Wer erinnert sich eigentlich noch daran, was die Fußballer des Hünfelder SV in den ersten Wochen der Hessenliga-Saison stark gemacht hat? Was sie ausgezeichnet haben? Als sie ihre Substanz, ihr Vermögen und ihren Wert anzapften. 16 Punkte holten sie aus den ersten sieben Spielen. Können sie vor der Aufgabe beim favorisierten Tabellenzweiten SV Unter-Flockenbach (Samstag, 15.30 Uhr, Kunstrasen im Gorxheimertal) an diese Phase – die eher ihrer Qualität gleichkommt als die jetzige -, anknüpfen?
Nicht nur Benjamin Fuß wünscht sich das. „Wir wollen zu den Dingen, die uns stark gemacht haben, zurückkehren. Zu Intensität, Zweikampfstärke und Mut.“ Diese Tugenden nennt Hünfelds Trainer zuallererst – und es klingt, als hätte sie sich der HSV auf seine Fahnen geschrieben für diese Spielzeit. Man wolle zeigen, dass der Hünfelder SV über eine gute Mannschaft verfüge. Und er erinnert daran, dass es klar sei, dass solche Phasen – mit einem Sieg aus den letzten sechs Spielen -, kommen würden. Was das Entscheidende sei, schiebt er nach: „Wichtig ist, wie man damit umgeht und darauf reagiert.“ Und Fuß nennt auch den Status, in den sein Team schlüpfen müsse. „Wir wollen unangenehm sein für den Gegner.“ Jeder müsse sagen, gegen die Hünfelder wolle man nicht gerne spielen.
Während sich beim HSV personell kaum eine Veränderung ansteht, ist es dem Respekt geschuldet, dem Gegner Beachtung zu schenken. „Bislang hat Unter-Flockenbach überzeugt. Das muss man einfach so sagen“, urteilt der HSV-Coach, „sie stehen nicht umsonst da oben“. Gerade in der Offensive verfüge der Kontrahent über „viel Qualität. Die Mannschaft spielt sehr variabel. Das wird eine echte Herausforderung für uns.“ Hünfeld tritt als Achter der Tabelle als Außenseiter an. Auch, wenn Unter-Flockenbach nach seinem Anfangs-Höhenflug in den beiden letzten Spielen zehn Tore kassierte: sieben bei der deftigen 2:7-Heimniederlage gegen den jetzigen Tabellenführer Stadtallendorf – drei im letzten Spiel bei Regionalliga-Absteiger Bayern Alzenau. Doch was sagen Zahlen gegen die Wahrheit auf dem Platz? „Wer erwartet schon was von uns“, fragt Fuß? Einige gibt es. +++ rl
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