Sanierung statt Millionengrab: FDP sieht sich bei Plänen für Fliedener TV-Halle bestätigt

Die Debatte um eine neue Versammlungs- und Sporthalle zieht sich seit Jahren wie ein roter Faden durch die Kommunalpolitik im „Königreich“ Flieden. Zwischen dem Wunsch nach zeitgemäßen Räumen für Vereine und Kultur und den harten Realitäten klammer Kassen schienen die Fronten lange Zeit verhärtet. Mit den nun bekannt gewordenen Plänen zur grundlegenden Sanierung und Erweiterung der traditionsreichen TV-Halle zu einer modernen Sport- und Veranstaltungsstätte zeichnet sich jedoch ein Kurswechsel ab. Bei den Freien Demokraten sorgt der Schritt für sichtbare Genugtuung: Die Fraktion in der Gemeindevertretung begrüßt das Vorhaben ausdrücklich und sieht darin eine Bestätigung ihrer politischen Kernlinie aus dem vergangenen Kommunalwahlkampf.

„Erst rechnen, dann bauen. Erst sanieren, was wir haben“, ruft Fraktionschef Mario Klotzsche die damalige Devise seiner Partei in Erinnerung. Über Monate hinweg war in der Gemeinde über Großprojekte gestritten worden: Ein kompletter Neubau auf der grünen Wiese stand im Raum, veranschlagt auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Alternativ brachten andere Fraktionen den Kauf der Mehler-Halle ins Spiel. Beides lehnte die FDP frühzeitig ab. Eine solche Millioneninvestition hätte finanzielle Mittel auf Jahre hinaus gebunden – Mittel, die an anderer Stelle schmerzlich gefehlt hätten.

Die Freien Demokraten argumentierten stets mit dem Blick auf das Gesamtbild der Gemeinde. Flieden unterhält mit dem Stadion, dem Freibad, diversen Vereinshäusern und der TV-Halle eine gewachsene Infrastruktur, die kontinuierlich instand gehalten werden muss. Es sei fahrlässig, Millionen in einen Prestigeneubau zu stecken, während das bestehende Eigentum der Bürger verfällt, so die Haltung der Liberalen. Dass nun der Weg des gezielten Umbaus gewählt wird, wertet Klotzsche als späten Sieg der wirtschaftlichen Vernunft über überzogene Neubauträume.

Die vorgelegten Zahlen untermauern diesen Schwenk: Mit geschätzten Investitionskosten von rund 5,7 Millionen Euro liegt das Sanierungskonzept bei rund der Hälfte der Summen, die für einen Neubau auf freiem Feld veranschlagt worden waren. Bestätigen sich diese ersten Planungen und Kostenschätzungen im weiteren Verfahren, gewinnt Flieden eine multifunktionale Spiel- und Versammlungsstätte, ohne den kommunalen Haushalt über Gebühr zu überdehnen.

Für Daniel Reith, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes sowie Mitglied der Gemeindevertretung und des Bauausschusses, wiegt neben dem finanziellen Aspekt vor allem das Standortargument schwer. Die TV-Halle ist im Ortskern etabliert, verkehrlich angebunden und tief im Vereinsleben verwurzelt. Ein Neubau auf der grünen Wiese hätte nicht nur zusätzlichen Boden versiegelt, sondern auch aufwendige Erschließungsmaßnahmen nach sich gezogen. Der bestehende Standort hingegen erspart der Gemeinde neue Infrastrukturkosten und stärkt den TV Flieden als mitgliederstärksten Verein vor Ort direkt an seiner angestammten Heimat.

Gleichzeitig soll die umgebaute Halle nicht nur dem Turnverein zugutekommen. Nach den Planungen soll eine moderne Infrastruktur für das gesamte gesellschaftliche Leben entstehen: Von Sportveranstaltungen über Vereinssitzungen bis hin zu den Veranstaltungen der Kirmesgesellschaften und kulturellen Höhepunkten des Jahres. Die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz spart Ressourcen und verhindert, dass neue, dauerhafte Folgekosten durch einen zusätzlichen Gebäudekomplex entstehen.

Mit der Grundsatzentscheidung für die Sanierung ist der Streit um das „Ob“ vorerst entschieden, nun folgt die Bewährungsprobe im Detail. Für die Kommunalpolitik und die Planer kommt es in den anstehenden Beratungen im Bauausschuss und der Gemeindevertretung darauf an, den kalkulierten Kostenrahmen von 5,7 Millionen Euro strikt einzuhalten. Nur wenn die Vergabe diszipliniert gesteuert wird, geht die Rechnung der Haushaltskonsolidierer am Ende auf – und Flieden erhält eine moderne Mehrzweckhalle, die bezahlbar bleibt. +++


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