Dublin. Ryanair will die Ticketpreise im kommenden Jahr weiter senken. „Nächstes Jahr zahlen wir weniger für Sprit“, sagte der Chef der irischen Fluggesellschaft, Michael O`Leary den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Den Vorteil geben wir in Form von niedrigeren Ticketpreisen weiter.“ In den Jahren danach soll die Airline noch günstiger werden. Auf die Frage, wie Ryanair im Jahr 2025 aussehe, sagte O`Leary: „Der Durchschnittsticketpreis wird auf 32 oder 33 Euro gefallen sein.“
Derzeit liegen die Preise im Unternehmen im Schnitt deutlich höher bei 40 Euro. Anders als mancher Konkurrent verdient der irische Billigflieger dabei immer noch Geld: „Solange der durchschnittliche Ticketpreis insgesamt bei 40 Euro liegt, verdienen wir Geld. Unsere Durchschnittskosten pro Passagier liegen bei 32 Euro.“ Dabei strebt O`Leary in Deutschland einen Marktanteil von 20 Prozent bis 2023 an. Ende des Jahres werden es acht Prozent sein. Der Ryanair-Chef sieht sich in der Tradition großer deutscher Discounter: „Das ist wie Aldi oder Lidl. Wir kopieren in gewisser Weise erfolgreich das deutsche Discounter-Modell. In Deutschland hat das nur niemand auf eine Fluggesellschaft angewandt.“ Er sagte auch: „Preiskrieg anzetteln macht Spaß.“ Die Tatsache, dass Ryanair vom März 2017 an den Frankfurter Flughafen anfliegt, hält O`Leary für den Lufthansa-Chef Carsten Spohr, für vorteilhaft. Er deutete an, dass er mit Ryanair Zubringerflüge für das Lufthansa-Langstreckennetz übernehmen möchte. Er habe Spohr bereits gesagt, „dass Ryanairs Ankunft in Frankfurt die Möglichkeit gibt, den Gewerkschaften, mit denen Lufthansa zu tun hat, zu zeigen: Die Zukunft kommt. Sie müssen mit ihm zusammenarbeiten, um einige der hohen Kosten der Lufthansa zu senken.“ Denn Spohr „könnte den Gewerkschaften dann sagen: Schaut her, entweder ihr arbeitet mit mir zusammen an einer echten Reform oder ich werde 20 meiner 150 Kurzstrecken an Easyjet oder Ryanair geben und ihr verliert eure Jobs“. Den Standort Frankfurt will O`Leary ausbauen: „Wir wollen wachsen, aber nicht sehr schnell. Wir starten nicht mit zwei Maschinen, dann zehn dann 20. Es wird eher zwei, dann vier, dann vielleicht sechs, vielleicht acht.“
Tempelhof idealer Billigflieger-Standort
Michael O`Leary hält den stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof für den idealen Billigflieger-Standort: „Eigentlich würde ich nur nach Tempelhof fliegen. Einfach der schönste Flughafen überhaupt“, sagte O`Leary den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das Design – wenn man einen Flughafen für Billigflieger bauen wollte, mit hohen Umschlagzeiten, also wenig Zeit zwischen Landung und Abflug, Tempelhof hat alles, was man will.“ Dass es keinen Shopping-Bereich geben würde, ist O`Leary egal: „Wen interessiert Einkaufen?“ Das Gebäude wurde 1936 bis 1941 nach den Plänen von Architekt Erich Sagebiel gebaut. Der Flughafen ist seit Ende Oktober 2008 für den Flugbetrieb geschlossen. Europas größte Fluggesellschaft plant zudem, ihr Angebot in Hamburg bereits bis 2019 deutlich auszubauen. „In Hamburg fliegen wir im kommenden Jahr 16 Ziele an, 25 werden es wohl im Sommer 2019 sein“, sagte Ryanair-Chef O`Leary. Das irische Unternehmen hat zum Winterflugplan zwei Maschinen in Hamburg stationiert und fliegt derzeit 14 Ziele aus der Hansestadt an. Inlandsflüge werden kaum unter den neuen Strecken sein. „Inlandsflüge sind für uns nicht so interessant. Wir wollen in Deutschland wachsen, aber von Deutschland nach Italien, Spanien, Frankreich, Malta, Zypern, Irland, Großbritannien fliegen“, sagte O`Leary. +++

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