehmen auch mögliche Rückerstattungen im Zusammenhang mit den als rechtswidrig eingestuften IEEPA-Zöllen. Zugleich verweist SMA auf erhebliche Unsicherheiten durch geopolitische Entwicklungen, mögliche Verschärfungen von Handelsbeschränkungen sowie Währungs- und Zolleffekte. Insbesondere eine Eskalation des Iran-Konflikts könne Anpassungen der Prognose erforderlich machen. +++
Entdecke mehr von fuldainfo.de
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar