Sie sind nicht neu für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, diese „Schlüsselspiele“, die manche auch Bewährungsproben oder Herausforderungen nennen. Schließlich benötigt der Tabellen-17. der Fußball-Regionalliga Südwest dringend Punkte, um den Anschluss zu halten an die vor ihm platzierten Teams. Vielleicht kommt der Vergleich gegen den Vierten der Rangliste, den verdammt starken Aufsteiger VfR Aalen, gerade recht. Und vielleicht kommt der SGB die Rolle des Außenseiters entgegen. Es ist die Heimpremiere des neuen Fuldaer Trainers Miroslav Jagatic, der mit seinem Team schon am vergangenen Samstag beim FC Homburg (1:1) punktete.
Während die SGB magere sechs Punkte auf der Habenseite hat, den zweiten „Dreier“ nach dem Auftaktsieg in Trier möchte und den ersten Heimsieg dieser Saison anstrebt, kommt der Gegner anders daher. Wie ein Bewerbungsschreiben lesen sich seine Teilbilanzen – vor allem jene auf fremdem Platz beeindruckt. In vier Spielen ist der VfR Aalen noch unbesiegt, spielte und schoss acht Punkte und 7:3 Tore heraus. Für Aufsehen sorgte das Resultat des letzten Auswärtsspiels, als der VfR mit 3:1 auf dem Bieberer Berg gewann und den furios gestarteten Kickers aus Offenbach die erste Saisonniederlage zufügte. Auch das 4:1 auf eigenem Platz gegen den FSV Frankfurt ließ aufhorchen. Dean Melo, Sasa Maksimovic, Michael Kleinschrodt und Gianluca Gaudino trafen für den VfR. Es weht also ein Hauch Bundesliga in der Johannisau-Luft, wenn der Sohn des ehemaligen Nationalspielers Maurizio Gaudino in Fulda aufschlägt. Überhaupt hat Regionalliga-Rückkehrer Aalen mehr Geld in der Hand und hat sich tüchtig verstärkt.
Aalen habe eine „brutale Zirkulation im Zentrum“, sagt denn auch Miroslav Jagatic. Da sei es wichtig, dagegenzuhalten, Disziplin zu zeigen und zusammen zu halten – zudem werde das Umschaltspiel zum speziellen Thema. Der Trainer hat seine erste komplette Woche mit der Mannschaft hinter sich in Fulda. „Die Jungs sind sehr willig. Und bereit, mehr zu machen“, ergänzt er, das habe man an der Motivation im Training gemerkt. Auch wenn man in dieser Hinsicht „nicht überpacen“ dürfe und das richtig einordnen müsse.
Die Basics stimmten zuletzt in Homburg, am Übergangsspiel müsse man indessen arbeiten. Da habe man „noch Luft nach oben“. Wichtig sei es halt, sich „Körner zu holen“ zwischen Nach- und Vorbereitung. „Die Mannschaft macht es mir leicht. Im Sinne von Zuarbeiten“, freut sich der neue Coach. Wer sich erinnert, der registrierte die Worte des Miroslav Jagatic bei seiner Vorstellung – und die wiederholte er nochmals. „Wir können das nur zusammen schaffen.“ Die Mannschaft, die Verantwortlichen – und nicht zuletzt die Fans, denen eine besondere Rolle zukäme. „Wir müssen eine positive Stimmung kriegen“, erklärte der Coach unmissverständlich. Entschlossen fügte er hinzu: „Die Stäken stärken“. Das gehe auch über Interaktion und ein paar Sachen einzufordern, „ich habe das Gefühl“, fügte Jagatic hinzu, „dass die Spieler das auch wollen. Wir versuchen, das in Spielformen zu packen“.
Noch kurz zum Personellen. Sebastian Schmitt hatte sich im Training eine leichte Prellung im Knie zugezogen, kam in Homburg für Keanu Kraft ins Spiel und „machte das super“, wie der Trainer urteilte. Kraft indessen trainierte zu Beginn der Woche nicht, werde aber nunmehr ins Mannschaftstraining einsteigen. Sei‘s drum: Es gibt eigentlich keinen Grund, am Samstag, nicht in die Johannisau zu kommen. +++ rl
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